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Hamiltons Konter: Souveräner Sieg in Shanghai vor Vettel

Shanghai-Sieger Lewis Hamilton wirft seine Trophäe in die Luft. Foto: Toru Takahashi

Shanghai-Sieger Lewis Hamilton wirft seine Trophäe in die Luft. Foto: Toru Takahashi

Voller Anerkennung klopfte Sebastian Vettel seinem Rivalen Lewis Hamilton auf die Brust, nachdem sie ihre Wagen abgestellt hatten. Mit seinem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg hatte der Brite beim Großen Preis von China im Formel-1-Zweikampf mit dem Ferrari-Piloten zurückgeschlagen.

In einem Grand-Prix mit zwei Safety-Car-Phasen, mehreren Drehern und Rad-an-Rad-Duellen verwies der britische Mercedes-Pilot nach einer fehlerlosen Leistung seinen deutschen Rivalen auf den zweiten Rang und baute seine Shanghai-Bilanz auf fünf Erfolge aus.

«Ich habe versucht, zu Lewis aufzuschließen. Aber jedes Mal hatte er eine Antwort», sagte Vettel und musste zugestehen, dass er an diesem Tag gegen seinen Konkurrenten keine Chance hatte. Dennoch war er nicht enttäuscht: «Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein.»

Noch vor zwei Wochen hatte Hamilton dem Heppenheimer zu dessen Auftaktsieg in Melbourne gratulieren müssen. «Das Rennen hat Spaß gemacht», sagte er nun nach seinem 54. Karrieresieg und ist schon gespannt auf den nächsten Akt des elektrisierenden Duells Silber gegen Rot. «Ich freue mich auf den Kampf.» Auch Vettel ist bereit: «Wir scheinen gut unterwegs zu sein.» Mit seinem Erfolg schloss der Dreifach-Champion nach dem zweiten Saisonrennen im Klassement zum viermaligen Weltmeister aus Deutschland auf. Beide reisen mit je 43 Punkten zum Rennen am kommenden Sonntag in Bahrain.

«Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Eine perfekte Strategie von Mercedes. Danke an alle», sagte Teamaufsichtsratschef Niki Lauda. Anerkennung gab es auch vom zurückgetretenen Mercedes-Weltmeister Nico Rosberg via Twitter: «Zurück an der Spitze. Gratulation an Lewis/Merci! Sehr verdient»

Der niederländische Youngster Max Verstappen lieferte in der Millionen-Metropole eine furiose Aufholjagd und raste im Red Bull von Rang 16 auf das Podium, knapp vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo und Kimi Räikkönen im zweiten Ferrari. Rosberg-Nachfolger Valtteri Bottas musste sich im zweiten Silberpfeil mit Rang sechs begnügen. Nico Hülkenberg verpasste hingegen nach einem guten Qualifikations-Ergebnis auf Rang sieben auch in seinem zweiten Rennen für Renault als Zwölfter die Punkteränge.

Die Anfangsphase des Rennen geriet zum Chaos. Schon vor dem Start war an den Kommandoständen über die Reifenwahl gerätselt worden. Auf der abtrocknenden Strecke wählten die meisten die für feuchte Bedingungen vorgesehenen Mischwetter-Reifen.

Hamilton beeindruckte das nicht. «An solchen schwierigen Tagen willst du niemanden anders im Auto haben als Lewis», meinte Mercedes-Teamchef Toto Wolff über seinen Star-Piloten. Der Start verlief zunächst noch unspektakulär. Polesetter Hamilton verteidigte seine Führung, Vettel musste sich Bottas im zweiten Silberpfeil erwehren, blieb aber auf Platz zwei.

Die erste Hektik kam auf, als Williams-Youngster Lance Stroll nach einer Kollision mit Sergio Perez im Force India in der zweiten Runde im Kies stecken blieb. Die anschließende virtuelle Safety-Car-Phase nutzte Vettel, um frühzeitig auf die Slicks-Reifen für die trockene Strecke zu wechseln. Der Heppenheimer fand sich auf Platz sechs wieder.

Kurz nachdem das Rennen wieder freigegeben worden war, schoss Antonio Giovinazzi auf der Zielgeraden in die Streckenbegrenzung. Der Ersatzmann für den noch verletzten Worndorfer Pascal Wehrlein zerlegte seinen Sauber, das reale Safety Car musste raus.

Erneut nutzten einige Fahrer die Möglichkeit zum Reifenwechsel, darunter auch Hamilton. Drei Runden später ging das Rennen richtig los. Hamilton fuhr von der Spitze weg, Vettel lag nun an Position fünf, weil der vor ihm liegende Bottas nach einem Dreher noch in der Safety-Car-Phase zurückfiel. «Er hat das Rennen weggeschmissen», sagte sein Chef Wolff. «Danach war er von der Rolle.»

Mit zwei starken Überholmanövern gegen Räikkönen in der 20. Runde und zwei Durchgänge später gegen Ricciardo schob sich Vettel auf Rang drei vor. Als sich in der 29. Runde Verstappen verbremste, fuhr er auch an dem Super-Talent ohne Mühe vorbei.

Wenig später holte er sich noch einmal neue Reifen und reihte sich auf Rang drei hinter Räikkönen ein. Auch Hamilton reagierte und kam zum Pneuwechsel, verteidigte aber seine Führung. Räikkönen musste ebenfalls erneut an die Box, so dass Vettel wieder zum ersten Verfolger wurde. Gefährden konnte er Hamilton nicht mehr.

Fakten zur Rennstrecke

Formel-1-Fahrerfeld

Regeländerungen zur Saison 2017

Fahrerwertung

Zeitplan zum China-Rennen

Weltverbands-Vorschau

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