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Vettels Antrieb: Für ein paar Minuten den Silverstone-Pokal

Sebastian Vettel will in Silverstone den Siegerpokal in den Händen halten. Foto: Frank Augstein

Sebastian Vettel will in Silverstone den Siegerpokal in den Händen halten. Foto: Frank Augstein

Ein möglicher psychologischer Schlag gegen Lewis Hamilton mit einem Sieg ausgerechnet bei dessen Heimrennen spielt für Sebastian Vettel keine Rolle. «Für mich ist die größere Motivation zu gewinnen, weil das hier das Home of Racing ist», sagte der viermalige Formel-1-Weltmeister.

Und Vettel ist scharf auf den Pokal für den Sieger des Großen Preises von Großbritannien. «Es gibt zwei: den einen darf man nur kurz halten, den anderen darf man behalten. Der, den man abgeben muss, ist aber der Schönere», sagte der wieder spürbar besser gelaunte Vettel am Donnerstag im Motorhome seines Ferrari-Teams.

Nur einmal konnte Vettel im Home of British Racing gewinnen, 2009 im Red Bull. Acht Jahre später stehen die Chancen auf den zweiten Sieg auf dem Silverstone Circuit gut, es wäre der 46. seiner Karriere.

Und es würde bedeuten, dass Vettel den Vorsprung in der WM-Wertung nach der Hälfte der 20 Rennen noch einmal um mindestens sieben Punkte ausgebaut hätte - der erste bekommt 25 Zähler, der zweite 18. Nur dass sich Verfolger Lewis Hamilton auf keinen Fall mit Rang zwei zufrieden geben will. «Es ist ein Muss für britische Fahrer zu gewinnen», sagte der 32-Jährige und freute sich bereits auf ein «unglaublich intensives Wochenende».

Eines, auf das er sich auf seine Weise vorbereitete. Mit Freunden genoss er einen Kurzurlaub. Fotos zeigen ihn unter anderem am Strand von Mykonos. Die Kritik, als der Superstar im Fahrerfeld und Lokalmatador nicht zum Showevent am Mittwochabend in London gekommen zu sein, prallte an Hamilton am Donnerstag ab.

«Es ist gut, hier zu sein», sagte er zu Beginn seiner Ausführung bei der offiziellen Pressekonferenz, in der immer wieder die Rede auf seinen Ferienausflug kam. «Ich habe versucht, mich so gut wie möglich vorzubereiten. Ich habe mich die vergangenen Tage ein bisschen entspannt», sagte er. Selbst das Handy sei die meiste Zeit aus gewesen.

Jeder Fahrer habe das Recht gehabt, zu entscheiden, ob er mitmachen wollte oder nicht, betonte Hamilton. Er habe den Organisatoren in der vergangenen Woche bereits gesagt, dass er nicht zu der Veranstaltung kommen würde. Hamilton war der einzige, der so entschieden hatte und hatte dafür Pfiffe und Buhrufe am Trafalgar Square geerntet.

Dass die britischen Fans nun auch am Rennwochenende vom Engländer Hamilton zum Deutschen Vettel umschwenken, damit rechnet der gebürtige Heppenheimer nicht. «Ich bin nicht der Heim-Fahrer, die Fans werden die Heim-Fahrer schon anfeuern. Und das sollten sie auch tun», sagte Vettel.

Vettel gegen Hamilton ist das eine, Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas das andere. Der Nico-Rosberg-Nachfolger liegt nur 15 Punkte hinter Hamilton, Vettel ist 35 Zähler entfernt. «Ich fühle, dass ich gerade das Momentum habe», sagte Bottas, der am Sonntag in Österreich seinen zweiten Saisonsieg gefeiert hatte. Den Pokal, selbst den kleineren, will Vettel dem Finnen in Silverstone aber nicht überlassen.

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