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DHB-Frauen verlieren in letzter Sekunde

Die deutschen Handballerinnen unterlagen Rumänien knapp mit 22:23. Foto: Guido Kirchner

Die deutschen Handballerinnen unterlagen Rumänien knapp mit 22:23. Foto: Guido Kirchner

Als Clara Woltering nach dem dramatischen Ende einer erfolgreichen EM auf einer Krankenliege vom Parkett gerollt wurde, stand ihren Teamkolleginnen und Bundestrainer Michael Biegler der Schrecken ins Gesicht geschrieben.

«Ich bin sehr geschockt», sagte Biegler nach dem 22:23 (11:11) im Spiel um Platz fünf gegen Rumänien. Auch Spielführerin Anna Loerper war sichtlich mitgenommen: «Es ist ganz bitter, dass in der letzten Sekunde dieses Turniers ein solcher Schock passiert.»

Bei der letzten Aktion des Spiels wurde Woltering von Rumäniens Siegschützin Cristina Zamfir mit dem Knie unglücklich an der Schläfe getroffen und erlitt dabei nach DHB-Angaben eine schwere Schädelprellung. Noch eine Stunde nach dem Abpfiff war die 33-Jährige benommen und stand weiter unter ärztlicher Beobachtung. Biegler ließ aus Sorge um die Dortmunderin die obligatorische Pressekonferenz platzen und eilte sofort in die Kabine. Trotz ihrer Verletzung konnte Woltering die Heimreise mit der Mannschaft antreten.

Auch Zamfir musste noch auf dem Parkett medizinisch versorgt werden, weil sie mit dem Kopf gegen den Pfosten knallte. «Als sie wieder zu sich gekommen war, hat sie sich sofort entschuldigt - und Clara gute Besserung gewünscht», berichtete Loerper.

Die zweite Turnier-Niederlage für die «Ladies» wurde damit zur Nebensache. Zumal die Biegler-Truppe ihre beste EM-Platzierung seit 2008 (vierter Rang) schon mit dem Erreichen des Platzierungsspiels sicher hatte. Beste Werferin im Scandinavium von Göteborg war Svenja Huber mit fünf Toren.

Mit dem insgesamt gelungenen Auftritt in Schweden setzte die DHB-Auswahl ein Zeichen für die Heim-Weltmeisterschaft 2017. Das durchaus mögliche Halbfinale hatte sie nur durch ein 20:20 im Hauptrundenspiel gegen Spanien verpasst.

Aber auch mit dem sechsten Platz sind alle zufrieden. «Wenn uns das jemand vor dem Turnier gesagt hätte, hätte ich ihn für verrückt gehalten», sagte DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld. «Die vier Halbfinalisten sind noch etwas vor uns, aber wir haben den Rückstand zur Weltspitze deutlich verringert.»

Diese Einschätzung teilt auch Biegler: «Die Entwicklung war hervorragend. Die Mannschaft braucht noch Zeit, aber mit unserem Projekt Heim-Weltmeisterschaft 2017 sind wir auf einem guten Weg, denn wir haben bei der EM viel gelernt.»

Das bewies die DHB-Auswahl auch gegen Rumänien. In der ersten Hälfte wechselte die Führung ständig. Der WM-Dritte von 2015 schonte die aktuelle Welthandballerin Cristina Neagu, die aktuell Führende der EM-Torschützenliste. Aber auch ohne den Weltstar setzte sich das Karpatenteam nach dem 11:11 zur Pause auf 15:12 ab.

Dann war es wieder einmal Woltering, die ihre Mannschaft mit zahlreichen Paraden zurück ins Spiel brachte. Nach eher zögerlichem Beginn nahm das Spiel schließlich Fahrt auf, das Geschehen wogte am Ende hin und her. Dabei vergab die DHB-Auswahl zwei Siebenmeter und 15 Sekunden vor Schluss die Siegchance, als der Ball leichtfertig im Angriff verloren wurde.

Am Abend ging es für die deutsche Mannschaft mit dem Bus Richtung Heimat - aber bald werden sie zurück in Göteborg sein. Dort findet am 18. März das erste Länderspiel des WM-Jahres statt.

DHB-Kader

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