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Das «Leicester-Wunder» zerfällt - Hoffnung Champions League

Robert Huth gewann mit Leicester City 2016 die englische Meisterschaft. Foto: Simon Kimber

Robert Huth gewann mit Leicester City 2016 die englische Meisterschaft. Foto: Simon Kimber

Große Bühne statt Abstiegsangst: Der schwer gebeutelte englische Fußball-Meister Leicester City darf die Sorgen aus dem Alltag zumindest für 90 Minuten vergessen und vom großen silbernen Henkelpokal träumen.

Die Mannen von Trainer Claudio Ranieri nehmen bei dem Gastspiel beim FC Sevilla am Mittwochabend (20.45 Uhr) ihre Lieblingsrolle als klarer Außenseiter ein und wollen die zuletzt miserablen Leistungen in der heimischen Premier League im Achtelfinale der Champions League vergessen machen.

Nur vier Tage nach dem peinlichen 0:1-Pokal-Aus bei Drittligist FC Millwall steht für die Foxes dabei die letzte Titelchance auf dem Spiel. «Wir müssen daraus lernen, was Millwall uns gezeigt hat, mit Charakter und Leidenschaft zu agieren», sagte Ranieri, der das Ausscheiden seines Teams in Überzahl als völlig verdient empfand. Es reiht sich ein in eine Saison voller Pleiten, Pech und Rückschlägen, die nach dem sensationellen Meistertitel in der Vorsaison so niemand erwartet hätte. Mit nur noch einem Punkt Polster auf die Abstiegszone könnte Leicester als erst zweiter Premier-League-Meister in die Zweitklassigkeit abstürzen.

Also letzter Strohhalm Champions League: Nach einer starken Vorrunde will das Team um den ehemaligen deutschen Nationalspieler Robert Huth und Ex-Bundesliga-Profi Ron-Robert Zieler dort wieder in die Spur finden. «Wir sollten uns auf diese Begegnung freuen, denn es ist ein absolutes Bonusspiel. Wir wollen es genießen und eine gute Ausgangsposition mitnehmen», sagte Zieler, der im Pokal zum Einsatz kam, in der Königsklasse aber zugunsten von Stammkeeper Kasper Schmeichel wohl wieder auf die Bank rotiert wird.

Es ist eine kuriose Situation. Der englische Meister gehört zu den 16 besten Mannschaften Europas, aber nicht zu den besten 16 Teams der Premier League. Die Probleme der letztjährigen Erfolgself sind simpel. «Wir kassieren zu viele Tore und schießen zu wenig», analysierte Ranieri. Sein Top-Duo Jamie Vardy und Riyad Mahrez, das in der Vorsaison 41 Treffer erzielte, steht in diesem Jahr bei acht. Der letzte Leicester-Treffer in der Premier League datiert vom 31. Dezember 2016, seitdem sind die Foxes um Stürmerstar Vardy 610 Minuten torlos.

Nun also Sevilla, der Dauersieger in der Europa League, der endlich auch in der Königsklasse um den großen Pokal mitspielen möchte und gegen Leicester als klarer Favorit in das Duell geht. «Das ist ein sehr großes Spiel für uns. Sevilla hat in den vergangenen Jahren bewiesen, wie fantastisch sie als Mannschaft funktionieren», sagte Zieler dem klubeigenen TV-Sender. Ranieri stufte Sevilla als «sehr, sehr, sehr großes Team» ein.

Für die titelhungrigen Spanier soll Leicester nur Zwischenstation sein, weshalb Trainer Jorge Sampaoli sein Team schon einmal auf das  Duell eingeschworen hat: «Wir spielen gegen Leicester um unser Leben, das wird ein Spiel von historischer Dimension für diesen Verein.»

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