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Selbstbewusst zur EM - Jones: «Wir wollen den Titel»

Steffi Jones überwacht das Training der deutschen Nationalspielerinnen. Foto: Uwe Anspach

Steffi Jones überwacht das Training der deutschen Nationalspielerinnen. Foto: Uwe Anspach

Die deutschen Fußballerinnen reden nicht lange um den heißen Brei herum. «Wir sind acht Mal Europameister. Natürlich ist unser Ziel, den Titel erfolgreich zu verteidigen», sagte Bundestrainerin Steffi Jones selbstbewusst wenige Tage vor Beginn des EM-Turniers in den Niederlanden.

Dass der neunte Erfolg bei der Europameisterschaft vom 16. Juli bis 6. August keine Selbstverständlichkeit ist, weiß die 44-Jährige bei ihrer EM-Premiere als Chefin auf der Bank natürlich. «Die anderen Nationen haben aufgeholt und wollen uns den Titel streitig machen.»

Seit gut zehn Monaten steht die ehemalige Nationalspielerin als Trainerin an der Spitze der erfolgreichsten Frauenfußball-Nation der Welt. Obwohl ihr der Job als WM-OK-Präsidentin und DFB-Direktorin auch viel Spaß machte, hat Jones den Wechsel vom Schreibtisch zurück auf den Rasen keinen Tag bereut. «Das wird auch so bleiben», betonte sie im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Zunächst konnte Jones sich ein Jahr lang als Assistentin von Silvia Neid akklimatisieren, alle Abläufe kennenlernen. Nach dem Abschied der dreimaligen Welttrainerin, die ihre Karriere mit dem Gewinn der olympischen Goldmedaille in Rio krönte, übernahm Jones das Zepter. Mit ihrer Art kommt sie bei den Spielerinnen gut an. «Sie macht es sehr gut. Sie kommuniziert viel und ist sehr positiv», lobte nicht nur die für Bayern München spielende Sara Däbritz.

Die nach den Rücktritten von Saskia Bartusiak und Annike Krahn zur Abwehrchefin aufgestiegene Babett Peter vom deutschen Meister VfL Wolfsburg hob hervor, dass Jones allen das Gefühl gebe, wirklich dazuzugehören und wichtig für das Team zu sein. «Steffi setzt großes Vertrauen in mich. Das tut wahnsinnig gut, zu wissen, dass die Trainerin hinter einem steht», schwärmte Peter, hinter Stürmerin Anja Mittag (154 Länderspiele) mit 107 Einsätzen die erfahrenste Akteurin im verjüngten 23er-Kader. Mittag bezeichnete Jones als «sehr offen, auch für Feedback, und harmoniebedürftig».

Sportlich hat das DFB-Team nach dem Gold-Triumph von Rio im vorigen August kaum Qualität eingebüßt. Auch wenn in Routinier Melanie Behringer (DFB-Karriereende), den verletzten Simone Laudehr und Melanie Leupolz sowie Alexandra Popp, die in der vergangenen Woche ihren EM-Traum wegen einer im Trainingslager erlittenen Knieverletzung begraben musste, weitere Stammkräfte verloren gingen.

Neulinge wie die 22 Jahre alten Lina Magull (Wolfsburg) und Linda Dallmann (Essen), Stürmerin Hasret Kayikci (25/Freiburg) oder die Neu-Münchnerin Kristin Demann (24) bringen frischen Wind und schüren den Konkurrenzkampf. Sie sei vom «guten Mix» ihrer Auswahl «total überzeugt», meinte Jones: «Wir haben sehr hohe Qualität im Kader. Alle verstehen sich prima. Der Teamgeist ist super. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir Europameister werden können.»

Selbst wenn es erstmals seit 1995 - Deutschland gewann den EM-Titel seitdem sechsmal in Serie - nicht zum EM-Triumph reichen würde, wäre es kein Beinbruch. Jones ist sicher, auch in diesem Fall die Unterstützung der DFB-Oberen nicht zu verlieren. Denn: «Eigentlich kommt diese EM zu früh! Unser Prozess ist nicht abgeschlossen, und wir sind spielerisch noch nicht da, wo wir einmal hinwollen.»

Schon im Auftaktmatch der Gruppe B am 17. Juli (20.45 Uhr/ARD) in Breda gegen den Dauerrivalen und Olympia-Zweiten Schweden wird es ernst. Zuvor treffen die anderen deutschen Vorrundengegner Italien und Russland aufeinander. «Schweden ist für mich EM-Mitfavorit. Ich freue mich, dass wir mit so einem Spiel ins Turnier starten, da muss man gleich voll da sein», befand Peter. Und Goeßling bemerkte lapidar: «Nach dem Schweden-Spiel wissen wir, wo wir stehen.»

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