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Khedira und Buffon erleben Juve-«Albtraum»

Juve-Torwart Gianluigi Buffon (l) war nach der Niederlage bitter enttäuscht. Foto: Kirsty Wigglesworth

Juve-Torwart Gianluigi Buffon (l) war nach der Niederlage bitter enttäuscht. Foto: Kirsty Wigglesworth

Unmittelbar neben dem Henkelpott nahm Sami Khedira die gerade umgehängte Medaille für die Final-Verlierer wieder vom Hals, Torwart-Legende Gigi Buffon schritt niedergeschlagen am Objekt der Begierde vorbei.

Wieder keine Krönung in Europa für den 39-Jährigen, auch im dritten Finale nach 2003 und 2015 nicht. Weltmeister Khedira, der immerhin den Triumph mit Real im Jahr 2014 in seiner Champions-League-Vita stehen hat, blieb der zweite Sieg verwehrt. 21 Jahre nach dem letzten Titel für Juventus Turin in der Königsklasse ging auch das fünfte Endspiel danach verloren.

«Der Fußball kann ein Albtraum sein», fasste es Trainer Massimiliano Allegri zusammen. Schlimm waren die Nachrichten aus der Heimat: Bei einer Massenpanik beim Public Viewing in Turin wurden 1400 Menschen verletzt.

In Cardiff verließ Khedira die Katakomben des Endspielstadions als erster der Bianconeri. Wortlos lehnte er mit einem leichten Kopfschütteln Interviews ab. «Das muss man verstehen. Ich glaube, ich habe 2012 nicht so viele Interviews nach dem Finale gegeben», erinnerte Khediras DFB-Kollege Kroos an sein Münchner Elfmeter-Drama gegen den FC Chelsea. «Ich weiß wie es ist, ein Champions League Finale zu verlieren. Und ich hätte es im definitiv wirklich auch sehr gegönnt, aber heute war das natürlich schwierig, weil ich auf der anderen Seite war.»

Mitten im realen Freudentaumel suchte der 27-jährige Kroos kurz nach dem Schlusspfiff den drei Jahre älteren Khedira auf. Fast auf dem Anstoßpunkt umarmten sich die beiden Mittelfeldstrategen nach einem nicht nur wegen des Ausgangs konträren Final-Treffen und sprachen recht ausführlich miteinander. Hier Kroos, der mit Madrid beim 4:1 (1:1) die historische erste Titelverteidigung in der Champions League feiern konnte und groß auftrumpfte. Da Khedira, der den Ball beim Treffer zum 1:2 unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Unhaltbar für Buffon.

«Es ist eine große Enttäuschung, weil wir dachten, wir haben alles Notwendige geleistet für den Sieg», sagte Italiens Torwart-Monument. «Um diesen Pokal zu gewinnen, muss man stärker sein als alle anderen. Sie haben verdientermaßen gewonnen.» Medial wurde mitgelitten. «Ein weiterer Dolchstoß ins Herz. Eine weitere Kerbe an der Mauer der Niederlagen eines europäischen Gefängnisses, die zu sagen scheint: lebenslänglich», schrieb die «Gazzetta dello Sport».

Buffon (39), Andrea Barzagli (36), Giorgio Chiellini (32), Mario Mandzukic (31) und der mit Barcelona schon dreimalige Sieger Dani Alves (34) werden nicht mehr allzu viele Titelchancen bekommen. Khedira und Leonardo Bonucci sind auch schon 30.

«Ich glaube nicht, dass Juventus seinen Zenit schon erreicht hat. Buffon und Barzagli werden auch nächstes Jahr noch für uns spielen und uns mit ihrer Erfahrung weiterbringen. Sie können noch viel gewinnen», betonte Allegri, dessen Team die letzten Minuten nach Gelb-Rot für Juan Cuadrado in Unterzahl bestreiten musste.

«Nach dem Urlaub gehen wir mit neuer Energie zurück an die Arbeit. Juventus wird weiter wachsen und sich stetig verbessern. Wenn wir ein paar neue Spieler holen und sie integrieren, werden wir auch in der kommenden Champions-League-Saison sehr wettbewerbsfähig sein», sagte Allegri.

Erst einmal darf Khedira, der beim italienischen Rekordsieger noch einen Vertrag bis 2019 hat, im Urlaub durchschnaufen. Wie Kroos muss er nicht beim Confed Cup in Russland ran. «Juve und er persönlich haben eine tolle Saison gespielt», lobte Kroos. «Ich habe ihm für die Saison gratuliert und gesagt, dass er den Kopf hoch nehmen soll, weil es geht weiter. Jetzt gehen wir beide in Urlaub und fertig.»

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