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Relegations-Gegensätze: VfL macht zu, Braunschweig saugt auf

Jakub Blaszczykowski fällt im ersten Relegationsspiel gegen Braunschweig aus. Foto: Carmen Jaspersen

Jakub Blaszczykowski fällt im ersten Relegationsspiel gegen Braunschweig aus. Foto: Carmen Jaspersen

Nichts wie weg. In der Abgeschiedenheit des kleinen niederländischen Städtchens De Lutte will der VfL Wolfsburg noch einmal die letzten Kräfte bündeln, um den drohenden und vor kurzem noch für unmöglich gehaltenen Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zu verhindern.

Bis Mittwoch zieht VfL-Coach Andries Jonker das Team in seiner Heimat zusammen, will im «Landhuishotel Bloemenbeek» viele Einzelgespräche führen.

Bis zum letzten Bundesliga-Spieltag beim HSV hatte der Wolfsburger Trainer stets darauf verzichtet, zu besonderen Mitteln zu greifen. Jetzt, in der größten Not vor dem Relegations-Showdown gegen den Lokalrivalen Eintracht Braunschweig am Donnerstag und Montag, zieht er seine letzte Trumpfkarte. «Wir haben zwar in Wolfsburg die besten Bedingungen, aber man braucht auch die Ruhe und die ist etwas größer, wenn wir wegfahren», begründete Jonker seine Entscheidung.

Ruhe vor dem Sturm heißt das Motto, denn auch Jonker weiß, dass die beiden Duelle gegen den Zweitliga-Dritten zwei ganz besondere werden. Im gemeinsamen Bundesliga-Jahr 2013/14 konnte der große VfL gegen die kleine Eintracht kein Spiel gewinnen. Das Heimspiel ging mit 0:2 verloren, das Rückspiel endete 1:1. Zwei Resultate, die in der Relegation den Abstieg für den millionenschweren Erstligisten bedeuten würden.

«Da sind Emotionen dabei. Das habe ich damals schon gespürt», sagte Jonker, der vor drei Jahren als Assistenz-Coach dabei war. Emotionen, die den Wolfsburgern in dieser Saison bislang oft abgingen. Auch nach dem 1:2 beim HSV hatte es nicht bei allen Spielern den Anschein, als hätten sie den Ernst der Lage erkannt. Sportdirektor Olaf Rebbe nimmt seine Profis aber in Schutz. «Sie waren enttäuscht und wütend», berichtete Rebbe, der nach wie vor darum bemüht ist, kühlen Kopf zu bewahren.

Nationalstürmer Mario Gomez, bislang quasi die Lebensversicherung der Grün-Weißen, appelliert daran, an die eigene Stärke zu glauben. Auch wenn in Sebastian Jung, Riechedly Bazoer und Jakub Blaszczykowski drei wichtige Spieler fehlen. «Wir haben jetzt zwei Spiele gegen einen Zweitligisten ? bei aller Liebe: Wir müssen das einfach schaffen», sagte der Angreifer, ohne den es der VfL wohl nicht einmal in die Relegation geschafft hätte. Doch bleibt die Frage, warum das völlig konturenlose Team sein Potenzial ausgerechnet jetzt abrufen soll, wenn es das zuvor in 34 Spieltagen kaum geschafft hat.

In Braunschweig hoffen sie insgeheim, dass der große Nachbar auch in der Relegation den Erwartungen hinterherhinkt. Mit Sticheleien in Richtung des gerade einmal rund 30 Kilometer entfernten VfL halten sie sich bei der Eintracht aber zurück. «Wolfsburg ist der haushohe Favorit», sagte Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht zwar. Er will ansonsten aber lieber über sein Team reden. «Keiner hätte den Aufstieg mehr verdient als wir nach so einer Saison.»

Während die Wolfsburger in die Niederlande fliehen, läuft bei den Blau-Gelben alles so ab wie zuvor. Zunächst gab es eine lockere Regenerationseinheit, die restliche Trainingswoche findet ganz normal in der Heimat statt. Auch, um die besondere Unterstützung der Fans vor den beiden wichtigen Spielen aufsaugen zu können. «Es ist unfassbar, wie man einen Verein so lieben kann», sagte Lieberknecht.

Infos zum VfL-Trainingslager auf Club-Homepage

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