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Philippinische Luftwaffe tötet eigene Soldaten

Verteidigungsminister Delfin Lorenzana: «Das ist traurig. Aber manchmal passiert so etwas.» Foto: Aaron Favila

Verteidigungsminister Delfin Lorenzana: «Das ist traurig. Aber manchmal passiert so etwas.» Foto: Aaron Favila

Auf den Philippinen hat die Armee im Kampf gegen islamistische Rebellen aus Versehen mindestens elf eigene Soldaten getötet. Die Männer kamen nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der umkämpften Stadt Marawi bei einem Luftangriff ums Leben, der eigentlich Aufständischen galt.

Damit stieg die Zahl der Todesopfer seit Ausrufung des Kriegsrechts über die Philippinen-Insel Mindanao vergangene Woche bereits auf mehr als 180. Verteidigungsminister Delfin Lorenzana bestätigte den fehlgeschlagenen Angriff in der Hauptstadt Manila mit den Worten: «Das ist traurig. Aber manchmal passiert so etwas.» Sieben weitere Soldaten wurden verletzt.

Bei dem Angriff waren nach Angaben des Ministers zwei Kampfbomber im Einsatz. Die erste Maschine habe ihr Ziel getroffen. Eine Bombe der zweiten Maschine traf dann jedoch die eigenen Leute. Lorenzana sagte, möglicherweise sei «nicht richtig koordiniert» worden. Unklar sei, ob der Fehler vom Piloten oder am Boden gemacht wurde. Die Flugzeuge des Typs Marchetti SF260W sollen jetzt zunächst einmal am Boden bleiben.

Die Stadt auf Mindanao - etwa 800 Kilometer südlich von Manila - ist seit Dienstag vergangener Woche zwischen Regierungstruppen und Rebellen heftig umkämpft. Von den eigentlich mehr als 200 000 Einwohnern sind Zehntausende geflohen. Auf Anordnung von Präsident Rodrigo Duterte gilt für die gesamte Insel mit mehr als 20 Millionen Bewohnern das Kriegsrecht. Er drohte auch schon damit, das Kriegsrecht auf das ganze Land auszuweiten.

Die Kämpfe hatten mit einem Versuch der Regierungstruppen begonnen, in Marawi einen berüchtigten Anführer der Terrorgruppe Abu Sayyaf festzunehmen. Daraufhin holten die Aufständischen Verstärkung herbei. Nach Regierungsangaben wurden inzwischen 120 Rebellen getötet, darunter auch Kämpfer aus Saudi-Arabien und Tschetschenien.

Die Islamisten behaupten, mehrere Dutzend Zivilisten in ihrer Gewalt zu haben. Eine der Geiseln, der katholischer Pfarrer Teresito Suganob, bat Duterte in einem Video-Appell darum, die Regierungstruppen abzuziehen. Er sprach von «annähernd 240 Kriegsgefangenen», die die Islamisten gemacht hätten. Zuverlässig nachprüfen ließ sich das nicht.

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