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Südkoreas Präsident will stärker auf Kim Jong Un zugehen

Der neu gewählte Präsident Südkoreas spricht während der Zeremonie zu seiner Amtseinführung. Foto: Ahn Young-Joon

Der neu gewählte Präsident Südkoreas spricht während der Zeremonie zu seiner Amtseinführung. Foto: Ahn Young-Joon

Einen Tag nach seiner Wahl hat sich Südkoreas neuer Präsident Moon Jae In grundsätzlich zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bereiterklärt.

Für solch einen Besuch in Nordkorea müssten aber die «richtigen Voraussetzungen» gegeben sein, betonte der linksliberale Politiker nach seiner Vereidigung als neues Staatsoberhaupt. Er wolle sich dafür einsetzen, die derzeitigen «Herausforderungen für die Sicherheit» zu lösen und sein Bestes für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel geben. 

Unter Hinweis auf die angespannte Lage in der Region sagte er, er werde - wenn nötig - direkt nach Washington fliegen. Auch wolle er nach Peking und Tokio reisen. Konkrete Besuchspläne nannte er zunächst nicht. 

Moon hatte vor seiner Wahl am Dienstag angekündigt, im Falle seines Sieges an die auch als «Sonnenscheinpolitik» bezeichnete Annäherung zu Nordkorea unter den früheren liberalen Präsidenten anzuknüpfen. Er machte jedoch klar, dass ein Dialog schwierig sein werde, sollte Pjöngjang einen weiteren Atomtest durchführen. 

Nach neuen Raketentests durch Nordkorea drohte US-Präsident Donald Trump mehrfach mit Alleingängen im Konflikt um das Atomprogramm des Landes. Auch Militärschläge schloss er nicht aus. Als Demonstration der Stärke hatten die USA Ende April zum zweiten Mal in diesem Jahr den Flugzeugträger «USS Carl Vinsson» in Gewässer nahe der koreanische Halbinsel geschickt. 

Auch durch seine Ernennung des langjährigen Geheimdienstbeamten Suh Hoon zum neuen Leiter des staatlichen Aufklärungsdienstes (NIS) deutete Moon an, wieder stärker auf die kommunistische Führung in Pjöngjang zugehen zu wollen. Suh spielte bei den Vorbereitungen der bisher einzigen beiden Gipfeltreffen Süd- und Nordkoreas in den Jahren 2000 und 2007 eine wichtige Rolle. Noch sei es zu früh, darüber zu sprechen, «doch wir brauchen solch ein Gipfeltreffen», sagte Suh laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap nach seiner Ernennung. 

Moon nominierte zudem den Gouverneur der Provinz Süd-Jeolla und Parteifreund Lee Nak Yon als Ministerpräsidenten. Der frühere Abgeordnete soll Nachfolger des scheidenden Regierungschefs Hwang Kyo Ahn werden, der seit der Absetzung von Moons Vorgängerin Park Geun Hye im März die Amtsgeschäfte des Präsidenten kommissarisch leitete. Der Nominierung Lees muss allerdings das Parlament nach einer Anhörung noch zustimmen. 

Moon hatte die Wahl am Dienstag mit großem Vorsprung gewonnen und damit nach neun Jahren konservativer Regierungen einen Machtwechsel vollzogen. Die Wahl wurde durch die Amtsenthebung Park Geun Hyes vor zwei Monaten wegen Korruptionsvorwürfen vorgezogen. 

Bei der Wahl entfielen auf Moon nach Angaben der staatlichen Wahlkommission 41,1 Prozent der abgegebenen Stimmen. Der 64-jährige Moon von der Demokratischen Partei gewann mit deutlichem Abstand vor seinen beiden größten Konkurrenten: Für den Konservativen Hong Jun Pyu stimmten 24 und für den Zentrumspolitiker Ahn Cheol Soo 21,4 Prozent der Wähler. Er wolle ein «neues Korea» schaffen und Präsident aller Südkoreaner sein, sagte Moon nach seiner Vereidigung. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Moon zur Wahl. Sie freue sich darauf, ihn als Gast auf dem G20-Gipfel in Hamburg im Juli zu begrüßen, hieß es in einer Mitteilung. 

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