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Torschützenkönig Aubameyang setzt BVB unter Druck

Pierre-Emerick Aubameyang wurde mit 31 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Foto: Bernd Thissen

Pierre-Emerick Aubameyang wurde mit 31 Treffern Bundesliga-Torschützenkönig. Foto: Bernd Thissen

Mit schelmischem Grinsen und der Torjägerkanone unter dem Arm verließ Pierre-Emerick Aubameyang das Stadion. Das Dortmunder Enfant terrible machte aus seinem Stolz keinen Hehl.

In erster Freude über das für ihn perfekte Finale im Zweikampf mit Robert Lewandowski um die begehrte Trophäe des besten Bundesliga-Schützen vergoss er sogar Tränen. «Lewi ist für mich der beste Stürmer in der Welt. Ihn zu schlagen, ist Wahnsinn», kommentierte der 31-malige Torschütze seinen Coup.

Allein sein zweiter Treffer wenige Minuten vor dem Abpfiff, der dem BVB das 4:3 über Bremen und ihm erstmals die Torjägerkanone bescherte, passte ins Bild von einem charismatischen Angreifer. Gleich dreimal war Aubameyang zuletzt vom Punkt gescheitert. Deshalb hatte Tuchel eigentlich Marco Reus als Elfmeterschützen auserkoren. Doch Aubameyangs kongenialer Mitstreiter, der wenige Minuten zuvor einen Strafstoß zum zwischenzeitlichen 3:3 sicher verwandelt hatte, überließ seinem Kumpel großzügig den Ball.

Diese Chance ließ sich der 27-Jährige nicht nehmen und bewies diesmal Nervenstärke. «Ich habe die Verantwortung übernommen und getroffen. Ein großartiges Gefühl», sagte Aubameyang, «ich wollte die Torjägerkanone unbedingt gewinnen und war mir relativ sicher sie zu holen, wenn ich den Elfmeter reinmache. Deshalb war ich sehr fokussiert.»

Der 31. Treffer des Torjägers sorgte bei Reus für große Erleichterung. «Wenn das schief gegangen wäre, hätte mir der Trainer die Ohren abgerissen», scherzte der deutsche Nationalspieler. Doch Thomas Tuchel sah großzügig über den Deal der beiden Ausnahmekönner hinweg: «Das war ja fast schon ein wenig kitschig, dass Auba dann auch noch trifft.»

Aubameyang ist der erst zweite Afrikaner nach Anthony Yeboah (1993 und 1994) und der vierte Dortmunder, der nach Lothar Emmerich (1965/66, 1966/67), Marcio Amoroso (2001/02) und Robert Lewandowski (2013/14) die Trophäe gewann. Zugleich stellte er Emmerichs Vereinsrekord aus der Saison 1965/66 ein. Für BVB-Keeper Roman Bürki ist das keine Überraschung: «Er bleibt jeden Tag nach dem Training 15 bis 20 Minuten auf dem Platz und übt Schüsse.»

Begonnen hatte das Fernduell der beiden Rivalen Lewandowski und Aubameyang, die sich seit einer gemeinsamen Saison in Dortmund 2013/14 respektieren, schon am 1. Spieltag. Lewandowski traf beim Auftaktspiel gegen Bremen (6:0) gleich dreifach, der Gabuner tags darauf zweifach beim 2:1 des BVB gegen Mainz. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr lag der Dortmunder am Ende diesmal vorn.

Ob sich die Dortmunder Fans auch in der kommenden Saison an den Tor-Salti und den Comic-Maskeraden des schnellen Angreifers erfreuen können, ist jedoch offen. Der vertraglich bis 2020 an den BVB gebundene neue Bundesliga-Torschützenkönig schürte mit seinem wenig konkreten Aussagen Spekulationen von einem Abschied schon in diesem Sommer. «Ich werde mit dem Club sprechen und nach dem Finale eine Entscheidung treffen», antwortete er auf die Frage nach einem Vereinswechsel.

Fakten zu Aubameyang auf BVB-Homepage

Interview mit Aubameyang auf BVB-Homepage

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