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1899 auf Europa-Weg bereit für die Bayern - Hertha sauer

Nach dem 3:1 bei der Hertha träumen die Hoffenheimer von der Champions League. Die Berliner sind frustriert. Foto: Soeren Stache

Nach dem 3:1 bei der Hertha träumen die Hoffenheimer von der Champions League. Die Berliner sind frustriert. Foto: Soeren Stache

Jetzt werden die Hoffenheimer richtig mutig. Gleich nach dem beeindruckenden 3:1-Sieg bei der bis dahin stärksten Heimmannschaft der Liga schalteten Trainer Julian Nagelsmann und die Spieler von 1899 Hoffenheim auf den Bayern-Modus um.

«Es wird ein Spitzenspiel. Wir haben ein Heimspiel, wir gehen selbstbewusst rein und versuchen, ein gutes Spiel abzuliefern», erklärte TSG-Spielmacher Sebastian Rudy mit Blick auf das nächste Match der Kraichgauer in der Fußball-Bundesliga am Dienstag gegen den Rekordmeister aus München. Noch nie feierte Hoffenheim einen Sieg über den FC Bayern.

Hertha dagegen haderte nach der ersten Heimniederlage seit Dezember des Vorjahres erst einmal mit dem Schicksal und den Entscheidungen von Referee Benjamin Brand. Ein von Andrej Kramaric verwandelter Handelfmeter und ein Platzverweis für Herthas Jungprofi Maximilian Mittelstädt beeinflussten wesentlich den Auftakt des 26. Spieltages.

Trainer Pal Dardai beschwichtigte: «Schiedsrichter sind auch nur Menschen. Wir müssen das einfach akzeptieren und positiv bleiben.» Der Ungar rechnete vor, wie die Berliner am Saisonende Platz sechs erreichen können. «Man kann noch 24 Punkte holen, mit zwölf bleibst du oben. Das ist eine machbare Aufgabe», sagte Dardai.

Kapitän Vedad Ibisevic hatte nach der Partie geschimpft: «Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir sind verdient in Führung gegangen und kriegen dann so eine Entscheidung gegen uns. Bitter, das tut weh.» Auch die Gelb-Rote Karte für Mittelstädt hielten die Berliner für zu hart.

Mit Elf gegen Zehn nach einer Stunde dominierte Hoffenheim mit klugem Kombinationsspiel die Partie deutlich und kam durch ein klasse Weitschusstor von Niklas Süle und den zweiten Treffer von Kramaric zum sicheren Sieg. Herthas Verteidiger Peter Pekarik hatte die Gastgeber vor 42 401 Zuschauern mit dem ersten Tor in seinem 151. Bundesligaspiel in Führung gebracht. «Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht», betonte Coach Nagelsmann.

Die nun weiter steigende Euphorie im Team auf dem Weg zu einem möglichen Platz in der Champions League will der Trainer gar nicht bremsen. «Ich bin kein Mahner. Ich habe bei meiner Mannschaft noch nie Überheblichkeit festgestellt. Wir sind ja nun schon längere Zeit in oberen Tabellenregionen. Ich halte davon gar nichts, in guten Zeiten zu sagen, es wird auch wieder schlimmer», sagte Nagelsmann.

«Es war schon ein wichtiger und schöner Sieg, auch tabellarisch», bemerkte Nagelsmann angesichts von 48 Punkten, mit denen sich die Hoffenheimer nun mit Leipzig und Dortmund um die Plätze hinter Spitzenreiter FC Bayern bewerben. Hertha ist mit weiter 40 Zählern nun deutlich zurück. Die Vorfreude bei den Profis von Nagelsmann auf das Duell mit dem Team von Trainer Carlo Ancelotti ist groß. «Julian wird uns wieder einen Super-Plan an die Hand geben, so dass wir top vorbereitet sind. Und dann versuchen wir, auch die Bayern vor Probleme zu stellen», erklärte der künftige Bayer Süle, der in seinem 100. Bundesligaspiel zum wichtigen 2:1 traf.

Wie fokussiert die Hoffenheimer derzeit agieren, zeigt das Beispiel Sandro Wagner. Beim Ex-Herthaner stand nach einem Zusammenprall mit Ibisevic das oberste Glied seines linken Zeigefingers in einem ungesunden Winkel ab. Der Arzt musste den Finger auf dem Rasen wieder einrenken. «Es sah schlimmer aus, als es war, aber für so einen Actionfilm wäre es ganz gut gewesen», sagte Wagner. Ob der Finger gebrochen ist? «Ich kenne mich da nicht aus. Aber selbst wenn der Finger gebrochen wäre, würde mich das nicht behindern auf unserem Weg nach Europa», betonte der Stürmer.

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