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Totti geht, Roma weint - «25 Jahre vergisst man nicht»

Die Spieler der AS Rom ehren zum Abschied ihren Kapitän Francesco Totti. Foto: Alessandra Tarantino

Die Spieler der AS Rom ehren zum Abschied ihren Kapitän Francesco Totti. Foto: Alessandra Tarantino

Er hatte gehofft, dass dieser Moment niemals kommt. AS Roms ewiger Kapitän Francesco Totti hat sich von seinem Herzensclub verabschiedet, das letzte Mal das legendäre Trikot mit der Nummer 10 getragen.

In Rom ist am Sonntag im erstmals seit Monaten wieder ausverkauften Olympiastadion eine Ära zu Ende gegangen, mit Jubel, Applaus und vielen Tränen. «25 Jahre vergisst man nicht so einfach», sagte der 40-Jährige nach seinem allerletzten Spiel für die Roma an seine Fans gewandt, ins Mikrofon schniefend. «Ich habe mich in diesen Monaten gefragt, warum sie mich aus diesem Traum wecken. Jetzt ist es wirklich vorbei. (...) Die Lichter auszumachen, ist nicht einfach.»

Für die Zehntausenden Fans und die Spieler war es wohl noch nie so schwer wie nach der Partie gegen den CFC Genua, das Stadion zu verlassen. «Mit dem Abschied von Totti vergehen die Träume einer Generation», schreibt die «Gazzetta dello Sport». Der «Corriere dello Sport» widmete dem Kapitän mehr als zehn Seiten: Totti mit Tränen in den Augen, Totti mit Frau Ilary und Kindern in den Armen. Dass sich der Club mit dem 3:2 (2:0) direkt für die Champions League qualifizierte und den zweiten Platz in der Serie A sicherte, wurde zur Nebensache. Es ging nur um die Nummer 10.

«Es gibt Fußballspieler. Es gibt gute Fußballspieler. Und dann gibt es unseren Kapitän. Danke Capitano, es war mir eine Ehre», schrieb der deutsche Fußball-Nationalspieler und Tottis Mannschaftskollege Antonio Rüdiger auf Twitter. Und auch Rivalen fanden würdigende Worte: «Wir sind zusammen groß geworden. Wir standen uns als Gegner gegenüber. Zusammen haben wir uns gefreut und geweint. Alles Gute Francesco», schrieb Italiens Rekord-Nationalspieler Gianluigi Buffon auf Twitter. Juve-Trainer Massimiliano Allegri richtete an Totti einen «aufrichtigen Applaus für eine außergewöhnliche Karriere».

Der Offensivspieler bestritt 786 Partien für die Roma, traf 307 Mal, wurde 2001 italienischer Meister, gewann zweimal den Supercup und zwei Pokale. Seit seinem Debüt als Profi am 28. März 1993 brach er fast jeden Vereinsrekord. Der gebürtige Römer blieb stets seinem Verein treu, statt zu Erfolgsclubs wie Real Madrid zu wechseln.

Totti wurde auch deshalb zur Legende, zum Held einer Nation. Doch das täuscht nicht über bittere Momente der letzten Zeit hinweg. Das Verhältnis zwischen Coach Luciano Spalletti und Totti war merklich abgekühlt, auch wenn der Trainer den 40-Jährigen am Sonntag «König Roms» und «Imperator» nannte. Spalletti setzte Totti meist nur noch als Joker ein, das sorgte auch bei den Fans für Unmut. Sogar in seiner letzten Partie wurde Totti in der 54. Minute eingewechselt.

Mit einem schlichten «Danke» verabschiedete sich Totti auf Facebook. Wie es nun weitergeht, ist unklar. Spalletti sagte am Sonntag, er habe der Vereinsikone den Posten des Vizepräsidenten angeboten. Totti hatte aber schon zuvor deutlich gemacht, dass er sich anderswo umgucken werde, sollte er den «Botschafter» für den Club machen müssen. Spekuliert wird auch über einen möglichen Wechsel in die USA. Vor den Fans äußerte Totti ganz offen seine «Angst» vor dem «Danach». «Dieses Mal brauche ich euch und eure Zuneigung.»

Nach Ansicht der römischen Tageszeitung «La Repubblica» ist eine Zukunft des Traditionsvereins ohne Totti unvorstellbar. «Heute beginnt ein neues Leben, ein Leben, das nach gestern aber sicher keine anderen Farben, keine anderen Fans haben kann. Das herzzerreißende Ende nach einer Epoche von 25 Jahren hat bewiesen, dass Totti und die Roma nicht ohne einander können.»

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