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Trump twittert Video mit «Faustkampf gegen CNN»

Lässt Fäuste sprechen: US-Präsident Donald Trump. Foto: Patrick Semansky

Lässt Fäuste sprechen: US-Präsident Donald Trump. Foto: Patrick Semansky

Mit seinem Video gegen den Sender CNN hat US-Präsident Donald Trump in der Medienwelt Empörung und Sorge um die Pressefreiheit ausgelöst.

CNN und große US-Medien wie die «Washington Post» verurteilten den Clip als Aufruf zur Gewalt, der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach von «Hetze gegen Journalisten». Die Aufnahme aus einer alten Wrestling-Show zeigt, wie Trump einem Mann ins Gesicht schlägt, dessen Gesicht in der überarbeiteten neuen Version mit einem CNN-Logo überblendet ist.

Trump selbst verbreitete den Clip über Twitter weiter. Der Kurznachrichtendienst sah dabei keinen Verstoß gegen seine Regeln. Wenn man den politischen Kontext, die möglichen Interpretationsweisen und das Fehlen von Details in dem Tweet selbst berücksichtige, verstoße die Weiterleitung des Videos durch Trump nicht gegen die Unternehmensrichtlinien, teilte Twitter in San Francisco mit.

Twitter kann Benutzerkonten sperren, wenn über sie Gewalt gegen Menschen angedroht wird oder wenn die Kontoinhaber sich an einem «gezielten Missbrauch oder der Belästigung anderer» beteiligen. Nach Trumps Tiraden war die Sperrung seines Kontos gefordert worden.

Bis heute wurde die Nachricht über 293 000 mal retweetet. Über 479 000 Nutzer klickten «Gefällt mir» an.

Das amerikanische Reporters Committee for Freedom of the Press erklärte, Trumps Tweet sei «unter der Würde des Präsidentenamtes» aber traurigerweise «nicht unter der Würde dieses Präsidenten». «Niemand sollte wegen Ausübung seines Jobs mit Gewalt bedroht werden», hieß es. «Pressefreiheit ist ein Eckstein unserer Demokratie.» Das Committee to Protect Journalists warnte laut «New York Times», einzelne Medien ins Visier zu nehmen nähre ein Umfeld, in dem «sogar physischer Angriff als akzeptabel aufgefasst» werde.

Der DJV fordert Trump auf, die «Hetze gegen Journalisten» zu beenden. «Heute knüpft er sich CNN vor, morgen vielleicht die USA-Korrespondenten von ARD und ZDF», erklärte der DJV-Chef Frank Überall. Er appellierte an die USA-Korrespondenten, unbeirrt weiter kritisch und unvoreingenommen zu berichten.

Der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen (ROG), Christian Mihr, warnte: «Mit jeder derartigen Äußerung Trumps steigt die Gefahr, dass irgendein Eiferer ihn beim Wort nimmt und tatsächlich zu Gewalt gegen Journalisten greift.» Trumps Ausfälle seien außerdem ein verheerendes Signal für autokratische Herrscher weltweit, die von einem solchen US-Präsidenten keine Kritik mehr an ihren eigenen Übergriffen auf unabhängige Journalisten befürchten müssten.

Trump liegt seit langem mit den Medien im Clinch und hat seine Angriffe in den vergangenen Tagen verschärft. Insbesondere schoss er sich dabei auf zwei Moderatoren des Senders MSNBC und auf CNN ein. Er warf dem Sender «Müll-Journalismus» vor und verbreitete dann am Sonntag über Twitter die manipulierte Version einer zehn Jahre alten Aufzeichnung, die seinen Auftritt bei einer Wrestling-Show zeigt.

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