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Papst-Appell: Hoffnung trotz Leids nicht aufgeben

Gläubige verfolgen auf dem Petersplatz im Vatikan die Ostermesse. Foto: Andrew Medichini

Gläubige verfolgen auf dem Petersplatz im Vatikan die Ostermesse. Foto: Andrew Medichini

Papst Franziskus hat an Ostern die Gläubigen dazu aufgerufen, die Hoffnung trotz des vielen Leids nicht zu verlieren. In seiner Osterbotschaft richtete er einen Friedensappell an die Welt.

Allen voran müssten die Anstrengungen derjenigen unterstützt werden, die sich für die kriegsleidende Bevölkerung in Syrien einsetzten. Die Menschen seien «Opfer eines Krieges geworden (...), der nicht aufhört, Horror und Tod zu säen», sagte der Argentinier von der Loggia des Petersdoms, bevor er vor 60 000 Gläubigen aus aller Welt auf dem Petersplatz den apostolischen Segen «Urbi et Orbi» («Der Stadt und dem Erdkreis») sprach.

Der Papst verurteilte den jüngsten Autobombenanschlag mit mehr als 100 Toten in Syrien. «Die letzte schändliche Attacke auf Flüchtlinge hat zahlreiche Tote und Verletzte gefordert», sagte er. Am Samstag war westlich der Stadt Aleppo eine Autobombe explodiert, wo Busse mit umgesiedelten Syrern an Bord auf die Weiterfahrt warteten. Nach Angaben von Aktivisten starben dabei mindestens 112 Menschen.

«Aber wenn der Herr auferstanden ist, wie können dann diese Dinge passieren?», fragte der Papst während der Ostermesse, in der er anders als sonst eine Predigt sprach. «Wie kann so viel Unglück geschehen, Krankheiten, Menschenhandel, Kriege, Zerstörung, Verstümmelungen, Vergeltung, Hass, wo ist der Herr?» Für vieles gebe es keine Erklärung. Man dürfe sich deshalb aber nicht verschließen, sondern müsse nach vorne blicken. «Dort ist keine Mauer, dort ist der Horizont», sagte der Papst. Als Franziskus seine Predigt beendete, setzte heftiger Regen ein. Die durchnässte Menge jubelte dem Pontifex zu, als er mit dem Papamobil eine Runde über den Petersplatz drehte.

In seiner Osterbotschaft versicherte Franziskus den Gläubigen: «Der auferstandene Hirte macht sich zum Weggefährten all derer, die gezwungen sind, aufgrund bewaffneter Konflikte, terroristischer Angriffe, Hungersnöte oder unterdrückerischer Regime die eigene Heimat zu verlassen.» Die «erzwungenermaßen umherziehenden Migranten» seien auf ihrem Weg nicht allein.

Das katholische Kirchenoberhaupt rief zum Ende der Osterfeierlichkeiten im Vatikan außerdem zu Frieden etwa im Südsudan und in der Ukraine auf. Der Argentinier forderte, bei der Suche nach friedlichen Lösungen der Konflikte in Lateinamerika voranzuschreiten. Auch erinnerte Franziskus an Menschen, die Hunger leiden und andere Krisen und Schwierigkeiten wie die Arbeitslosigkeit durchlebten.

Auch im Heiligen Land feierten Christen aus aller Welt die Auferstehung von Jesus Christus. Der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa zelebrierte in der frisch renovierten Grabeskirche in Jerusalem eine Messe. Die Grabkapelle steht nach christlicher Überlieferung an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde. Die Oberhäupter der verschiedenen Kirchen in Jerusalem forderten in einer Osterbotschaft Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden.

In diesem Jahr sind besonders viele Pilger zu Ostern nach Jerusalem gekommen. Das Osterfest der westlichen und der orthodoxen Kirchen fällt 2017 zusammen, darauf machte auch der Papst aufmerksam. Außerdem begehen die Juden in dieser Woche das Pessach-Fest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert. Rund 80 000 christliche und fast ebenso viele jüdische Pilger wurden aus dem Ausland erwartet.

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