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Hoffenheim feiert: «Platz vier eine Sensation»

Die Hoffenheimer Spieler lassen sich von den Fans feiern. Foto: Uwe Anspach

Die Hoffenheimer Spieler lassen sich von den Fans feiern. Foto: Uwe Anspach

Beim Fanfest vor der Rhein-Neckar-Arena dröhnte schon mal die Champions-League-Hymne. Nach einer famosen ersten kompletten Bundesliga-Spielzeit unter Julian Nagelsmann steht 1899 Hoffenheim stolz auf dem vierten Tabellenplatz.

Der verpasste direkte Einzug in die Königsklasse schmerzte die Kraichgauer zwar ein paar Minuten, dann aber wurde die Qualifikations-Teilnahme ausgiebig gefeiert. «Ich bin am Ende sehr froh, dass Dortmund noch getroffen hat, sonst hätte es sehr weh getan. So ist es scheißegal», sagte der 29 Jahre junge Erfolgstrainer. «Ich glaube, dass wir eine außergewöhnliche Saison gespielt haben.»

Derweil steht bei der TSG ein Weltmeister ante portas: Hansi Flick soll nach Informationen des Fachblatts «Kicker» an diesem Montag als neuer Geschäftsführer Sport präsentiert werden. Der langjährige Assistent von Bundestrainer Joachim Löw ist schon länger im Gespräch. Er war im Januar als Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgetreten. Diesen Posten hatte er nach dem WM-Triumph mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 in Brasilien angetreten. Flick hatte Hoffenheim von 2000 bis 2005 trainiert und in die Regionalliga geführt. Der Kontakt zur TSG und vor allem zu Mäzen Dietmar Hopp war in all den Jahren danach nie abgerissen. Zumal der 52-Jährige im benachbarten Bammental wohnt.

Flick soll das Amt von Geschäftsführer Peter Görlich übernehmen. Offen ist, wie die Aufgabenverteilung zwischen Flick und Alexander Rosen festgelegt werden soll. Der Vertrag des Sportchefs läuft bis 2018, eine vorzeitige Verlängerung kam bislang nicht zustande.

Nagelsmann wollte sich - mangels Zuständigkeit - nicht groß zur Personalie Flick äußern. Der Chefcoach hatte am Saisonende nochmals vier Stürmer aufgeboten, dennoch kam die TSG nicht über ein 0:0 gegen den FC Augsburg hinaus. Dass Borussia Dortmund im Fernduell mit den Hoffenheimern gegen Bremen zweimal zurücklag, sorgte zwar für ein Freudengeheul bei den TSG-Fans. Am Ende aber mussten die «Nagelsmänner» dem BVB den dritten Platz überlassen. Rang vier, betonte Mäzen Dietmar Hopp, «ist eine Sensation. Wir sind glücklich.»

Unterm Strich steht die erfolgreichste Runde in der Geschichte des einstigen Dorfvereins. Am 15./16. und 22./23. August droht der Mannschaft nun in der Qualifikation zur Champions League gleich ein Kaliber. «Wir sind als Team extrem ehrgeizig und wollen uns in den Playoffs durchsetzen», betonte Nagelsmann, nachdem er auf dem Zaun noch das «Humba Tätära» angestimmt hatte. «Egal wer kommt, wir wollen zwei sehr gute Spiele machen.»

Mit breiter Brust tritt auch der erstmals in die Nationalmannschaft berufene Sandro Wagner auf die europäische Bühne. «Ich denke, Hoffenheim ist jetzt wieder ein Name in Fußball-Deutschland. Hoffenheim steht für was - für guten Fußball für Leidenschaft, für attraktiven Fußball», sagte der Stürmer. «Vor der Saison war es so bisschen eine graue Maus, muss man ja ehrlich sagen.»

Mit strahlenden Gesichtern verabschiedeten sich Sebastian Rudy und Niklas Süle nach einer «geilen Saison» in Richtung Bayern München. Und Nagelsmann machte auch noch ein Versprechen wahr. Bei der Pressekonferenz zog der «Trainer des Jahres 2016» sein Notizbuch vor, wo er im vergangenen Sommer das Saisonziel aufgeschrieben hatte. Bis zum Samstag hatte Nagelsmann es nämlich nicht verraten wollen.

Genau genommen seien es drei Saisonziele gewesen - ein realistisches, ein öffentliches und ein ambitioniertes, wie der 29-Jährige vorzeigte. Beim ersten waren es ein einstelliger Tabellenplatz und das Viertelfinale im DFB-Pokal, bei zweiten eine sorgenfreie Runde und ein paar fußballerische Ansprüche - und beim dritten Tabellenplatz sechs und der Sprung in die Europa League. Und über allem das Motto: «Das Tun steht immer vor dem Haben.»

Nach 34 Spieltagen hat sich Hoffenheim als Tabellenvierter jedenfalls selbst übertroffen: Die Europa League wird allenfalls erreicht, wenn die die Mannschaft in der Königsklassen-Qualifikation scheitert.

Zur Feier des Tages veröffentlichten die Hoffenheimern noch erstmals ein Video, wie Milliardär Hopp in der Kabine sein traditionelles «Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi» anstimmte.

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