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Titel-Anspruch und Talentschmiede: Schwierige U21-Mission

Die deutsche U21-Auswahl wird unter anderem vom Bremer Serge Gnabry angeführt. Foto: Guido Kirchner

Die deutsche U21-Auswahl wird unter anderem vom Bremer Serge Gnabry angeführt. Foto: Guido Kirchner

Die Geschichte der goldenen Generation um Manuel Neuer und Mesut Özil soll sich bei der U21-EM auch ohne reichlich Stammpersonal wiederholen.

Obwohl Trainer Stefan Kuntz beim Turnier in Polen im Juni auf gleich neun Confed-Cup-Fahrer verzichten muss, hält er an der Mission EM-Titel fest. Die sechs U21-Europameister von 2009 und späteren Weltmeister sind für den Coach und sein Team ein Vorbild. «Wir als Deutschland haben den Anspruch, zum Mitfavoritenkreis zu gehören und dieser Rolle auch gerecht zu werden», sagte Kuntz bei der Vorstellung der beiden Aufgebote in Frankfurt am Main.

25 Profis hat Kuntz nominiert, der Kader wird noch auf 23 Spieler reduziert. Viele erfahrene Spieler fehlen, in dem Kölner Lukas Klünter und Felix Platte vom SV Darmstadt sind zwei U21-Debütanten dabei. Kuntz bezeichnete seinen Kader als «interessante Mischung» mit «sehr viel Potenzial». Bei den kontinentalen Titelkämpfen trifft seine U21-Auswahl auf Tschechien (18. Juni), Dänemark (21. Juni) und Italien (24. Juni) und muss daher «von Anfang an Vollspeed» geben, wie Kuntz mit Blick auf die anspruchsvollen Gruppengegner betonte.

Immer wieder als ein leuchtendes Beispiel genannt werden die sechs U21-Europameister von 2009: Neuer, Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Özil führten die DFB-Junioren damals zum Titel und waren fünf Jahre später Stützen beim WM-Triumph in Brasilien. Eine ähnliche Erfolgsstory soll möglichst auch die aktuelle hochtalentierte U21-Generation schreiben.

Die Verantwortung bei der EM müssen ohne die Confed-Cup-Fahrer aber andere übernehmen - etwa Abwehrchef Niklas Stark von Hertha BSC, Angreifer Davie Selke von RB Leipzig oder der erfahrene Schalker Max Meyer. Sie sollen bei der U21-EM zu Führungsspielern reifen und dann auch für die WM 2018 eine Option sein. «Jeder Spieler hat seine Rolle, wohl überlegt im Hinblick auf WM 2018», erklärte Kuntz. «Dass die A-Nationalmannschaft das Endziel sein muss, das ist auch klar.»

Denn auch Kuntz ordnet sich dem großen Ziel WM 2018 komplett unter - und verzichtet dafür in Polen auf Profis wie Leon Goretzka, Timo Werner oder Matthias Ginter, die zuletzt zu den absoluten Stützen seiner Elf gehörten. «Über allem steht WM 2018», sagte Kuntz. «Für uns steht im Blickpunkt, dass wir bei dieser EM möglichst viele Spieler schon vorbereiten möchten auf die WM.» Auch Bundestrainer Joachim Löw betonte: «Es gibt Spieler, die hätten beiden Mannschaften gut getan.» Die «perfekte Lösung» könne es daher nicht geben.

Seine Nachwuchsnationalmannschaften bezeichnet der DFB als «Talentschmiede» und «Sprungbrett». Den vollen Sommer der U-Teams mit fünf Turnieren und dem Höhepunkt U21-EM wird daher auch Löw mit Interesse verfolgen. «Wir beim Verband haben natürlich auch das Ziel, bei allen Turnieren sportlich eine gute Visitenkarte abzugeben», sagte der Bundestrainer, stellte aber auch klar: «Bei der U17, U19, Titel zu gewinnen, das ist wunderschön, aber für uns ist eigentlich noch wichtiger, die Spieler auf ein Weltklasseniveau zu bringen.»

Deutschlands Kader für die U21-EM:

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