{k}/{n}
Artikel {k} von {n}

A62 Nonnweiler Richtung Landstuhl Zwischen AS Nonnweiler-Otzenhausen und AS Nohfelden-Türkismühle Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle (07:46)

A62

Priorität: Sehr dringend

5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
5°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Sind Zuwanderer tatsächlich krimineller als Deutsche?

image

2728 Gewalttaten hat es 2016 im Saarland gegeben. Symbolfoto: Victoria Bonn-Meuser/dpa-Bildfunk.

Die Frage bereitet schon seit Jahren Kopfzerbrechen: Sind Zuwanderer krimineller als schon länger in Deutschland lebende Ausländer und Deutsche? Eine neue Studie aus Niedersachsen legt nahe, dass der Zuzug von Flüchtlingen zumindest für mehr Gewalttaten gesorgt hat – und dass vor allem junge Männer aus Nordafrika ohne Bleibeperspektive eine auffällige Gruppe sind.

So gingen zwischen 2007 und 2014 polizeilich registrierte Gewalttaten zurück. Dann wurde wieder ein Anstieg verzeichnet – in Niedersachsen um
gut zehn Prozent für die Jahre 2014 und 2015. Gut 13 Prozent der aufgeklärten Fälle sind der Studie zufolge Flüchtlingen zuzurechnen. Für den Anstieg der Gewalttaten sind sie damit zu 92 Prozent verantwortlich.

„Niedersachsen ist ein durchschnittliches Bundesland, die Ergebnisse sind deshalb in Teilen generalisierbar“, sagt Co-Autor Dirk Baier von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Auch im Saarland mehr Gewalt
Bei acht Prozent aller im Jahr 2016 im Saarland registrierten Straftaten im Bereich Gewaltkriminalität sind Zuwanderer die Tatverdächtigen gewesen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) hervor.

Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. Während es 2014 laut PKS noch 2448 registrierte Straftaten gab, waren es 2015 bereits 2647 und 2016 insgesamt 2728. Dabei wurden 2016 insgesamt 2676 Tatverdächtige ermittelt – davon 215 Zuwanderer.

91 Prozent wurden dabei nur ein Mal von der Polizei erfasst, der Rest mehrfach. Zu den Delikten der Gewaltkriminalität zählen unter anderem Mord, Totschlag, Raub, Vergewaltigung sowie gefährliche und schwere Körperverletzung.

Als Zuwanderer zählen laut PKS Personen, die als Angehörige eines Nicht-EU-Staates nach Deutschland einreisen, um sich hier vorübergehend oder dauerhaft aufzuhalten. Sie werden in der PKS mit dem Aufenthaltsstatus „Asylbewerber“, „Duldung“, „Kontingentflüchtling/Bürgerkriegsflüchtling“ und „unerlaubter Aufenthalt“ registriert. Zahlen für das Jahr 2017 liegen nach Angaben der Polizei noch nicht vor.

Begehen Asylbewerber häufiger Straftaten als Deutsche?
Nein. Die Kriminalstatistik für 2016 zeigt, dass Asylbewerber, wenn man von Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz absieht, nicht häufiger straffällig werden als Deutsche oder andere Migranten. Überdurchschnittlich hoch ist ihr Anteil an den Tatverdächtigen allerdings, wenn man auf gefährliche Körperverletzung, Mord, Totschlag, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung schaut.

Woran liegt das?
Straftaten von Menschen, die nicht dem eigenen Umfeld angehören, werden häufiger angezeigt. Außerdem: Männliche Jugendliche und junge Erwachsene sind bei Sexual- und Gewaltdelikten grundsätzlich überrepräsentiert. Das gilt nicht nur für Flüchtlinge. Der Anteil der männlichen 14- bis 29-Jährigen ist unter den Flüchtlingen allerdings deutlich höher als in der Wohnbevölkerung insgesamt.

Welche Nationalitäten stehen im Fokus?
Viele Flüchtlinge, die in den Jahren 2015 und 2016 gekommen sind, stammen aus Kriegs- und Konfliktgebieten wie Syrien, Afghanistan und dem Irak. Doch obwohl sie zum Teil Gewalterfahrungen mitbringen, begehen diese Menschen seltener Gewaltdelikte als etwa Asylbewerber aus Südosteuropa oder Nordafrika.

Was sagt uns das?
Aus Kriegsgebieten wie Syrien fliehen Arme, Reiche, Mittelständler, Arbeiter, Bauern und Intellektuelle – im Prinzip jeder, der um sein Leben fürchtet. Ein großer Teil der jungen Nordafrikaner dagegen, die nach Deutschland kamen, führte schon in der Heimat ein Leben am Rande der Gesellschaft. Es sind viele Jungen aus kaputten Familien darunter, die zum Teil auch schon im Herkunftsland mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren.

Mit Verwendung von SZ-Material (Christina Sticht und Corinna Buschow).

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein