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CAS: Leverkusener Calhanoglu für vier Monate gesperrt

Leverkusen muss den Rest der Saison auf Hakan Calhanoglu verzichten. Foto: Federico Gambarini

Leverkusen muss den Rest der Saison auf Hakan Calhanoglu verzichten. Foto: Federico Gambarini

Fußball-Profi Hakan Calhanoglu von Bayer Leverkusen ist vom Internationalen Sportgerichtshofs für vier Monate gesperrt worden. Der CAS bestätigte eine Entscheidung des Weltverbandes FIFA von Anfang 2016.

Dem 22-Jährigen wird Vertragsverletzung vorgeworfen. Die Sperre gilt von sofort an. Zudem muss er 100 000 Euro Strafe zahlen. Der Richter-Spruch ist nicht anfechtbar.

Für den türkischen Nationalspieler ist die Saison damit beendet. Er wird dem Tabellenneunten schon am Freitag im Auswärtsspiel bei seinem früheren Verein Hamburger SV fehlen. Von dort wechselte Calhanoglu im Jahr 2014 für gut 14 Millionen Euro nach Leverkusen.

Hintergrund des Urteils ist eine Auseinandersetzung zwischen Calhanoglu und dem türkischen Verein Trabzonspor. Der türkische Nationalspieler hatte 2011 als 17-Jähriger einen Vertrag mit Trabzonspor unterschrieben. Er verlängerte dann jedoch seinen Vertrag beim Karlsruher SC und wechselte später zum HSV. Trabzonspor sah darin eine Vertragsverletzung, der Sichtweise schloss sich die FIFA an.

Calhanoglu gab sich im Interview des Kölner «Express» kämpferisch. Er habe schon einiges in seiner Karriere erlebt. «Diese Angelegenheit wird mich nur noch stärker machen.» Das Schlimmste sei für ihn, dass sein Club in Mitleidenschaft gezogen werde. «Das macht mich traurig. Ich habe Schuldgefühle, es tut mir unendlich leid.»

Er habe 2011 zufällig mitbekommen, «dass sich mein Vater in Darmstadt in einem Restaurant mit Vertretern von Trabzonspor trifft». Sein Vater habe zu ihm gesagt, er müsse den Vertrag unterschreiben. «In unserer Kultur hat der Vater das Sagen. Es gehört sich nicht, ihm keinen Respekt entgegen zu bringen», meinte Calhanoglu. «Ich war 17 Jahre alt und war mir der Tragweite nicht bewusst. Ich hatte doch nur Fußball im Kopf.»

Gegen die von der FIFA ausgesprochene Sperre hatte unter anderen das Management von Calhanoglu Einspruch eingelegt. Bis zum CAS-Beschluss war die Suspendierung ausgesetzt. «Wir bedauern natürlich diese für uns in keiner Weise nachvollziehbare Entscheidung», sagte Sportdirektor Rudi Völler in einer Bayer-Stellungnahme. «Sie ist ein schwerer Schlag für Hakan, aber auch für uns. Obwohl Bayer 04 Leverkusen nichts mit den Vorgängen im Jahr 2011 zu tun hat, werden auch wir schwer bestraft. Nun fehlt uns in der entscheidenden Saisonphase ein ganz wichtiger Spieler.»

Bayer kämpft in der Bundesliga als Tabellenneunter um einen Europapokalplatz. In der Champions League spielt die Werkself im Achtelfinale gegen Atlético Madrid.

Auch Leverkusen-Geschäftsführer Michael Schade kritisierte das Urteil. «Es trifft neben dem Spieler einen Verein, der an den damaligen Ereignissen absolut unbeteiligt war. Leider bleibt uns nichts anderes übrig, als das Urteil hinzunehmen.»

Calhanoglu ist zusammen mit Stürmer Javier Hernandez der beste Torschütze in dieser Saison bei Bayer. Er erzielte bislang sechs Treffer. Auch als Vorbereiter ist er enorm wichtig für das Team.

Stellungnahme Bayer Leverkusen

CAS-Urteil - englisch

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