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Ärger beim Kumpelclub FC Erzgebirge Aue

Trainer Pavel Dotchev dümpelt mit dem FC Erzgebirge Aue am unteren Tabellenende. Foto: Thomas Eisenhuth

Trainer Pavel Dotchev dümpelt mit dem FC Erzgebirge Aue am unteren Tabellenende. Foto: Thomas Eisenhuth

Ehrliche Arbeit, dünne Personaldecke und ein schmaler Geldbeutel: Das waren schon immer Eigenschaften des «Kumpelvereins» FC Erzgebirge Aue. Nun wird der Fußball-Zweitligist in der Weihnachtszeit mit Anfeindungen und Feindseligkeiten konfrontiert.

Die Vorkommnisse während der Mitgliederversammlung Ende November hinterließen bei Präsident Helge Leonhardt tiefe Spuren. Und auch sportlich läuft es für den Aufsteiger nicht. Nach einem Punkt aus den vergangenen sechs Spielen findet sich die Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder.

«Ich als Präsident, die Vereinsführung und die Familie Leonhardt werden nicht unbedacht alles hinwerfen», sagte Leonhardt. Priorität für den Club sei die Fortsetzung des geordneten Tagesgeschäfts «und die Vermeidung von Chaos. Wir distanzieren uns klar von Personen, die Gegenteiliges beabsichtigen».

Auslöser für den Ärger ist unter anderem die Entlassung des früheren Sportdirektors Steffen Ziffert im vergangenen Aufstiegssommer. Aktuell befinden sich beide Parteien vor dem Arbeitsgericht und wollen sich nicht äußern. Den Brüdern Helge und Uwe Leonhardt, der im Aufsichtsrat sitzt, sowie deren Cousin und Ehrenratsmitglied Wolfgang wird «Vetternwirtschaft» vorgeworfen. Auf der Mitgliederversammlung hatte es heftige Kritik an der Vereinsführung und Rücktrittsforderungen gegeben.

Dabei spielen die Leonhardt-Brüder beim FCE ein gewichtige Rolle. Sie haben den Verein im letzten Vierteljahrhundert dahin gebracht, wo er heute ist. Die Unternehmer sind in Wirtschaft und Politik bestens vernetzt. Alleine der 27 Millionen Euro teure und fürs wirtschaftliche Überleben unabdingbare Komplettumbau des Stadions wäre vom Verein niemals zu stemmen gewesen. Jetzt tragen Kreis und Stadt den Großteil, der FCE schießt etwas über eine Million Euro zu. Die meisten Club-Sponsoren stammen aus dem Netzwerk der Brüder.

Diese Unruhe verunsicherte auch die Mannschaft. Untypisch, war doch gerade die Geschlossenheit zwischen Team, Vereinsführung und Fans der Garant in den vielen Jahren des Abstiegskampfes. Es wurde immer darauf geachtet, dass vor allem Spieler geholt wurden, die die gewisse «Wismut DNA» in sich tragen. So schaffte Dotchev im Sommer den sofortigen Wiederaufstieg.

Doch nun läuft es sportlich alles andere als gut. «Wir bekommen viel zu einfache Gegentore», sagt Dotchev. 32 kassierte Treffer sind negativer Höchstwert in der 2. Liga. Gleichzeitig erspielt sich Aue in den meisten Spielen mehr Torchancen, hat mehr Ballbesitz - trifft aber nicht. Darum hoffen alle auf die Rückkehr von Stürmer Pascal Köpke. Der Sieben-Tore-Mann, der wegen Adduktorenproblemen passen musste, soll am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern wieder einsatzbereit sein. Auch der immer noch verletzte Stammkeeper Martin Männel wird schmerzlich vermisst.

Leonhardt-Erklärung auf Aue-Homepage

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