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«Wahnsinn» in 2. Liga - Hochspannung an Spitze und im Keller

Stuttgarts Simon Terodde traf doppelt gegen Arminia Bielefeld. Foto: Guido Kirchner

Stuttgarts Simon Terodde traf doppelt gegen Arminia Bielefeld. Foto: Guido Kirchner

Im spannungsgeladenen Saison-Endspurt in der 2. Fußball-Bundesliga sind starke Nerven gefragt.

An der Spitze herrscht zwischen den Favoriten Hannover 96 und VfB Stuttgart sowie den Underdogs Union Berlin und Eintracht Braunschweig weiter ein verbissenes Gerangel um die Aufstiegsplätze mit ständigen Positionswechseln. Und im Keller müssen gleich neun Mannschaften um den Klassenerhalt zittern.

«Das ist ein Wahnsinn. Letzte Woche haben wir verloren, da hieß es: «Unsicherheit im Aufstiegskampf», jetzt haben wir wieder ein Spiel gewonnen», sagte Union-Trainer Jens Keller nach dem 3:1 seines Teams gegen den 1. FC Kaiserslautern und dem Ende der Minikrise von drei Spielen ohne Sieg. «Eisern Union» kletterte auf Rang 3 und liegt nun wieder vor den punktgleichen Braunschweigern (beide 54 Punkte), die im von Ausschreitungen begleiteten Niedersachsen-Derby in Hannover 0:1 unterlagen und erstmals nach neun Spielen wieder verloren.

«Das war ein Schlüsselspiel. Wir haben die Chance, die müssen wir jetzt nutzen», sagte 96-Clubchef Martin Kind. Aus den vier Spielen ohne Gegentor unter dem neuen Trainer André Breitenreiter holte Hannover zehn Punkte, jetzt sind die 96er neuer Tabellenzweiter. Ganz vorn bleibt Stuttgart nach einem 3:2-Sieg am Montagabend beim Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld. Mit zwei Treffern führte Simon Terodde die Schwaben zu dem hart erkämpften Erfolg.

Die Spannung aber bleibt bis zuletzt erhalten, zumal die heißen Aufstiegskandidaten noch in drei direkten Duellen involviert sind: Stuttgart und Union machen am 24. April (30. Spieltag) den Auftakt gefolgt von Braunschweig-Union am 8. Mai (32. Spieltag) sowie der möglichen Krönung zwischen Hannover und Stuttgart am 14. Mai (33. Spieltag).

Mindestens doppelt so viele Clubs kämpfen in der zweiten Tabellenhälfte um den Klassenerhalt, der lediglich für den abgeschlagenen Letzten Karlsruhe (22) kaum noch zu erreichen ist. Den Zehnten SV Sandhausen (35) trennen gerade drei Punkte von der Abstiegszone. Brisant bleibt die Situation auch für 1860 München (33), das nach dem 1:1 eben gegen Sandhausen mittendrin steckt. «Es wirkt so, als hätten wir Angst zu gewinnen», erklärte 1860-Trainer Vitor Pereira enttäuscht.

Mit Rückenwind in die entscheidende Saisonphase geht der FC St. Pauli (32), der mit dem 1:0 gegen die Würzburger Kickers einen wichtigen Sieg feierte. Christopher Buchtmann traf drei Minuten vor dem Ende. «Die Mannschaft hat an sich geglaubt und ist nicht panisch geworden. Diese Ruhe ist am Ende belohnt worden», sagte St. Pauli-Coach Ewald Lienen. Sein Team zog mit Aufsteiger Würzburg, der immer noch auf den ersten Sieg 2017 wartet, gleich. Auch Kaiserslautern und Erzgebirge Aue nach dem 1:2 in Nürnberg haben 32 Punkte auf dem Konto.

«Das, was wir in der Hinrunde hatten, das hat Würzburg jetzt in der Rückrunde. Wir waren abgeschlagen Letzter, kennen die Situation und haben uns da rausgearbeitet. Das ist Wahnsinn», sagte Lienen und nannte den Schlüssel zum Erfolg im Abstiegskampf: «Am Ende wird der drinbleiben, der es vielleicht ein bisschen mehr gewollt hat und die Ruhe bewahrt hat.»

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