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Bamberger Serienmeister vor Umbau - Rivale als Triebfeder

Die Spieler von Brose Bamberg feierten auf dem Marktplatz mit den Fans. Foto: Daniel Karmann

Die Spieler von Brose Bamberg feierten auf dem Marktplatz mit den Fans. Foto: Daniel Karmann

In den kostbaren Moment des Triumphs mischte sich bei den Basketball-Riesen von Brose Bamberg Wehmut. Nach der dritten Meisterschaft in Serie muss Erfolgscoach Andrea Trinchieri seiner Mannschaft auf dem erhofften Weg in eine neue Ära wohl ein frisches Gesicht geben.

«Es ist nicht so, dass wir komplett vor dem Umbruch stehen. Es wird den einen oder anderen Umbau geben», räumte Geschäftsführer Rolf Beyer nach dem Sturm zur neunten Meisterschaft ein. Ausgerechnet der erneut im Halbfinale düpierte Rivale FC Bayern München könnte den Oberfranken als Schrittmacher dienen.

Der Architekt im sportlichen Bereich wird indes weiter Trinchieri heißen. Aufsichtsratschef Michael Stoschek verkündete schon kurz nach dem vierten Double der Vereinshistorie die Vertragsverlängerung mit dem Italiener, der bislang einen Kontrakt bis 2018 hatte.

Völlig durchnässt von mehreren Bierduschen wollte Trinchieri von Vertragsinhalten indes erstmal nichts wissen. «Es ist großartig, Teil des Ganzen hier zu sein. Das ist eine Winning-Organisation und es ist unglaublich», schwärmte Trinchieri nach dem Triumph in der Finalserie gegen Außenseiter EWE Baskets Oldenburg. «Das ist der süßeste meiner drei Titel hier.» Der Druck für die favorisierten Oberfranken war immens. «Es ist ein riesiger Rucksack, der da an Schotter abgelegt wird. Es ist so viel Last aufgebaut worden», meinte Beyer.

Die gewachsenen Ansprüche der Bamberger müssen auch in Zukunft bedient werden. Mit dem nationalen Titelgewinn hat Bamberg die sportliche Qualifikation für die Euroleague geschafft - dort soll es kommende Saison endlich als erster deutscher Club unter die besten acht Teams des Kontinents gehen. Der wieder einmal im Bundesliga-Halbfinale ausgeschaltete FC Bayern soll da im besten Fall zur Triebfeder werden.

«Es gibt hoffentlich eine bald beginnende Debatte darüber, ob wir auf Dauer auf dem Niveau spielen wollen. Es ist keine Frage für mich, dass Bayern München ein Tempo vorlegen wird, dass der Maßstab für alle anderen ist», sagte Stoschek. «Ich bin mir sicher, dass die Führung des FC Bayern mit dem unglaublichen Potenzial aus dem Fußball entsprechend Geld generieren wird. Sie werden sich nicht zufrieden geben, immer wieder mit 0:3 gegen Bamberg zu verlieren.»

Stoschek fordert daher stärkere Unterstützung aus der Region und bezieht sich dabei vor allem auf Nürnberg, wo die Bamberger in dieser Saison bereits zwei Spiele ausgetragen haben. «Wir brauchen die Sponsoren und die Zuschauer aus der nächstgrößeren Stadt», erläuterte Stoschek auch mit Blick auf den Hallen-Neubau der Münchner. «Wir wollen unseren Aktionsradius aus Bamberg heraus vergrößern und dem, was München vor hat, etwas entgegensetzen.»

Wichtig wäre da auch Klarheit in so mancher Personalfrage. Daniel Theis, Nicolò Melli oder Darius Miller sind nicht erst seit der siebten Meisterschaft in acht Jahren Abwanderungskandidaten.

«Wir hatten in diesem Jahr eine Mannschaft, die man vom Charakter vielleicht so nicht wiederholen kann», meinte Beyer. «Vielleicht haben wir nächstes Jahr aber ein Team mit mehr Talent. Wir werden am 20. August ins Trainingscamp gehen und dann werden wir eine gute Truppe haben, das verspreche ich.»

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