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Auftrieb vor Ferrari-Heimspiel - Vettel furchtlos

Sebastian Vettel will die Ferrari-Fans in Monza jubeln lassen. Foto: Geert Vanden Wijngaert

Sebastian Vettel will die Ferrari-Fans in Monza jubeln lassen. Foto: Geert Vanden Wijngaert

Nach dem Mutmacher von Belgien will Sebastian Vettel den Tifosi erst recht den ersten Heimsieg für Ferrari seit 2010 bescheren und die Siegesserie der Silberpfeile in Italien beenden.

Im knallharten und maximal engen Duell um die Formel-1-Weltmeisterschaft mit Lewis Hamilton ist der deutsche Spitzenreiter nun in Monza unter Zugzwang, wenn er verhindern will, dass der Brite im Mercedes nach Punkten gleichzieht. «Wir sind auf dem richtigen Weg, und ich denke, es gibt von jetzt an keine Strecke mehr, vor der wir Angst haben müssen», sagte Vettel, ehe er Spa-Francorchamps nach Platz zwei hinter Hamilton verließ.

Es war so knapp, dass die Hauptbeteiligen selbst überrascht waren, galt der schnelle Kurs doch eigentlich als Paradestrecke von Mercedes. So wie die nun wartende Strecke. Schon am Sonntag steht WM-Runde 13 von 20 Rennen an. Ort: Der Königliche Park von Monza, die Hochgeschwindigkeitsstrecke der Formel 1 schlechthin.  

Gewinnen konnte Vettel beim Heimrennen der Scuderia schon dreimal. Allerdings gelang dem mittlerweile 30-Jährigen das einmal im Toro Rosso, 2008 bei seinem ersten Grand-Prix-Sieg, und zweimal im Red Bull (2011 und 2013). Seit seinem Wechsel zur Scuderia zur Saison 2015 wartet Vettel in Monza auf Platz eins. Seit drei Jahren ist Italien in Mercedes-Hand: Hamilton 2014 und 2015 und Nico Rosberg vor einem Jahr hießen die Sieger. Wie Vettel kommt auch Hamilton auf drei Siege dort, 2012 wurde er im McLaren als Erster abgewunken.

Mehr geht also kaum: Die beiden erfolgreichsten Piloten von Monza im aktuellen Fahrerfeld in mittlerweile nahezu gleich starken Autos. «Ich denke, letztlich war Ferrari heute schneller», meinte Hamilton sogar nach seinem Erfolg in Belgien. «Wenige von Hamiltons 58 Grand-Prix-Siegen, wenn überhaupt einer, waren so abgebrüht wie dieser», lobte der britische «Telegraph». Die «Gazzetta dello Sport» dichtete: «Hamilton baut eine Mauer vor Vettel». Und die spanische «Marca» schwärmte: «Hamilton ist einzigartig. Wenn er so fährt, kann ihm niemand Paroli bieten.»

Entscheidend für den Sieg war die Qualifikation, in der sich Hamilton mit der 68. Pole vor Vettel gesetzt hatte. Schon vor der Sommerpause hatte Vettel bei der Startplatzjagd Nachbesserungsbedarf gesehen.

Zweimal schaffte es der viermalige Weltmeister aus Deutschland in diesem Jahr auf die Pole Position, siebenmal schon Hamilton. Die größere Stärke des SF70 H von Vettel liegt im Rennen, und das mittlerweile auf jedem Streckentyp. «Auf dem Papier sah es vor dem Rennen zumindest so aus, als läge uns der Kurs nicht besonders», kommentierte Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene in Belgien, «wir haben aber gezeigt, dass wir bis zur letzten Kurve im den Sieg kämpfen können».

In Monza wird sein Team von Zehntausenden Fans angetrieben. Was Vettel erwartet, sind Emotionen pur, zumal er sich mit seinem neuen Vertrag bis Ende 2020 zur Scuderia bekannte und noch immer die WM-Wertung vor Hamilton anführt. Sieben Punkte Vorsprung sind es.

Und es ist nach dem Auftakt in die entscheidende Saisonphase klar, dass es nur noch ein Kampf der beiden PS-Giganten ist. Kimi Räikkönen (5. WM-Platz, 92 Punkte Rückstand) im Ferrari und Valtteri Bottas (3. WM-Platz/41 Punkte Rückstand) im Mercedes werden wohl nur noch Helferrollen übernehmen dürfen.

Dem Gesetz der Serie in diesem Jahr folgend, kann Hamilton in Italien nicht siegen. Noch nie in diesem Jahr hat ein Fahrer zwei Rennen nacheinander gewonnen. Gelingt es Hamilton doch, würde er nach Punkten zumindest zu Vettel aufschließen und würde auch bei Gleichstand mit Vettel dank der höheren Zahl der Siege ausgerechnet im Ferrari-Land Italien die WM-Führung übernehmen.

«Es ist noch nicht vorbei», sagte Hamilton ziemlich nüchtern. Den harten Kampf auf höchstem Niveau merkte man ihm auch Stunden nach seinem Sieg noch an, als er das Rennen mit Latzhose in der Unterkunft von Mercedes analysierte, entschlossen, aber keineswegs siegessicher. «Was beruhigend ist nach 200 Grand Prix: Ich bin stärker als je zuvor. Man sagt ja, dass man im Alter schlechter wird. Ich denke, das ist genau umgekehrt», meinte Hamilton.

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