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Weltmeister Podolski in Kobe wie ein Popstar empfangen

Geisternder Empfang für Lukas Podolski in Kobe. Foto: Tsuyoshi Ueda

Geisternder Empfang für Lukas Podolski in Kobe. Foto: Tsuyoshi Ueda

Über einen roten Teppich, der eigens für ihn ausgerollt worden war, betritt Lukas Podolski seine neue Wahlheimat. Hunderte Fans hatten auf dem Flughafen der japanischen Hafenstadt Kobe ein Spalier gebildet und empfingen den Fußball-Weltmeister wie einen Popstar.

Der 32-Jährige aus dem fernen Deutschland eroberte mit seiner fröhlichen Lässigkeit und seinem Humor schon nach wenigen Minuten die Herzen der Anhänger seines neuen Clubs Vissel Kobe. Am Ende des Spaliers fing Podolski zur Begeisterung der Fans plötzlich an, eine Absperrung eigenmächtig zur Seite zu heben, damit die Clubanhänger sich für ein gemeinsames Gruppenfoto dicht um ihn scharen konnten. Zwar kam mancher Ordnungshüter bei Poldis spontaner Aktion noch mehr ins Schwitzen, doch die japanischen Fans machten dem Ruf ihres Landes als freundliche und friedfertige Nation alle Ehre. Und so war auch Podolski von dem Empfang der Asiaten höchst angetan.

«Wenn man so empfangen wird, ist es immer schön. Da ist man stolz», sagte Podolski auf der überfüllten Pressekonferenz, zu der er in Jeans, weißem Hemd darüber und dunklem Sakko erschien. Gleich zu Beginn erntete er einen Riesenapplaus, als er sich auf Bitte der Veranstalter auf Japanisch vorstellte: «Konnichiwa, Podolski desu» (Guten Tag, ich bin Podolski).

Einer der Fans war Yasufumi Motooka. Er hatte auf diesen Tag lange gewartet. Als das Flugzeug mit dem Weltmeister aus dem fernen Deutschland am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen von Kobe heranrollte, stand Motooka zusammen mit den Fans des örtlichen Clubs am Rand des roten Teppichs schwitzend in der schwülen Sommerhitze. 2006 war der Japaner eigens zur Fußballweltmeisterschaft nach Deutschland geflogen, hatte die Eintrittskarte für das Spiel der Deutschen in München jedoch zu Hause vergessen.

Jetzt auf einmal stand Weltmeister Podolski aus dem fernen «doitsu» leibhaftig vor ihm in seiner Heimat. Gut gelaunt gab der Kölner ihm und den anderen Fans Autogramme, machte lächelnd Selfies und posierte immer wieder fröhlich mit Babys auf dem Arm für Fotos.

20 Millionen Euro soll der 130-malige Nationalspieler während seines zweieinhalb Jahre laufenden Vertrages bei Vissel Kobe verdienen. Er weiß um die hohen Erwartungen der Japaner an ihn. «Ich will mit dem Verein Erfolg haben», sagte Podolski. Er wolle «helfen, die Ziele zu erreichen». Kurzfristig will sich der Ex-Profi des 1. FC Köln mit Kobe für die asiatische Champions League qualifizieren.

«Ich wünsche mir, dass er viele Tore schießt und die Stimmung in der Mannschaft hebt. Er soll ja ein fröhlicher Mensch sein», erzählte der 51-jährige Hideo Higuchi, der direkt nach der Nachtschicht von der Arbeit zu Poldis Begrüßung zum Flughafen geeilt war. «Wir werden ihn mit aller Kraft unterstützen». Es sei nicht nur für Vissel Kobe «eine Ehre», sondern für die gesamte J-League, dass man einen Weltstar wie Podolski für Japan gewinnen konnte, sagte der Chef des japanischen Online-Handelsriesen Rakuten, Hiroshi Mikitani, dem der Club gehört.

«Man kennt die J-League als die stärkste Liga in Asien», sagte Podolski. Sein Ziel sei es, «sportlich so gut wie möglich abzuschneiden». Man wolle in jedem Spiel drei Punkte holen. Besonderen Druck spüre er aber nicht. «Den Druck spüre ich, seitdem ich Profi bin in jedem Training und in jedem Spiel», berichtete Podolski.

Kobe ist Poldis vierte Auslandsstation nach dem Wechsel zum FC Arsenal nach London 2012, einem Intermezzo bei Inter Mailand 2015 und zuletzt beim dem türkischen Club Galatasaray. Er sei zwar der Erste, der nach Kobe komme. Er hoffe aber, dass «noch andere Spieler folgen werden, um die J-League aufzuwerten», sagte Podolski. Das wünscht sich auch Mikitani.

Drei Mal war der Deutsche bereits in Japan gewesen, seine neue Heimatstadt Kobe kenne er aber noch nicht. Der Umzug sei ein «großer Schritt» gewesen. Nun freue er sich darauf, während der kommenden zweieinhalb Jahre, Kobe wie auch andere Städte in Japan kennenzulernen. «Der Fokus liegt nicht immer nur auf Fußball», sagte Podolski. Als allererstes werde er denn auch gleich im Anschluss an die Pressekonferenz das berühmte Kobe-Rind probieren gehen.

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