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Prozessbeginn: Südkoreas Ex-Präsidentin Park in Handschellen

Die frühere Präsidentin von Südkorea wird von Polizisten zum Beginn ihres Prozesses zum Gericht begleitet. Foto: Kim Hong-Ji

Die frühere Präsidentin von Südkorea wird von Polizisten zum Beginn ihres Prozesses zum Gericht begleitet. Foto: Kim Hong-Ji

Zweieinhalb Monate nach ihrer Amtsenthebung wegen eines Korruptionsskandals hat Südkoreas frühere Präsidentin Park Geun Hye (65) vor Gericht alle Vorwürfe bestritten.

Parks Anwalt habe zum Auftakt des Prozesses gegen seine Mandantin argumentiert, die Anschuldigungen beruhten auf «Schlussfolgerungen und Fantasie, ohne strikte Beweise», berichteten südkoreanische Sender. Ihre Position sei die gleiche wie die ihrer Anwälte, wurde Park zitiert. Vor den Toren des Gerichtsgebäudes demonstrierten zahlreiche Anhänger Parks für ihre Freilassung.

Das Verfassungsgericht hatte die konservative Politikerin im März wegen ihrer Rolle in einer Korruptionsaffäre um eine enge Vertraute des Amtes enthoben. Park muss sich vor Gericht wegen Bestechlichkeit, Machtmissbrauch, Nötigung sowie Weitergabe geheimer Regierungsdokumente und anderer Vorwürfe verantworten. Im Falle einer Verurteilung droht ihr eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang. 

Nach der Fahrt von der Haftanstalt wurde Park in Handschellen, jedoch ohne Häftlingskleindung zum Gebäude des zentralen Seouler Bezirksgericht eskortiert. Im Gerichtssaal nahm die in dunkelblauem Hosenanzug gekleidete Ex-Präsidentin ohne die Fesseln auf der Anklagebank Platz. An ihrem Revers steckte ein Knopf mit der Häftlingsnummer 503. Auf die Frage nach ihrem Beruf antwortete sie: «Ich übe keinen Beruf aus.» Die erste Sitzung endete den Berichten zufolge nach etwa drei Stunden, der nächste Gerichtstermin wurde für diesen Donnerstag anberaumt. 

Es war der erste öffentliche Auftritt der Tochter des früheren Militärdiktators Park Chung Hee seit ihrer Verhaftung Ende März. Gegen sie liegen 18 Anklagepunkte vor, die meisten stehen im Zusammenhang mit dem Skandal um ihre langjährige Freundin Choi Soon Sil, die am Dienstag ebenfalls vor Gericht erschien. 

Aus Sicht der Verfassungsrichter hatte es die frühere Präsidentin zugelassen, dass sich ihre Freundin in die Regierungsgeschäfte eingemischt hat. Choi hat nie ein öffentliches Amt inne gehabt. Sie soll dank ihrer Beziehung zu Park zahlreiche Unternehmen einschließlich der Samsung-Gruppe genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern. Auch steht Park im Verdacht, in der Erstellung einer schwarzen Liste von mehr als 9000 Kulturschaffenden und Künstlern beteiligt zu sein, die der ehemaligen Präsidentin gegenüber kritisch waren. 

Das Parlament hatte im Dezember ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park eingeleitet. Mit ihrer Absetzung als Staatsoberhaupt am 10. März verlor sie auch ihre Immunität. Zuvor hatte es monatelang Straßendemonstrationen gegen Park gegeben. Am 9. Mai wurde der linksliberale Politiker Moon Jae In bei einer vorgezogenen Präsidentenwahl zum Nachfolger Parks gewählt. 

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