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FC Bayern widerspricht: Keine Spieler in Schiri-Kabine

Arturo Vidal regt sich über seinen Platzverweis auf. Foto: Andreas Gebert

Arturo Vidal regt sich über seinen Platzverweis auf. Foto: Andreas Gebert

Beim Verlassen des Estadio Santiago Bernabeu stapften Robert Lewandowski und Thiago wortlos und mit finsteren Mienen dem Ausgang entgegen - Arturo Vidal sprach nur mit spanisch sprechenden Reportern.

Die Münchner sahen in dem ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai den Schuldigen für die 2:4-Niederlage und dem Viertelfinal-Aus des deutschen Fußball-Meisters bei Real Madrid.

Die Bayern wehrten sich nach der Rückkehr nach Deutschland aber gegen spanische Medienberichte, wonach das Bayern-Trio Schiedsrichter Viktor Kassai bis in dessen Kabine verfolgt und beschimpft haben soll. Auch die Polizei habe nicht wie dargestellt eingreifen müssen, teilte der Club auf Anfrage mit.

Die UEFA sah keinen Handlungsbedarf. «Nach den gestrigen Champions-League-Spielen wurden keine Disziplinarverfahren eröffnet», so der Verband auf Anfrage.

Die Zeitung «Marca» berichtete, einige Profis hätten dem ungarischen Referee im Spielertunnel aufgelauert und ihn «auf jede mögliche Art beleidigt». Der FC Bayern kündigte an, rechtliche Schritte gegen das Blatt zu prüfen.

Carlo Ancelotti und sein Team hatten sich über etliche ihrer Ansicht nach eklatante Fehlentscheidungen geärgert, unter anderem den Platzverweis für Vidal in der 84. Minute und zwei umstrittene Treffer aus Abseitsposition von Cristiano Ronaldo.

Real Madrid hatte das Spiel in der Verlängerung mit 4:2 gewonnen und war damit ins Halbfinale eingezogen. Nach 90 Minuten hatte Bayern durch ein 2:1 das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert.

Danach schossen sich die Protagonisten beim deutschen Rekordmeister verbal auf Kassai ein. «Ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie wahnsinnige Wut in mir, Wut, weil wir beschissen worden sind. Wir sind beschissen worden heute Abend, im wahrsten Sinne des Wortes!», kritisierte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Vidal warf Kassai vor, den tapfer kämpfenden Münchnern den Sieg gestohlen zu haben. «Dieser Raub darf in der Champions League nicht durchgehen», klagte er. «Wenn zwei Top-Mannschaften gegeneinander spielen, darf der Schiedsrichter nicht der Clown sein, der das Spiel zur Show macht und Real den Vorzug gibt.»

Selbst der sonst so besonnene Trainer Ancelotti meinte nach den Fehlentscheidungen: «Das kann im Fußball passieren, aber nicht so eine Serie von Fehlern. Im Viertelfinale braucht man einen Schiedsrichter, der eine höhere Qualität hat.» Arjen Robben meinte: «So kämpfst du gegen etwas, auf das du keinen Einfluss hast.»

Bericht Marca

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