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Beiersdorfer verlässt den Hamburger SV

Dietmar Beiersdorfer verlässt den HSV zum Jahresende. Foto: Axel Heimken

Dietmar Beiersdorfer verlässt den HSV zum Jahresende. Foto: Axel Heimken

Dietmar Beiersdorfer hat das Kapitel Hamburger SV beendet. Der Vorstandsvorsitzende wird den Fußball-Bundesligisten zum Jahresende verlassen.

Ein Angebot von seinem Nachfolger Heribert Bruchhagen, nach der Kündigung als Club-Chef weiter als Sportdirektor zu wirken, schlug der Franke aus. «Wir haben uns in den vergangenen Tagen mehrfach über die Zukunft unterhalten. Letztlich hat Dietmar mir signalisiert, dass er sich die Rolle als Sportdirektor aktuell nicht vorstellen kann. Das akzeptiere und respektiere ich», wird Bruchhagen auf der HSV-Homepage zitiert. Beiersdorfer lenkte seit 2014 die Geschicke des Vereins, seit Mai in Doppelfunktion als Vorstandschef und Sportdirektor.

«Die Trennung fällt mir wahnsinnig schwer. Trotzdem bin ich nach reiflicher Überlegung zum Entschluss gekommen, dass ich meine Tätigkeit hier in Kürze beenden werde. Der HSV braucht Klarheit und Verlässlichkeit in den Entscheidungen, damit die Verantwortlichen in Zukunft in Ruhe arbeiten können», sagte Beiersdorfer. Der Zuspruch, den er erhalten habe, berühre ihn sehr: «Ich möchte mich bei allen Fans und Anhängern unseres Clubs ganz herzlich für die Unterstützung bedanken ? gerade auch in schwierigen Zeiten», sagte er. «Die sehr positive Entwicklung unserer Mannschaft in den vergangenen Wochen, angeführt von Markus Gisdol und seinem Trainerteam, stimmt mich sehr positiv, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich fortgesetzt werden kann.»

Beiersdorfer war zuletzt vorgehalten worden, dass er trotz einer Gesamtinvestition von 90 Millionen Euro keinen Schritt mit der Mannschaft weitergekommen sei. Auch die Gehälter der Profis sind für eine vom Abstieg bedrohte Mannschaft extrem hoch.

Damit verlässt Beiersdorfer wie schon 2009, als er im Zwist mit Vorstandsboss Bernd Hoffmann ging, seinen Lieblingsclub nicht ganz freiwillig. Bei seiner Vorstellung nannte er den HSV liebevoll «sein Baby». Als entmachteter Chef kann er sich eine Weiterbeschäftigung aber einfach nicht vorstellen. Die schwere Entscheidung wird ihm mit einer hohen Abfindung versüßt - sein Vertrag galt noch bis Sommer 2018. Sichtlich bewegt verabschiedete sich der 53-Jährige vor dem 2:1 gegen den FC Schalke 04 bereits von den Spielern.

Bruchhagen muss nun schnell einen sportlichen Leiter präsentieren. «Vordringlichste Aufgabe ist es nun, die vom Trainer gewünschten Ergänzungen des Kaders im Rahmen unserer Möglichkeiten vorzunehmen», sagte der 68-Jährige. Die anstehenden Transfers im Winter werde er gemeinsam mit den Fachabteilungen abwickeln. Nach übereinstimmenden Medienberichten steht der Kölner Stammspieler Mergim Mavraj kurz vor einem Wechsel an die Elbe. «Wir sind teilweise sehr weit. Es wird in den nächsten Tagen etwas zu vermelden geben», kündigte Gisdol zu Verpflichtungen an.

Weit weg von Hamburg wird der Fußball-Lehrer nach den Turbulenzen über Weihnachten richtig durchschnaufen. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er Beiersdorfer sehr verbunden war. «Die drei Monate waren schon extrem, ich bin froh, dass Pause ist. Wir sollten den Akku so weit wie möglich auftanken», sagte der Schwabe, düste ins heimatliche Bad Überkingen bei Göppingen und liebäugelt auch mit einem Urlaubstrip.

Der zweite Heimsieg nacheinander, 13 Punkte und der inzwischen temporeiche Fußball machen dem erst im September engagierten Coach Mut für die Rückrunde. In der Abwehr muss aber dringend Verstärkung kommen. Viel Arbeit wartet auf Gisdol in der kurzen Vorbereitungszeit, Entwarnung ist keineswegs angesagt: «Wir sind noch längst nicht übern Berg, aber wir haben die Grundlage gelegt.»

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