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Maciej Spiczak

Wann kommen endlich die Saarland-Emojis?

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Ganz wichtig: Der Globus-Fleischkäse-Endstück-Emoji. Grafik: instagram.com/griefmaker

Abraham Lincoln und das (erste?) Emoji
Es ist der 7. August 1862.
In der New York Times erscheint ein Zeitungsartikel, in dem eine Rede des US-Präsidenten Lincoln wiedergegeben wird. Soweit also nichts Besonderes. 142 Jahre später, im Jahre 2004, machen Sprachwissenschaftler, Historiker und Informatiker in jenem Zeitungsartikel allerdings eine außergewöhnliche Entdeckung: „[...] being here yourselves, (applause and laughter ;) and I offer [...].“ 

Na, habt ihr's bemerkt? Vor der zweiten runden Klammer befindet sich ein Strichpunkt, auch Semikolon genannt. Heutzutage würden wir diese Zeichenkombination als zwinkerndes Gesicht „lesen“.  Bleibt also die Frage: War das Ganze im Jahr 1862 Druckfehler oder Absicht? Die Experten sind sich nicht sicher. 

Gewiss hingegen ist die Tatsache, dass Emojis, Smileys, Emoticons und Co. schon seit vielen Jahren nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind. Sei es aus dem Whatsapp-Chat, beim Tragen von Emoji-Shirts (was soll das eigentlich?) oder dem Emoji-Film (auch hier: Was soll das eigentlich?).

Ein kleiner Emoji-Stammbaum
So selbstverständlich wie wir die bunten Bildchen tagein tagaus auch benutzen: Emojis sind nicht gleich Emojis. Und Emoticons oder Smileys ebenso wenig. Doch wo sind da die Unterschiede?

Der „klassische“ Smiley besteht aus den Zeichen „Doppelpunkt“ sowie „runde Klammer“. 1982 hat Professor Scott E. Fahlman in einer Mail an seine Studenten vorgeschlagen, diese beiden Zeichen seitwärts zu lesen - um somit in einem Text Witz oder Ironie zu markieren. In diesem Augenblick war das erste Emoticon geboren.

Emoticons bestehen also aus Zeichen (Satz-, Sonderzeichen sowie Buchstaben) und repräsentieren damit einen bestimmten Gefühlszustand. Emojis hingegen gibt es erst seit den Neunziger Jahren. Im Gegensatz zu den Emoticons werden sie nicht als Zeichen, sondern bereits als fertige Grafiken (um genau zu sein Ideogramme, also Bildzeichen) dargestellt.

Was kam zuerst: Das Huhn- oder das Ei-Emoji?
Bevor wir uns nun den Saar-Emojis widmen, müsste noch eine Frage geklärt werden: Wer entscheidet eigentlich, dass Spiegelei-, Sportarten- und Schlangen-Emojis ins Smartphone kommen - Windhund, Wirsing oder Waschmaschine nicht?

Die Antwort: Das Unicode-Konsortiumin Kalifornien. Dabei handelt es sich um ein gemeinnütziges Gremium, das zum Teil aus Konzernen wie Microsoft oder Apple besteht. Das Konsortium entscheidet einmal im Jahr, was genau zum Emoji wird - und was nicht.

Die große Stunde der Saar-Emojis
Erst einmal die gute Nachricht: Jeder Nutzer kann neue Emojis beantragen. Das geht über dieses Formular. Neben Bezeichnung und Beispiel-Bild spielen allerdings viele Faktoren eine Rolle, die über eine Zulassung entscheiden. Dazu gehören unter anderem:

- Kompatibilität
mit bestehender Software, etwa WhatsApp oder Snapchat

- Multiple Bedeutungen
(das Hai-Emoji steht zum Beispiel nicht nur für das Tier, sondern auch für den Kredithai oder eine gierige Person)

- Erkennbarkeit des Bildzeichens
(Benutzer müssen klar erkennen können, was mit dem Emoji abgebildet werden soll)

Auf unsere Beispiele trifft das doch zu, oder?

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Diesen Wuchtbrummer habt ihr ja schon in der Vorschau gesehen.

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Ebenso essentiell: Die goldbraune Maggi-Würze.

Darüber hinaus wären natürlich noch folgenden Emojis wichtig: die Saarschleife, ein Ring Lyoner, Ur-Pils oder auch ein Schwenker. Und den können wir dann für den Schwenker im Weck sowie den Schwenkgrill verwenden. Geil, oder?

Das letzte Wort
Selbst wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind: Eine Aufnahme durch das Unicode-Konsortium heißt noch lange nicht, dass die Emojis auch überall erscheinen. Letztendlich entscheiden die jeweiligen Software-Entwickler von iOS, Android und Co., wann und ob die neuen Bildzeichen überhaupt integriert werden. 

Wir fangen dann gleich mal an, unseren Saar-Emoji-Antrag an das Unicode-Konsortium zu verfassen. Und wenn der Antrag durch ist (das wird doch wohl klappen), müsste nur noch eine Kleinigkeit passen: Hoffentlich hat einer der Software-Entwickler uff da Grub geschafft.

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