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VfL-Sportdirektor Rebbe vor Regelation: Bleiben erstklassig

Wolfsburgs Manager Olaf Rebbe ist vor der Relegation zuversichtlich. Foto: Guido Kirchner

Wolfsburgs Manager Olaf Rebbe ist vor der Relegation zuversichtlich. Foto: Guido Kirchner

Olaf Rebbe ist seit gut einem halben Jahr Sportdirektor beim VfL Wolfsburg. Als Nachfolger von Klaus Allofs geht es für ihn vom ersten Tag an darum, das Schlimmste zu verhindern. Doch trotz aller Anstrengungen müssen die Niedersachsen in die Relegation.

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur spricht Rebbe über eine verkorkste Saison, die beiden Duelle mit Eintracht Braunschweig und was ein Abstieg bedeuten würde.

Als Sie Ende 2016 den Job des Sportdirektors übernommen haben, hätten Sie da gedacht, dass sie ein halbes Jahr später den Absturz in die Relegation moderieren müssen?

Olaf Rebbe: Nein, natürlich nicht. Wir standen zwar auch damals auf einem Relegationsplatz, ich war mir aber sicher, dass es uns gelingt, durch entsprechende Maßnahmen und Veränderungen in der Wintertransferperiode relativ zügig die 40-Punkte-Marke zu knacken. Das ist uns leider nicht gelungen, was vielschichtige Gründe hat. Wir haben nur 37 Punkte geholt und deshalb müssen wir jetzt in die Relegation.

Was sind Ihrer Meinung nach denn die Ursachen dafür?

Rebbe: Wie gesagt, dafür gibt es mehrere Gründe. Das Spiel gegen den HSV am Samstag war eigentlich ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir haben die Partie lange Zeit dominiert, unsere guten Chancen aber nicht genutzt. Im Schnitt haben wir uns in dieser Saison ausreichend Tormöglichkeiten erspielt, sie letztendlich aber nicht genügend genutzt. Es bringt uns aber jetzt nicht weiter, auf verpasste Gelegenheiten zu schauen. Wir haben die Ergebnisse nicht erzielt, die für einen erfolgreichen Saisonverlauf notwendig gewesen wären.

Das Team schafft es selten, die Leistung 90 Minuten abzurufen. Haben die Spieler den Ernst der Lage überhaupt erkannt?

Rebbe: Ja, absolut. Der Ernst der Lage ist erkannt. Es gibt kein Einstellungsproblem. Das hat die Mannschaft auch in Spielen wie gegen Ingolstadt oder in Frankfurt, als der Druck auch immens war, bewiesen. Aber wir sind 16., jetzt gilt es nicht zu jammern. Wir haben in den beiden Spielen gegen Braunschweig die Chance, die Saison doch noch einigermaßen versöhnlich zu Ende zu bringen. Und dafür werden wir alles tun.

Was stimmt Sie denn zuversichtlich für die Relegation?

Rebbe: Mit Verlaub, wir sind der Erstligist! Und das müssen wir in den beiden Spielen auch ganz klar auf dem Platz zeigen. Wir müssen das Heimspiel am Donnerstag so angehen wie die Partie beim HSV. Da waren wir lange dominant und aggressiv. Wir wissen, wie brisant die Relegation wegen des Derby-Charakters ist. Aber das dürfen wir nicht zu sehr an uns heranlassen. Absoluter Wille und die totale Überzeugung sind der Schlüssel.

Ist Eintracht Braunschweig wegen der lokalen Rivalität ein besonderes schwerer Gegner?

Rebbe: Relegation ist wie Pokal. Da ist jeder Gegner schwer. Der Zweitligist will seine Saison krönen, der Erstligist sie irgendwie noch retten. Darum geht es, unabhängig von dem ganzen Drumherum. Aber natürlich wissen wir, dass diese beiden Duelle für die Region ganz besonders sind.

Sind Sie eigentlich ein Freund der Relegation?

Rebbe: Aus Sicht der Fußball-Fans ist das natürlich eine tolle Sache, weil die Saison noch um zwei Spiele verlängert wird, in denen es um sehr viel geht. Die beiden teilnehmenden Vereine könnten natürlich gut darauf verzichten. Für uns ist die Relegation nun eine Art Rettungs-Fallschirm. Es ist die Chance, eine schlechte Saison versöhnlich zu beenden.

Erstmals unter Andries Jonker ist der VfL ins Trainingslager gereist. Was versprechen Sie sich davon?

Rebbe: Für uns ist es noch einmal die Möglichkeit, noch enger zusammenzurücken und uns in aller Ruhe auf diese beiden wichtigen Partien vorzubereiten. Nur darum geht es. Wir wollen noch einmal die Kräfte bündeln, darum haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.

Als Sportdirektor müssen Sie aber auch die Zukunft für den Fall des Abstiegs bereits im Blick haben. Was würde die Zweite Liga für den VfL bedeuten?

Rebbe: Es macht keinen Sinn, sich jetzt mit diesem Szenario für den VfL zu beschäftigen. Unsere volle Konzentration gilt den beiden Spielen gegen Braunschweig. Wir spielen seit 20 Jahren in der Ersten Liga und wollen unbedingt auch im 21. Jahr dabei sein.



Aber es würde große Einschnitte geben, oder?

Rebbe: Wie gesagt, das ist für mich im Moment kein Thema, weil ich davon überzeugt bin, dass wir auch in der kommenden Saison in der Ersten Liga sind.

Selbst im Fall der Last-Minute-Rettung müsste aber einiges passieren ...

Rebbe: ... Auch das ist Zukunftsmusik. Aber natürlich werden wir genau analysieren, warum wir seit dem Pokalsieg und der Vizemeisterschaft 2015 zwei Jahre lang unsere Ziele nicht erreicht haben. Da werden wir jeden Stein umdrehen und dort, wo es nötig ist, den Hebel ansetzen.

Zumindest die Fans haben zuletzt den Schulterschluss geübt. Kann der VfL vielleicht sogar gestärkt aus der Situation hervorgehen?

Rebbe: Unsere Fans haben uns in den vergangenen Wochen fantastisch unterstützt. Das zeigt, welche Bedeutung der VfL für die Stadt und die Menschen in dieser Region hat. Und es zeigt, was für eine hohe Verantwortung wir haben. Ich bin überzeugt davon, dass dieser Zusammenhalt auch weiter anhält.

Sie haben vor einigen Wochen bei Sport1 in der Sendung Doppelpass gesagt: Mit dem Duo Jonker/Rebbe steigt der VfL nicht ab. Waren Sie zu vollmundig oder stehen Sie weiter zu der Aussage?

Rebbe: Wir bleiben erstklassig. Dazu stehe ich nach wie vor.

ZUR PERSON: Olaf Rebbe (39) ist seit der Trennung von Klaus Allofs Sportdirektor beim VfL Wolfsburg. Zuvor war er als Marketingleiter bei Werder Bremen tätig. Seine aktive Laufbahn endete früh wegen eines Kreuzbandrisses.

Infos zu Rebbe auf Club-Homepage

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