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Rekordmann Ronaldo gegen Juve auf historischer Mission

Cristiano Ronaldo will Real Madrid als erste Mannschaft zur erfolgreichen Titelverteidigung führen. Foto: Christian Charisius

Cristiano Ronaldo will Real Madrid als erste Mannschaft zur erfolgreichen Titelverteidigung führen. Foto: Christian Charisius

Cristiano Ronaldo gab sich die Tage vor dem großen Showdown im Endspiel der Champions League noch einmal extra-cool. Er posierte in neuer CR7-Jeans oder zeigte sich beim Buchlesen und Teetrinken auf der Couch.

Doch innerlich brodelt es schon: Der Supertorschütze brennt auf das Finalspektakel von Cardiff wie kein anderer. Ronaldo will noch mehr Tore schießen, Bestmarken setzen, Titel gewinnen - und vor allem will er eines: Er, der Weltfußballer höchstpersönlich, will Real Madrid als erste Mannschaft in der Königsklassen-Historie zur erfolgreichen Titelverteidigung führen.

«Wir wollen Geschichte schreiben und wissen, dass wir die erste Mannschaft sein können, die zwei Mal nacheinander den Titel holt», sagte der 32-Jährige. «Mir ist klar, dass das, was ich im Fußball erreicht habe, Spuren hinterlassen hat und dass diese Spuren auch bleiben werden.»

Die Spur der Titelverteidigung verfolgen die Größen der Champions League seit zweieinhalb Jahrzehnten. Alle vergeblich. Viermal schafften es die Titelverteidiger überhaupt ins Finale, nie glückte dort der Coup. Von einem Fluch ist schon die Rede. Im 25. Endspiel der Champions League soll es gegen Juventus Turin so weit sein. Ronaldo reißt alle mit. «Ich habe das Gefühl, dass wir am Samstag ein großes Spiel machen und gewinnen werden», versicherte der beste Königsklassen-Torschütze. Aktuell steht er bei 103 Treffern.

«Es gibt keine Worte, um die Leistung von Cristiano Ronaldo zu beschreiben. Er hat jetzt mehr als 400 Pflichtspieltore für Real Madrid erzielt, das sind unglaubliche Zahlen», erklärte Trainer Zinedine Zidane, «mit ihm im Team ist alles möglich.»

Der frühere französische Weltfußballer sorgte dafür, dass Ronaldo sich in der Saison nach dem EM-Titel noch einmal ein bisschen neu erfinden konnte. Das Fußball-Genie spielt mehr auf der Neuner-Position, und er wurde in La Liga durch Zidanes Rotation so oft geschont wie seit sieben Jahren nicht. Dass der Überehrgeizling das nicht immer spaßig fand, versteht sich von selbst.

«Wir sind intelligente Menschen, also haben wir uns zusammengesetzt und beschlossen, dass er ab und an etwas weniger spielt. Nicht, weil er nicht fit wäre, sondern weil er in den entscheidenden Phasen in absoluter Topform sein möchte», sagte Zidane. Dazu arbeitet Ronaldo höchstprofessionell, sein Trainingsfleiß ist beispielhaft, den Adonis-Körper pflegt er mustergültig. Aber auch er spürt das Alter.

Zwei Tore glückten Ronaldo zum Start in die Champions-League-Saison, danach ging er sechs Spiele und schier ewige 659 Minuten leer aus. Die Pfiffe, sogar im heimischen Bernabéu-Stadion, schmerzten sogar den Mann mit dem unerschütterlichen Selbstvertrauen. «Wenn ich im eigenen Stadion ausgepfiffen werde, gefällt mir das nicht. Wenn es mal nicht gut läuft, braucht man Unterstützung. Und die haben wir nicht immer», rügte der Königsklassensieger von 2008, 2014 und 2016.

Fünf Tore im Viertelfinale gegen den FC Bayern, ein Dreierpack gegen Atlético Madrid - und alle staunten über die fünfte Finalteilnahme Ronaldos. «Er ist schon ein Phänomen. Mit seinen physischen und technischen Qualitäten ist er besonders. Und was ich am beeindruckendsten finde, ist sein Kopfballspiel», lobte auch Weltmeister Thomas Müller. «Wenn man ihn oder Leo Messi anschaut: Bei beiden ist das schon so, dass sie nochmal über allen anderen stehen.»

Für das Selbstverständnis von Ronaldo war es wichtig, die 100-Tore-Marke vor dem drei Jahre jüngeren Messi zu knacken. Als erster Star erreichte er auch 50 Tore in K.o.-Phasen. «Meine vielen Rekorde sind kein Zufall. Ich bin kein Besessener, aber ich liebe es, sie zu brechen. Dafür sind sie da», erklärte der Portugiese.

Das findet er auch beim Finalfluch. Champions-League-Siegern wird nachgesagt, dass die Gier nach einem Triumph in der Saison danach ein bisschen kleiner ist, dass die letzten Prozentpünktchen fehlen. Nicht bei Ronaldo. «Seit ich bei Real bin, sind wir noch fokussierter in die K.o.-Spiele gegangen», betonte der 32-Jährige, der sich kurz vor dem Finale im Interview mit dem spanischen TV-Sender «La Sexta» nicht mit neuen Steuervorwürfen befassen wollte. «Ich sage aus der Tiefe meines Herzens und schaue dabei in die Kamera: Wenn du die Sachen richtig machst, kannst du gut schlafen. Und ich schlafe Gott sei dank sehr gut. Und ich denke jetzt einzig und allein an das Finale der Champions League.»

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