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Hunt untröstlich nach vergebenem Elfmeter

Aaron Hunt reagiert nach seinem verschossenen Elfmeter. Foto: Daniel Reinhardt

Aaron Hunt reagiert nach seinem verschossenen Elfmeter. Foto: Daniel Reinhardt

Aaron Hunt war untröstlich. Er hätte der Held des Abends werden können, als er zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit einen Elfmeter für den Hamburger SV beim Stand von 2:2 (1:1) gegen den SC Freiburg herausholte.

Doch dann ging's schief. Erst stritt sich der Gefoulte mit Stürmer Michael Gregoritsch um die Ausführung des Strafstoßes, dann vergab er kläglich. Freiburgs Keeper Alexander Schwolow hatte kaum Mühe. «Wenn ich da hingehe, muss ich ihn machen», erklärte Hunt und schüttelte den Kopf über sich selbst.

«Michi wollte auch schießen, ich habe mich durchgesetzt», beschrieb der 30-Jährige die Situation um die beiden Torschützen des Spiels nach dem Elfmeterpfiff. Nach seinem Führungstreffer (15. Minute) wollte der überraschend als Spitze aufgebotene Hunt die Partie unbedingt entscheiden. «Aber das war leider der schlechteste Elfmeter, den ich in der Bundesliga geschossen habe.»

Trainer Markus Gisdol mischte sich sogar von außen ein und bestätigte Hunt. «Wenn sich Aaron den Ball nimmt, ist das okay. Er ist ein guter Elfmeterschütze, aber die Diskussion war nicht gut», sagte Trainer Markus Gisdol über den Ex-Bremer, der im Winter eigentlich wegwollte. Von 13 Elfmetern in der Karriere des Mittelfeldspielers war das der dritte Fehlschuss.

Als Schütze sei eigentlich Bobby Wood vorgesehen gewesen, doch der hatte sich beim Aufwärmen am Oberschenkel verletzt. «Ich werde nun durchnummerieren bis zum Schützen sechs und sieben, dann ist das völlig diskussionsfrei. Das kannte ich bisher nicht», meinte Gisdol, der für die Unruhe durch die unnötige Streiterei die Verantwortung übernahm. Bis auf Gäste-Coach Christian Streich («Ein brutaler Elfmeter») waren alle Beteiligten einverstanden mit dem Elfmeterpfiff nach der Berührung von Marc Torrejon an Hunts Fuß.

Verdient wäre der vierte Pflichtspielsieg im Volkspark nacheinander aber nicht gewesen. Freiburg war besser. «Wir haben einen Punkt im Abstiegskampf gegen wahnsinnig starke Freiburger gewonnen», betonte HSV-Sportdirektor Jens Todt und freute sich über Punkt Nummer 20. Weil sowohl der Tabellen-16. Werder Bremen (19 Punkte) als auch der Vorletzte FC Ingolstadt (18) auswärts drei Punkte holten, ist der Abstand zur Gefahrenzone wieder minimal. Und am nächsten Samstag muss der HSV zum FC Bayern München.

«Wir haben aus drei Spielen sieben Punkte geholt, wir sind auf einem guten Weg», sagte Todt indes. In Wood, Nicolai Müller (Fieber) und Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos mit Schulterschmerzen nach einer halben Stunde brach dem HSV am Samstag eine ganze Achse weg. «Meine Mannschaft hat heute viel wegstecken müssen, da können wir unterm Strich mit einem Punkt leben», meinte Gisdol und schob nach: «Wir können nicht erwarten, dass wir hier alle Gegner im Sturm nehmen.»

Man sei nach wie vor in einer extrem prekären Situation, betonte der 47-Jährige und blockte alle Fragen nach einer Vertragsverlängerung an der Elbe ab: «Da kann nicht mein Vertrag das Thema Nummer eins sein. Ich will mich nullkommanull ablenken lassen. Die Konzentration liegt absolut bei der Mannschaft.»

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