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Anschlag auf den BVB-Bus - Was wir wissen und was nicht

Der Bus von Borussia Dortmund wurde angegriffen. Foto: Bernd Thissen

Der Bus von Borussia Dortmund wurde angegriffen. Foto: Bernd Thissen

WAS WIR WISSEN

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr detonieren drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Sie waren in einer Hecke versteckt. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem terroristischen Hintergrund der Tat. Eine abschließende Bewertung sei aber noch nicht möglich.

Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Ein Metallstift habt sich der Bundesanwaltschaft zufolge in die Kopfstütze eines Bussitzes gebohrt. Die Sprengsätze hätten eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern gehabt. Um Pyrotechnik handelte es sich nicht.

Am Anschlagsort wurden drei Bekennerschreiben mit gleichem Text gefunden. Unter anderem wird der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert. Laut Ermittlerkreisen waren darauf keine Symbole der Terrormiliz Islamischer Staat.

Die Polizei nahm einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal als Tatverdächtigen fest. Ihm wird eine Nähe zur terroristischen Vereinigung «Islamischer Staat» vorgeworfen. Bei einem zweiten Verdächtigen handelt es sich um einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg im Kreis Unna. Bei beiden waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft die Wohnungen durchsucht worden.

Ein weiteres Bekennerschreiben wurde in der Nacht im Internet veröffentlicht. Darin wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet. Es bestehen allerdings erhebliche Zweifel an der Echtheit dieses Schreibens.

Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an Hand und Arm verletzt. Er brach sich eine Speiche im rechten Handgelenk. Außerdem verletzten ihn Glassplitter. Noch am Dienstagabend wurde er in einem Krankenhaus operiert. Laut BVB geht es ihm «den Umständen entsprechend gut».

Auch ein Polizist wurde verletzt. Er fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten. Er erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.

Am Dienstag wurde das Spiel abgesagt. Es sollte am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt werden. Der enge Terminplan ließ der UEFA und damit auch den Vereinen keine andere Wahl. Schon am kommenden Mittwoch ist das Rückspiel in Monaco terminiert. Am Samstag spielt Dortmund in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt.

Das Bundesinnenministerium hat laut eigenen Angaben keine Hinweise auf eine besondere Bedrohungslage vor dem Nachholspiel. Die Polizei hat vor der Partie jedoch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Im Stadion gab es am Dienstag nach Polizeiangaben keinerlei Gefahr.

Ein weiterer verdächtiger Gegenstand, der am Dienstag in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, war nach ersten Erkenntnissen kein scharfer Sprengsatz.

WAS WIR NICHT WISSEN

Über die Tatverdächtigen war zunächst nur relativ wenig bekannt. Waren sie bereits straffällig? In welcher Beziehung standen sie zueinander? Auch ist nicht klar, ob es noch weitere Verdächtige gibt.

Was machten die beiden Verdächtigen am Dienstagabend? Waren sie am Tatort? 

Was wurde in den Wohnungen der Verdächtigen gefunden?

Es ist nicht bekannt, ob die Verdächtigen direkte Verbindungen zum IS hatten.

Das Motiv ist noch unklar. Die Bekennerschreiben werden weiter überprüft.

Der Zündmechanismus und die Art des Sprengstoffes sind noch unklar. Auch ist nicht bekannt, wie und von wem die Sprengsätze gebaut wurden.

Ungewiss ist, ob der Vorfall langfristig Konsequenzen für die Mannschaft von Borussia Dortmund und weitere Sportveranstaltungen hat.

Wie lange fällt Bartra aus? 

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