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Hoffenheim weiter auf direktem Königsklassen-Kurs

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (l) beglückwünscht Torschütze Benjamin Hübner. Foto: Uwe Anspach

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann (l) beglückwünscht Torschütze Benjamin Hübner. Foto: Uwe Anspach

Vor dem Schlager in Dortmund hat sich 1899 Hoffenheim in die Pole Position gebracht. Im Kampf um die direkte Champions-League-Teilnahme fiebert der Tabellendritte nun dem Duell beim Verfolger entgegen.

«Wir freuen uns auf das Spiel. Ich glaube bei aller Bescheidenheit, dass der Druck bei Dortmund liegt», sagte Trainer Julian Nagelsmann, dessen Team beim mühsamen 1:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt aber nicht gerade die beste Empfehlung für die wegweisende Partie am Samstag abgab.

Im mauen Spiel der Fußball-Bundesliga hatten sich die 30 150 Zuschauer in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena bereits mit einem torlosen Remis abgefunden. Da wuchtete Abwehrspieler Benjamin Hübner den Ball doch noch per Kopf ins Tor des DFB-Pokalfinalisten (90.). Auf der Eintracht-Seite zuckte einer besonders heftig zusammen: Sportdirektor Bruno Hübner ist der Vater des Matchwinners.

«Er hat mir zum Tor gratuliert», sagte Benjamin Hübner nach seinem Coup grinsend. «Ich hoffe, dass uns so etwas nicht auseinanderbringt.» Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic hatte am Abend zuvor Boxen im Fernsehen geschaut und sprach von einem «Lucky Punch». Er scherzte in Richtung seinen Kollegen Bruno Hübner: «Den entlassen wir!» Zur Entstehungsgeschichte des Treffers konnte der Mann des Tages gar nicht viel sagen: «Ehe ich darüber nachdenken konnte, lag die ganze Mannschaft auf mir drauf.»

Trotz 65 Prozent Ballbesitz hatten sich die Hoffenheimer ungemein schwer getan, den Frankfurter Abwehrriegel zu knacken. «Ein glücklicher Sieg», bekannte auch 1899-Mäzen Dietmar Hopp. Am Ende stand aber die Serie von 16 ungeschlagenen Heimspielen, und der Club hat mit 58 Punkten die Bestmarke zum Saisonende von 2008/2009 mit 55 Zählern bereits jetzt übertrumpft.

So skandierten die TSG-Fans mal wieder freudig «Europapokal! Europapokal!». Die Europa-League-Teilnahme ist ohnehin längst sicher für den Abstiegskandidaten der vergangenen Saison, nun auch die Qualifikation für die Königsklasse. «Unglaublich stolz» ist Hübner jetzt schon auf die Mannschaft, «aber natürlich wollen wir es jetzt direkt schaffen.»

Der dritte Tabellenplatz soll es für die Hoffenheimer am Ende sein. Denn in der Qualifikation zur Champions League droht ein schnelles Aus für den Neuling auf der europäischen Bühne. Als ungesetzte Mannschaft drohe ein richtiges Brett, erklärte Nagelsmann.

Trotzdem geht der 29 Jahre junge Erfolgscoach gelassen die Herausforderung beim BVB an. «Wir müssen nicht gewinnen, aber wir wollen. Wenn wir gewinnen, wäre es eine tolle Ausgangsposition», sagte er, verwies aber auch auf die zwei letzten Spiele gegen den FC Augsburg und in Bremen: «Nach Dortmund ist es nicht vorbei.» Torschütze Hübner versicherte: «Wir sind gut drauf, wir haben eine breite Brust.»

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