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Schwache Torfrauen: Reihenweise Slapstick-Aussetzer

Gepatzt: Die niederländische Torhüterin Sari van Veenendaal greift am Ball vorbei. Foto: Carl Sandin

Gepatzt: Die niederländische Torhüterin Sari van Veenendaal greift am Ball vorbei. Foto: Carl Sandin

Fehler über Fehler - bei der Frauenfußball-EM in den Niederlanden überbieten sich die Torhüterinnen mit Slapstick-Aussetzern. In etlichen Spielen waren die Schlussfrauen verschiedener Teams mit teils unerklärlichen Fehlgriffen für Gegentore verantwortlich.

Zuletzt erst leistete sich die Dänin Stina Lykke Petersen im Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft einen eindrucksvollen Lapsus. Nach einem Fernschuss von Isabel Kerschowski boxte sie sich den Ball zum 0:1 selbst ins Tor - und hatte Glück, dass ihre Teamkolleginnen die Partie später noch zum 2:1-Sieg drehten.

Auffällig sei, dass viele Torhüterinnen bei der Europameisterschaft «besonders bei hohen Bällen» große Probleme hätten, sagte die frühere Bundestrainerin Silvia Neid der Deutschen Presse-Agentur. Die 53-Jährige ist während des Turniers in Holland als Beobachterin und Spiele-Analystin für den Deutschen Fußball-Bund unterwegs.

Das im Viertelfinale ausgeschiedene DFB-Team hatte in der Vorrunde gegen Italien (2:1) bereits von einem Patzer der gegnerischen Torhüterin Laura Giuliani profitiert, die beim 1:0-Führungstreffer eine harmlose Freistoßflanke durch die Hände rutschen ließ. Beim EM-Gastgeber Niederlande am meisten diskutiert wurde der grobe Fehler der eigenen Schlussfrau Sari van Veenendaal, die im Gruppenspiel gegen Belgien (2:1) eine Bogenlampe falsch einschätzte, passieren ließ und den Ausgleich verschuldete.

Die Schweizerin Gaelle Thalmann verspielte mit einem Schnitzer gegen Frankreich (1:1) den Viertelfinal-Einzug ihres Teams, als sie den Ball nach einem Freistoß unbeholfen ins eigene Tor beförderte. Die österreichische Stürmerin Sarah Zadrazil nutzte gegen Island (3:0) ein Missgeschick von Gudbjörg Gunnarsdottir, die eine ungefährliche Flanke in Slapstick-Manier nach vorn vor Zadrazils Füße abklatschte. Die Portugiesin Patricia Morais verschuldete gegen England das 0:1 und hatte damit maßgeblichen Anteil an der 1:2-Niederlage.

Deutschlands Almuth Schult hielt sich bei der EM schadlos - sie patzte zuletzt kräftig beim Vorbereitungsspiel gegen Brasilien am 4. Juli. «Das ist einfach Dummheit gewesen», sagte die Torfrau vom VfL Wolfsburg nach ihrem Blackout beim Gegentreffer zum 1:2, als sie sich den Ball am eigenen Fünf-Meter-Raum abluchsen ließ. Letztlich hatte das DFB-Team den Freundschaftskick aber noch mit 3:1 gewonnen.

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