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Kinds nächster Schritt: 51 Prozent zum Schnäppchenpreis

Martin Kind ist der Präsident von Hannover 96. Foto: Peter Steffen

Martin Kind ist der Präsident von Hannover 96. Foto: Peter Steffen

Nur die Deutsche Fußball Liga kann Martin Kind noch stoppen - oder ein Gericht. Gegen den Widerstand der vereinsinternen Opposition hat der Unternehmer den vorletzten Schritt zur endgültigen Übernahme des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 geschafft.

Mit gerade einmal 3:2 stimmte der Aufsichtsrat des Stammvereins zu, dass Kind 51 Prozent an der Hannover 96 Management GmbH übernehmen kann. Kostenpunkt: 12 750 Euro.

Das hört sich nach einem Schnäppchenpreis an. Nicht nur deshalb kündigte die Opposition bereits juristische Schritte an. In der Auseinandersetzung mit dem 73-Jährigen, der in dem schwer durchschaubaren 96-Konstrukt bereits Vereinsvorsitzender und Mehrfach-Geschäftsführer ist, prallen Welten aufeinander. Mit dem Unternehmer-Denken und dem Wirtschafts-Deutsch des Geschäftsmannes können viele 96-Anhänger nichts anfangen.

Am Montagabend protestierten mehrere hundert Fans, während der Aufsichtsrat tagte und so abstimmte, wie Kind es sich wünschte. «Vorstand raus» und «Kind muss weg», lauteten die Parolen bei dem vergleichsweise stillen Protest.

Während der Bundesligaspiele dürfte es im Stadion wieder lauter werden. Der Protest gegen Kind gehört bei einigen Fans seit Jahren zur Folklore. Der Millionär ist bei einem Teil der Anhänger mehr Hass- als Reizfigur. Kind kämpft seit Jahren gegen die 50+1-Regelung. Die in den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) verankerte Regelung soll verhindern, dass Investoren die Mehrheit an den als Kapitalgesellschaften organisierten Clubs erlangen. Ausnahmen gibt es aber - wie im Falle von Bayer Leverkusen oder dem VfL Wolfsburg - wenn ein Konzern «seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Vereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat».

Der eher um Sachlichkeit bemühte Teil der Hannoverschen Opposition hat es inzwischen schon in den Aufsichtsrat des Stammvereins geschafft, ist aber in der Minderheit und scheiterte bei der Abstimmung mit seinen zwei Nein-Stimmen. Sie beklagt den Ausverkauf. Der tatsächliche Wert der Anteile liege eher im sieben-, acht- oder neunstelligen Euro-Bereich, meint Aufsichtsratsmitglied Ralf Nestler. Kind hingegen sagt, dass der Gesamtwert der Management GmbH mit 25 000 Euro festgeschrieben sei.

Der Verein hat nach seiner Darstellung bereits auf anderem Wege Geld erhalten, etwa beim Verkauf der Markenrechte. Auch hier beklagt die Opposition allerdings, dass der Verein - unter Führung von Kind - diese Rechte viel zu billig an eine von Kind kontrollierte Gesellschaft verkauft habe.

Im letzten Schritt zur Komplett-Übernahme des Fußball-Bundesligisten will Kind als Einzelperson einen Antrag bei der DFL stellen, gemeinsam mit dem Stammverein und der Hannover 96 GmbH & Co. KGaA. Dieses Unternehmen ist das entscheidende. Die GmbH & Co. KGaA erhält von der DFL die Lizenz für den Profi-Fußball.

Die Materie ist kompliziert, vor allem juristisch. Die Opposition meint, Kind könne gar keinen Antrag bei der DFL stellen. «Es gibt einen wirksamen Beschluss der Mitgliederversammlung, der dies untersagt», schreibt die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896. Sie will das «auch durch ordentliche Gerichte» klären lassen.

Kind hingegen sagt, dass es sich bei dem Beschluss vom April nur um «eine Empfehlung» handele. Allein der Vorstand entscheide. Der Verkauf sei durch die Satzung gedeckt. Der 96-Vorsitzende verweist darauf, dass es für eine Satzungsänderung, die den Verkauf verboten hätte, bei der Mitgliederversammlung im April nicht die erforderliche Mehrheit gegeben habe.

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Mitteilung Hannover

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