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Köln im Europacup-Fieber: «In zwei Wochen brennt die Hütte»

Die Kölner Spieler feierten den 4:3-Sieg gegen Bremen ausgelassen und wollen nun nach Europa. Foto: Rolf Vennenbernd

Die Kölner Spieler feierten den 4:3-Sieg gegen Bremen ausgelassen und wollen nun nach Europa. Foto: Rolf Vennenbernd

Nach dem Offensiv-Spektakel mit Happy End ist in Köln endgültig das Europacup-Fieber ausgebrochen. Ein Vierteljahrhundert des sehnsüchtigen Wartens könnte bald zu Ende sein.

«Jetzt sind es noch zwei Spiele bis zum großen Traum. Und wenn wir den erfüllen, brennt hier in zwei Wochen die Hütte», kündigte Leonardo Bittencourt nach dem furiosen 4:3 (3:2) des FC gegen Werder Bremen an. Schon an diesem Wochenende feierten die Kölner Fans wie in besten Karnevals-Tagen. Und Torjäger Anthony Modeste, mit zwei Toren (13./47.) wieder einmal der Erfolgsgarant, stellte fest: «Mit solchen Fans kannst du nur Europapokal spielen.»

Das hat der ruhmreiche FC seit 25 Jahren nicht mehr getan. Beim letzten Europacup-Spiel 1992 waren heutige Leistungsträger wie Bittencourt, Timo Horn oder Dominique Heintz noch gar nicht geboren. Doch spätestens seit Freitag wird der FC laut Sportchef Jörg Schmadtke «von der Euphoriewelle getragen. Jeder, der dieses Spiel gesehen hat, hat Lust auf mehr.» Das Tor-Spektakel gegen Bremen sei «ein spezieller Moment für Köln und damit auch für den FC. Aber jetzt», sagte Schmadtke, «geht der Stress erst richtig los. Wir haben erst einen Schritt getan von dreien, die wir gehen müssen.»

Doch vor eben jenem drittletzten Saisonspiel hatten sich Schmadtke und Trainer Peter Stöger aus der Deckung gewagt und die Europa League vollmundig als Ziel ausgerufen. Das war plötzlich Druck für die Mannschaft gewesen, bekannte der Trainer nach seinem 100. Spiel als Bundesliga-Coach: «Positiver Druck zwar, aber eben doch Druck. Alle wissen, wie lange der FC nicht mehr dabei war.» Dennoch habe er «die ganze Woche über ein gutes Gefühl gehabt.»

Dass die Mannschaft auf den Kurswechsel mit der besten Saisonleistung reagierte, warf sogar die Frage auf, ob man das Ziel nicht besser schon vorher hätte formulieren sollen. «Hätten wir es früher gesagt, wäre es überheblich gewesen», entgegnete Stöger: «Das hätte nicht zu uns gepasst. Aber jetzt war der Zeitpunkt gekommen: Der Zeitraum ist überschaubar, und drei außergewöhnliche Spiele haben wir der Mannschaft zugetraut.»

In jedem Fall schien die Ausrufung des Ziels und die Bestätigung, dass die Clubführung an die Mannschaft glaubt, bei dieser Fesseln zu lösen. «Als ich heute in die Kabine gekommen bin, habe ich jedem angesehen, dass er mächtig Bock hat», sagte Bittencourt, der Schütze des 2:0 (28.). «Da wusste ich, dass es ein Feuerwerk geben wird.»

Die Euphorie wollen sie in Köln nun auch nicht mehr einfangen. Die größte Aufgabe für Stöger ist jedoch «die Bündelung der Kräfte. Manche Spieler waren mausetot.» Einige wie Modeste, der nach dem Schlusspfiff völlig entkräftet zu Boden sank, spielen die komplette Saison durch. Andere wie Bittencourt oder Kapitän Matthias Lehmann derzeit länger, als es nach ihren langen Verletzungen ideal ist.

Doch das zählt so kurz vor dem großen Ziel mit dem Derby in Leverkusen und dem Heimspiel gegen Mainz als letzte Aufgaben kaum noch. Auf die Ergebnisse der Rivalen schaut Stöger jedenfalls gar nicht: «Bei sechs Konkurrenten wüsste ich gar nicht, wem ich die Daumen drücken soll.» Nein, jetzt will es der FC selbst regeln und das Vierteljahrhundert des Wartens endlich beenden.

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