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Frankreich vor der Stichwahl: Macron ist Favorit

Emmanuel Macron wehrt sich nach einem TV-Duell mit seiner Konkurrentin Marine Le Pen juristisch gegen Gerüchte über ein Konto in einem Steuerparadies. Foto: Eric Feferberg

Emmanuel Macron wehrt sich nach einem TV-Duell mit seiner Konkurrentin Marine Le Pen juristisch gegen Gerüchte über ein Konto in einem Steuerparadies. Foto: Eric Feferberg

Der Präsidentschaftswahlkampf in Frankreich neigt sich dem Ende entgegen. Der sozialliberale Kandidat Emmanuel Macron warb in seiner letzten Kundgebung am Donnerstagabend um linke Wähler, die seinem Programm skeptisch gegenüberstehen.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen schwor ihre Anhänger bei einem Auftritt in Nordfrankreich auf das Finale ein und präsentierte sich erneut als «Stimme des Volkes» gegen «das System». An diesem Freitag ist der letzte Tag des Wahlkampfs, danach dürfen Medien keine neuen Interviews mit den Finalisten mehr veröffentlichen.

Die Stichwahl am Sonntag wird in ganz Europa mit Spannung erwartet: Sie gilt wegen Le Pens Anti-EU-Kurs als Richtungsentscheidung für den Kontinent . Der pro-europäische Ex-Wirtschaftsminister Macron geht als Favorit in das Duell.

So kurz vor dem Finale der französischen Präsidentenwahl hat Emmanuel Macron seinen Vorsprung vor der Rechtspopulistin Marine Le Pen in Umfragen leicht ausgebaut. Eine Befragung von Ipsos/Sopra Steria sah Macron nach dem einzigen TV-Duell der beiden Kandidaten bei 61,5 Prozent, ein Plus um 2,5 Prozentpunkte seit Anfang der Woche.

Le Pen kam in der am Freitag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des öffentlich-rechtlichen französischen Rundfunks auf 38,5 Prozent der Befragten, die zur Wahl gehen und für einen der beiden Kandidaten stimmen wollen.

Allerdings äußerten 17 Prozent der Befragten, die ins Wahllokal gehen wollen, keine Wahlabsicht. Die Frage, wie viele und welche Wähler sich enthalten könnten, gilt als Unsicherheitsfaktor für die Stichwahl am Sonntag. Die Ipsos-Umfrage wurde am Donnerstag erstellt, dem Tag nach einer harten Auseinandersetzung Macrons und Le Pens im Fernsehen. Die Franzosen wählen ihren Staatschef an diesem Sonntag.

In einer weiteren Umfrage des Instituts Elabe lag Macron bei 62 Prozent, Le Pen bei 38 Prozent. Freitag war offiziell der letzte Tag des Wahlkampfs, danach dürfen keine neuen Umfragen mehr veröffentlicht werden.

Ein Sieg Le Pens würde die Europäische Union in eine möglicherweise fatale Krise stürzen. Die Kandidatin der rechtsextremen Front National (FN) will in Frankreich wieder eine nationale Währung einführen und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft ansetzen.

Beide Kandidaten warben am Donnerstag bei Freiluftkundgebungen um Wähler. Der 39 Jahre alte Ex-Wirtschaftsminister Macron appellierte im südfranzösischen Albi an die Anhänger des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon, der im ersten Wahlgang vor knapp zwei Wochen ausgeschieden war. Er lobte die «demokratische Vitalität» von Mélenchons Bewegung «Das aufsässige Frankreich». Der Linkskandidat hatte im ersten Wahlgang 19,6 Prozent der Stimmen bekommen. Er ist zwar gegen Le Pen, gab aber keine klare Wahlempfehlung für Macron ab. Viele seiner Anhänger liebäugeln mit einer Enthaltung, weil sie Macrons wirtschaftsfreundliche Positionen ablehnen.

Le Pen wies Kritik an ihrem aggressiven Auftreten im einzigen TV-Duell mit Macron am Mittwochabend zurück. Sie habe «die Wut dieser stillen Mehrheit ausgedrückt», «was das System weder sehen noch hören will». «Meine Worte waren nur das Echo der sozialen Gewalt, die in diesem Land explodieren wird», sagte sie. Macron warf ihr in einem Interview der Zeitung «Le Parisien» einen «Kult der Lüge» vor. «Die Lösung für jedes Problem ist die Zerstörung des Fremden, die Spannung mit den Nachbarländern, die Demagogie gegenüber unseren Mitbürgern und die persönliche Beschimpfung», sagte er.

Die gemäßigten Kräfte der französischen Politik haben sich hinter Macron gestellt. In Deutschland haben sich sowohl Kanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz klar für Macron ausgesprochen. Am Donnerstag unterstützte auch der frühere US-Präsident Barack Obama den früheren Wirtschaftsminister: «Er hat sich für liberale Werte eingesetzt», sagte er in einem Video. «Er spricht die Hoffnungen der Menschen an, nicht ihre Ängste.»

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping warnte am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow «Maybrit Illner» davor, den unabhängigen Kandidaten Macron «zur Lichtgestalt» zu erheben. «Das Beste, was ich über ihn sagen kann ist, dass er nicht Marine Le Pen ist und dass er uns hoffentlich hilft, sie zu verhindern.» Macron stehe für eine Politik, die den Unmut in Frankreich steigern werde.

Beide Kandidaten haben an diesem Freitag noch Interviews vorgesehen, andere Auftritte sind nicht angekündigt. Am Samstag können dann schon die ersten Franzosen ihre Stimme abgeben: In manchen französischen Überseegebieten wird wegen der Zeitverschiebung schon einen Tag früher gewählt. Zentrale Herausforderungen für den Wahlsieger werden die hohe Arbeitslosigkeit und der Kampf gegen den Terror sein.

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