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Die Tops und Flops der Bundesliga-Saison 2016/17

Max Kruse trug maßgeblich dazu bei, dass der Abstiegskandidat Bremen sogar noch in Reichweite der Europa-League-Quali gelangte. Foto: Bernd Thissen

Max Kruse trug maßgeblich dazu bei, dass der Abstiegskandidat Bremen sogar noch in Reichweite der Europa-League-Quali gelangte. Foto: Bernd Thissen

Die 54. Saison der Fußball-Bundesliga ist vorbei, die Gewinner und Verlierer stehen fest: Aufsteiger RB Leipzig, die TSG 1899 Hoffenheim und der SC Freiburg erstaunten die Liga. Der Hamburger SV enttäuscht dagegen, und der VfL Wolfsburg befindet sich im spektakulären Sturzflug. 

TOPS

WERNER: Stürmer Timo Werner brachte mit seinen 21 Toren Aufsteiger RB Leipzig nach oben. Die Sachsen machten schon am 32. Spieltag die Teilnahme an der Champions League klar. Werner wurde mit 21 Jahren Nationalspieler. Nur eines hat er in dieser Spielzeit bereut: Seine Schwalbe gegen Schalke, über die sich viele aufregten. «Ich würde es wirklich gern rückgängig machen. Weil es nicht richtig war», sagt der Nationalstürmer.

AUBAMEYANG: Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang ist einmalig. Er trifft und trifft für Dortmund und lässt sich nicht verbiegen. Mal zieht er sich eine Maske seines Sponsors über den Kopf, mal muss es unbedingt ein Auslandstrip mit Party sein. Nicht immer ist die Borussia begeistert - seine 31 Tore sprechen aber für sich. Die Frage nach seiner Zukunft lässt der Gabuner offen. Paris Saint-Germain soll seine Fühler ausgestreckt haben. Auch in China soll es Interesse geben, wo der extrovertierte Star mit dem ausschweifenden Lebensstil wohl zig Millionen mehr verdienen könnte.

KÖLN: Nach 25 Jahren, die den 1. FC Köln auch fünfmal in die 2. Bundesliga trieben, meldet sich der Traditionsclub im Europapokal zurück. Die Leitung um Trainer Peter Stöger und Sportchef Jörg Schmadtke hat in den vergangenen Jahren aus der launischen Diva einen seriösen Bundesliga-Verein gemacht. Und als Tabellenfünfter ist der FC sogar direkt für die Gruppenphase der Europa League gesetzt.

NAGELSMANN: Mit 29 Jahren ist Julian Nagelsmann der jüngste Chefcoach der Bundesliga-Geschichte und wird eigentlich nur gelobt. Auch wenn am Ende seiner ersten kompletten Bundesliga-Saison die direkte Qualifikation für die Champions League knapp verfehlt wurde, kann er mit Hoffenheim ein positives Fazit ziehen. Spekulationen, er werde bald Bayern-Coach oder gar Nationaltrainer, begegnet der Youngster mit Humor.

LAHM: Philipp Lahm bestimmt sein Karriereende selbst. Schon in der Nationalmannschaft trat er ab, als es am schönsten war - nun macht er mit 33 Jahren auch als Kapitän beim FC Bayern München Schluss. «Auch Niederlagen gehörten dazu - das verlorene Champions-League-Finale war sehr emotional», sagte der Bayern-Kapitän. Wie es im Leben weitergeht, ließ der Verteidiger die Öffentlichkeit noch nicht wissen. Einen Sportchef-Posten bei den Bayern lehnte er ab.

KRUSE: Die Formsteigerung bei Max Kruse geht einher mit dem positiven Wandel von Werder Bremen. Mit seinen Einfällen und 15 Treffern trug der Offensiv-Spieler maßgeblich dazu bei, dass der Abstiegskandidat sogar noch in Reichweite der Europa-League-Qualifikation gelangte. Vergeblich machte sich Kruse, einst von Jogi Löw wegen Eskapaden aussortiert, jedoch Hoffnungen auf eine Nominierung des Bundestrainers für den Confed Cup im Sommer in Russland. Nun kann der 29-Jährige Urlaub planen.

STREICH: Seit fünf Jahren ist Christian Streich beim SC Freiburg Cheftrainer. Aus einer No-Name-Truppe macht er Jahr für Jahr eine Vorzeigemannschaft - die als Aufsteiger dieses Jahr sogar noch in die Europa League einziehen kann, wenn Dortmund das DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt gewinnt. Neben dem erfrischenden Fußball, den Streich spielen lässt, nimmt er auch kein Blatt vor den Mund, wenn er ein politisches Statement loswerden will oder sich zu sozialer Verantwortung bekennt. Egal, ob es um die Flüchtlingsfrage oder seine Haltung gegenüber der AfD geht.

FLOPS

WOLFSBURG: Der Pokalsieger von 2015 befindet sich in einem spektakulären Sturzflug. Bereits im Herbst trennte sich der Verein von Trainer Dieter Hecking. Nach der desolaten Hinrunde musste Geschäftsführer Klaus Allofs gehen. Doch trotz millionenschwerer Wintertransfers wurde es unter Heckings Nachfolger Valérien Ismaël nicht besser, und auch der dritte Coach innerhalb einer Saison, Andries Jonker, konnte den Sturz auf den Relegationsplatz nicht verhindern.

BEIERSDORFER: Das unglückliche Wirken des Dietmar Beiersdorfer beim Hamburger SV steht für den Niedergang des krisengeplagten Traditionsclubs. Obwohl es in der Sommerpause Streit um die Verpflichtungen gegeben haben soll, ging der Vorstandsvorsitzende mit Trainer Bruno Labbadia in die Saison und trennte sich bald. Und weil er Sportdirektor Peter Knäbel schon im Mai 2016 gefeuert hatte, übernahm er dessen Aufgaben einfach mit. Statt zu sparen, betrug der Etat rund 55 Millionen Euro - letztlich musste Beiersdorfer im Winter gehen, auch weil er viel zu zögerlich agierte.

SCHIEDSRICHTER: Neben vielen herausragenden Leistungen sorgten die Schiedsrichter wieder einmal für viel Gesprächsstoff. Selbst Routiniers wie Felix Brych und Wolfgang Stark hatten in dem Hochgeschwindigkeits-Spiel mitunter Probleme. Die Torlinientechnik wurde zwar eingeführt, nun sehnt mancher Fußball-Fan die Einführung des beschlossenen Videobeweises in der Liga zur neuen Serie herbei.

WENIG SPANNUNG IN DER LIGA: Das Titelrennen war langweilig und wird wohl langweilig bleiben - der FC Bayern ist unumstritten. Leipzig, Dortmund und Hoffenheim kommen einfach nicht an die Münchner heran. Vize-Meister Dortmund und die Emporkömmlinge aus Hoffenheim stritten sich jedoch bis zum letzten Spieltag um die direkte Qualifikation zur Königsklasse. Bis zuletzt spannend war auch der Kampf gegen die Relegation: Am Ende hatte zogen Hamburg und Augsburg den Kopf nochmals aus der Schlinge, Wolfsburg muss gegen den Tabellendritten der 2. Bundesliga nachsitzen.

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