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Trainer-Debüts, Krisen-Duell, Derby: Heißer Auftakt

Peter Bosz (l.) muss bei seiner Bundesliga-Premiere auf den wechselwilligen Ousmane Dembélé verzichten. Foto: Patrick Seeger

Peter Bosz (l.) muss bei seiner Bundesliga-Premiere auf den wechselwilligen Ousmane Dembélé verzichten. Foto: Patrick Seeger

Drei Trainer-Debüts, ein kleines Krisen-Duell und zum Abschluss ein heißes Derby: Der erste Spieltag der 55. Bundesliga-Saison verheißt auch nach dem Auftakt von Meister Bayern München gegen Bayer Leverkusen Brisanz und Spannung.

Die Diskussionen um die weitere Spieltags-Zerstückelung, den neuen Videobeweis und die protestierenden Ultras werden wohl anhalten, doch nun rollt endlich auch der Ball. Und in Dortmund, Schalke, Hamburg oder Augsburg gibt es schon vor dem ersten Liga-Spiel Brandherde.

Besondere Vorfreude hegen Dortmunds Peter Bosz, Schalkes Domenico Tedesco und der Mainzer Sandro Schwarz. Sie werden zum ersten Mal in der deutschen Eliteklasse auf der Trainerbank sitzen. «Ich habe die Bundesliga immer vor dem Fernseher verfolgt. Jetzt kann ich es von der Bank aus verfolgen. Das ist super», sagte der Niederländer Bosz, der mit Ajax Amsterdam im Mai im Europa-League-Finale stand.

Bei seiner Bundesliga-Premiere in Wolfsburg wird Bosz auf den suspendierten Ousmane Dembélé und ein halbes Dutzend Verletzte um die Kapitäne Marco Reus und Marcel Schmelzer verzichten. Dafür steht der an einer Stoffwechselstörung erkrankte Weltmeister Mario Götze vor seinem Pflichtspiel-Comeback nach mehr als einem halben Jahr.

Die Unruhe um den wechselwilligen Dembélé könne man «nicht komplett ausblenden», gestand Bosz. Nur unwesentlich ruhiger ist es auch beim Erzrivalen Schalke vor dem Bundesliga-Einstand Tedescos. Der mit 31 Jahren jüngste Coach der Vereinsgeschichte hat vor dem Auftakt gegen Vize-Meister RB Leipzig Benedikt Höwedes als Kapitän abgesetzt und Torhüter Ralf Fährmann die Binde gegeben. Weltmeister Höwedes war wohl so tief getroffen, dass er angeblich sogar eine Veränderung in Erwägung gezogen haben soll.

Bei Leipzig steht nach seiner Schwalbe im Hinspiel des Vorjahres gegen Schalke Confed-Cup-Torschützenkönig Timo Werner im Blickpunkt. «Ich werde nicht den großen Maxen machen, wenn ich treffen sollte», sagte der Nationalstürmer der «Sport Bild». Er sei aber froh, dass das Spiel am 1. Spieltag stattfindet: «Dann habe ich es gleich weg.»

Das dritte Trainer-Debüt steigt in Mainz, wo der mit der 2. Mannschaft aus der 3. Liga abgestiegene Schwarz mit den 05ern Aufsteiger Hannover empfängt. «Wir wollen zeigen, was wir auf dem Schläger haben. Wir wollen die Leute begeistern», sagte der 38-Jährige und kündigte forsch an: «Schöpfen wir unsere Möglichkeiten aus, dann gewinnen wir das Spiel.»

Kurioserweise steigt auch gleich zum Auftakt schon ein gefühltes Krisen-Duell. Denn im Hamburger SV und dem FC Augsburg treffen die beiden einzigen Erstligisten aufeinander, die in der 1. Runde des DFB-Pokals scheiterten. Augsburg gilt nach dem Abgang eines kompletten Gerüsts um Paul Verhaegh, Dominik Kohr, Hamit Altintop und Raul Bobadilla für viele als der Absteiger Nummer eins. Und beim HSV sorgt Investor Klaus-Michael Kühne gleich wieder für Unruhe. Trainer Markus Gisdol müsse «sehr viel mehr mit der Mannschaft arbeiten», sagte er bei «Sky». Der HSV-Führung attestierte er, «auf der falschen Chaussee» zu sein.

Zum Abschluss steigt zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln das vielleicht brisanteste Liga-Derby nach dem Match zwischen Dortmund und Schalke. Die Führungspersonen schätzen sich aber sehr, durch den Aufschwung der vergangenen Jahre halten beide Clubs auch gegenseitig als Vorbild her. Allerdings wurden einige Spiele der jüngeren Vergangenheit durch Ausschreitungen überschattet.

Die TSG Hoffenheim startet zwischen den Champions-League-Playoff-Highlights gegen den FC Liverpool mit einem Heimspiel gegen Werder Bremen in die Saison. Der zweite Aufsteiger Stuttgart beginnt beim Europa-League-Teilnehmer Hertha BSC. Und der in der Europa-League-Quali gescheiterte SC Freiburg empfängt im ersten Spiel nach der Vertragsverlängerung von Trainer Christian Streich Eintracht Frankfurt.

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