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«Auch komisch»: Rosbergs Rückkehr in die Formel 1

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg besuchte das Rennen in Monaco. Foto: Frank Augstein

Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg besuchte das Rennen in Monaco. Foto: Frank Augstein

Auf den letzten Metern zurück in seine alte Welt beschleicht Nico Rosberg ein seltsames Gefühl. Im grauen Sommersakko flaniert der Formel-1-Weltmeister in Monaco zum ersten Mal seit seinem Rücktritt wieder durch die Startaufstellung und verrät: «Ein besonderes Erlebnis, aber auch komisch.»

Drei Mal hat Rosberg das verrückte Rennen in seiner Wahlheimat gewonnen, diesmal verfolgt er das hektische Treiben kurz vor dem Verlöschen der Roten Ampeln wie ein Edelfan. «Ich würde natürlich gern noch mal fünf Runden fahren, das würde Spaß machen, aber sonst bin ich mit mir im Reinen», sagt der 31-Jährige.

Aufgekratzt erklärt Rosberg Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng die Faszination Monaco, schüttelt Bayern-Torjäger Robert Lewandowski die Hand und wechselt ein paar Worte mit seinem alten Chef, dem Daimler-Boss Dieter Zetsche. Nach der Zieldurchfahrt versucht sich der PS-Ruheständler sogar als Conferencier an den TV-Interviews mit den drei Erstplatzierten um Sieger Sebastian Vettel.

Zuletzt hatte Rosberg die Rennserie, die elf Jahre sein Leben bestimmt hatte, nur noch am Fernseher verfolgt. «Beim Start bin ich immer noch total aufgeregt. Ich glaube, mein Körper denkt immer noch, dass er mitfährt», sagt der gebürtige Wiesbadener dem TV-Sender Sky.

Ansonsten hat Rosberg nach mehr als 20 Jahren im Motorsport komplett die Perspektive gewechselt und machte sich in den vergangenen Monaten auch rar an der Rennstrecke. Mehr Zeit für die Familie haben, das hatte der Champion bei seinem Schock-Rücktritt kurz nach dem Titelgewinn als gewichtigen Grund für seinen Entschluss genannt. Wie zum Beweis verkündete er vor wenigen Tagen, dass er bald zum zweiten Mal Vater wird.

Auch sein früherer Formel-1-Arbeitgeber Mercedes hat längst ein neues Kapitel aufgeschlagen, von Sehnsucht nach dem Weltmeister ist nicht viel zu spüren. Zu vergiftet war zuletzt das Klima zwischen Rosberg und Lewis Hamilton. «Die hatten sich auseinandergelebt. Wie in einer scheiternden Ehe ist eines Tages der Punkt gekommen, wo man sich gegenseitig nervt und das dann in Abneigung umschlagen kann», sagte Niki Lauda der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

So empfindet das silberne Lager die Zeit nach Rosberg auch ein wenig als Befreiung. Hamilton sei als «anderer Mensch» aus der Winterpause gekommen, habe sich vom Arbeitnehmer zum Teammitglied gewandelt, berichtet Teamchef Toto Wolff. Der als Rosberg-Ersatz verpflichtete Finne Valtteri Bottas erfüllt bislang die Erwartung der Teamspitze und pflegt ein deutlich entspannteres Verhältnis zu Hamilton. «Die respektieren sich, das wird so bleiben», versicherte Lauda.

Auch Rosberg scheint an einem Ende der Eiszeit mit Hamilton interessiert. Jüngst spurtete der Deutsche seinem einstigen Kartkumpel hinterher, als er ihn zufällig beim Joggen in London erspähte. London, Berlin, Portofino, Cannes - noch immer ist Rosberg viel unterwegs. Als Motivationsredner, als Werbefigur oder einfach als Partygast auf dem Roten Teppich.

Und was ist der Plan für die Zukunft? Der Ex-Rennfahrer Rosberg interessiert sich für autonomes Fahren. «Entwicklung und Technik war immer eine Leidenschaft von mir, vieles zieht mich in diese Richtung», sagt er der BBC. Aber Eile hat er damit nicht. Den Kampf gegen die Uhr hat Nico Rosberg im alten Leben zurückgelassen.

Rosberg-Interview bei der BBC

Rosberg-Porträt auf Formel-1-Seite

Infos zur Strecke

WM-Stand

Informationen des Weltverbands

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