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Gomez-Show bei Wolfsburger 3:3 in Leverkusen

Mario Gomez drehte mit einem Hattrick die Partie in Leverkusen. Foto: Rolf Vennenbernd

Mario Gomez drehte mit einem Hattrick die Partie in Leverkusen. Foto: Rolf Vennenbernd

Mario Gomez und Andries Jonker fielen sich in die Arme, doch die ganz große Freude wollte beim deutschen Nationalstürmer nicht aufkommen.

«Ich kann nicht glücklich mit dem Punkt sein, weil wir den Sieg verdient gehabt hätten», sagte der Torjäger nach seinem Hattrick innerhalb von acht Minuten in einem völlig verrückten Spiel. Gomez drehte nach einem 0:2-Rückstand bei Bayer Leverkusen im Alleingang das Spiel, ehe die Rheinländer durch einen Treffer von Kai Havertz immerhin noch ein 3:3 (1:0) retteten und damit ein noch bedrohlicheres Abrutschen in die Abstiegszone abwendeten.

Doch der Mann des Spiels war Gomez, der seine famose Serie unter Jonker mit den drei Toren (80., 83. und 87. Minute per Foulelfmeter) fortsetzte. Auch im neunten Spiel (fünf bei den Bayern, vier bei Wolfsburg) unter dem niederländischen Coach war Gomez erfolgreich und erzielte dabei insgesamt 15 Tore. «Es wird allmählich wirklich ein Märchen. Das ist unglaublich eigentlich. Es passiert einfach und es macht uns richtig Spaß natürlich», sagte Jonker.

Gomez («Ich bin in einer guten Form») waren die Lobeshymnen fast ein wenig unangenehm. «Das ist alles gute Teamarbeit. Vor kurzer Zeit wurden bei mir noch die Minuten in einer anderen Richtung gezählt», sagte Gomez. Gezählt wird inzwischen auch in Leverkusen, das auch im fünften Pflichtspiel unter Trainer Tayfun Korkut an dessen 43. Geburtstag ohne Sieg blieb. Nur drei Zähler beträgt für Bayer (32 Punkte) der Vorsprung auf einen Relegationsplatz, der VfL (30) liegt auf Rang 13. Dabei schien die Partie nach Toren von Karim Bellarabi (40.) und Kevin Volland (65.) vor 28 576 Zuschauern in der BayArena schon entschieden.

Doch Wolfsburg gab sich nicht auf. «Wenn wir hier verloren hätten, dann wäre das eine Enttäuschung gewesen. Wir haben immer daran geglaubt, das Spiel zu drehen», sagte Jonker. Der Punktgewinn war aber auch verdient. Die Leverkusener Leistung war alles andere als Europacup-würdig. Über weite Strecken waren es die Gäste um Gomez, die die konstruktivere Spielanlage präsentierten und für deutlich mehr Torgefahr sorgten. Allein die mangelhafte Chancenverwertung des VfL hielt Bayer im ersten Durchgang im Spiel.

Vor allem der portugiesische Europameister Vierinha hatte die große Chance zur VfL-Führung, als sein Schuss aus halbrechter Position nur knapp am Tor vorbeistrich (22.). Aber auch Riechedly Bazoer mit einem Distanzschuss (12.) und Gomez aus der Drehung (18.) sorgten für Gefahr.

Und Bayer? Vieles war bei der Korkut-Mannschaft nur Stückwerk, im Spielaufbau lief nicht viel zusammen. Bis zur 34. Minute mussten die ungeduldigen Leverkusener Fans auf den ersten Torschuss durch Bellarabi warten, wenngleich keine große Gefahr aufkam. Anders dagegen sechs Minuten später, als der Nationalspieler nach mustergültiger Flanke von Charles Aranguiz per Direktabnahme zur Führung traf. Was Jonker besonders geärgert haben dürfte, war die Tatsache, dass Bellarabi völlig frei stand.

Am Spielverlauf änderte sich auch im zweiten Durchgang nichts. Wolfsburg drückte, vergab aber auch gute Chancen. So wie in der 54. Minute, als Gomez allein auf das Leverkusener Tor zulief. Doch Leno und Aranguiz mit einer artistischen Rettungstat verhinderten den Ausgleich. Kurz nach der Gomez-Chance vergab Luiz Gustavo per Kopf die Möglichkeit zum Ausgleich (56.).

Die Quittung für ihre fahrlässige Chancenverwertung erhielten die Gäste kurz darauf: Nach einem zweifelhaften Freistoß von Roberto Hilbert tauchte Volland am langen Pfosten auf und bugsierte den Ball über die Linie. Auf der Gegenseite verwehrte Schiedsrichter Deniz Aytekin den Gästen nach einem Rempler von Aleksandar Dragovic an Gomez einen Strafstoß, dann traf Gustavo die Latte.

Doch in der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Nach den drei Gomez-Toren sah es bereits nach einem VfL-Sieg aus, ehe Havertz noch für Leverkusen traf (89.).

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