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Pleite gegen Juve bereitet Barça Zukunftsangst

Barcelonas Star Neymar war nach dem Champions-League-Aus völlig frustriert. Foto: Emilio Morenatti

Barcelonas Star Neymar war nach dem Champions-League-Aus völlig frustriert. Foto: Emilio Morenatti

Bei Barça-Superstar Neymar flossen die Tränen in Strömen. An die Schulter von Gegenspieler und Landsmann Dani Alves gelehnt, heulte sich der Brasilianer nach dem verpassten Champions-League-Halbfinale aus.

Beim 0:0 im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin hatte der FC Barcelona mit Nationaltorwart Marc-André ter Stegen das 0:3 vom Hinspiel in Italien nicht wettmachen können. Auch der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi und die anderen Teamkollegen Neymars gingen gesenkten Hauptes vom Platz. «Das ist ein sehr harter Schlag», räumte Abwehrroutinier Gerard Piqué ein.

Das deutliche Scheitern gegen Weltmeister Sami Khedira und den italienischen Serienmeister stimmte die Katalanen nicht nur tieftraurig, es bereitet Barça auch Zukunftsangst. Die Madrider Sportzeitung «Marca», die zu Real Madrid hält, bezeichnete die Barcelona-Pleite am Tag danach groß auf Seite eins als «Begräbnis» und schrieb vom «Ende einer goldenen Ära». Aber auch die in Barcelona erscheinenden Blätter fanden sehr klare Worte: «Mundo Deportivo» sprach von einem «Alptraum», und «Sport» forderte eine «dringende Erneuerung» des Kaders.

Obwohl die Katalanen unter den 96 290 Zuschauern das Heimteam im ausverkauften Camp Nou unentwegt anfeuerten, hatten Messi & Co. nie den Hauch einer Chance. Nur einer von 19 Schüssen ging aufs Tor. Messi ging auch im dritten Spiel gegen Keeper Gianluigi Buffon leer aus - so wie auch beim 3:1-Finalerfolg 2015 in Berlin. «Das Duell haben wir schon in unserer schwachen ersten Halbzeit in Turin verloren. Die werde auch in Jahrhunderten nicht vergessen», meinte der zu Saisonende scheidende Trainer Luis Enrique.

Schon am Sonntag steht der Clásico bei Real Madrid an. «Es ist ganz klar, das Aus wird Nachwirkungen haben, aber wir können in Madrid gewinnen», beteuerte Piqué. Barça steht zwar im spanischen Pokalfinale, aber nach dem Ausscheiden in der Königsklasse hat die Primera División oberste Priorität. Und dort hat der Titelverteidiger bei einem Spiel mehr drei Punkte Rückstand auf Tabellenführer Real. Zeit zum Klagen und Hadern hat Barcelona nach dem drittem Viertelfinal-Aus der vergangenen vier Jahre in der Königsklasse als nicht - 2014 und 2016 war Atlético Madrid Endstation.

Kontrastprogramm unterdessen in Italien: «Flieg, Juve, flieg (...) und halt niemals mehr an», schrieb die «Gazzetta dello Sport». Aus der «Alten Dame» sei die «eiserne Dame» geworden - nun sind es die Bianconeri, die Europa Angst einjagen. Der «Corriere dello Sport» beschwört «das Ende von Barcelona, das Ende seiner Ära».

«Es grenzt an eine Unmöglichkeit, dass Barça kein Tor macht (...), also waren wir wirklich gut», bilanziert Juve-Coach Massimiliano Allegri. Die Mannschaft hätte einen ganzen Tag durchspielen können, ohne einen Ball durchzulassen, sagt er. «Dieses Spiel war aber kein Ziel, sondern die Durchfahrt (zum Finale) nach Cardiff.» 

«Wir waren solide, es ist keine Kleinigkeit, kein Tor von Barça zu kassieren», sagt Youngster Paulo Dybala. «SEMIFINALEEEEE!», «Halbfinale!», twitterte derweil Khedira. So groß die Freude des Nationalspielers auch ist - im Halbfinal-Hinspiel muss der Ex-Stuttgarter zuschauen. Nach einem Foul an Luis Suárez (64.) sah der Mittelfeldspieler nämlich seine dritte Gelbe Karte.

Dass Juve eine Chance auf den Sieg in der Königsklasse hat, dürfte vor allem Torhüter Buffon freuen. Der 39 Jahre alte Kapitän hofft auf seinen ersten Königsklassen-Titel. Barcelona übertrumpft zu haben, sorgt auch bei ihm für jede Menge Selbstbewusstsein. «Ein klarer und eindeutiger Sieg gegen die Mannschaft, die immer noch glaubt, die stärkste der Welt zu sein», meinte er.

Aussagen von Piqué, Spanisch

Aussagen von Luis Enrique, Spanisch

Titelseite von Marca

Juventus zum Spiel, Italienisch

Statement Allegri, Italienisch

Statement Buffon, Italienisch

Statement Dybala, Italienisch

Tweet Sami Khedira

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