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Deutsches Speerwurf-Trio im Finale - «Am Samstag Vollgas»

Johannes Vetter warf den Speer über 91 Meter weit. Foto: Rainer Jensen

Johannes Vetter warf den Speer über 91 Meter weit. Foto: Rainer Jensen

Pflicht erfüllt, Kraft gespart, Finale gebucht: Das hoch gehandelte deutsche Speerwurf-Trio will am Samstag zuschlagen und Deutschland im Medaillenspiegel der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London endlich nach oben katapultieren.

Olympiasieger Thomas Röhler, der deutsche Rekordmann Johannes Vetter und ihr Kumpel Andreas Hofmann nutzten die Qualifikation als ambitionierte Trainingseinheit. Für alle war die geforderte Weite (83,00 Meter) kein Problem.

Rekordmann Vetter haute gleich im ersten Versuch richtig einen raus: 91,20 Meter - noch nie bei einer WM war ein Speerwerfer in der Qualifikation besser. Der 24-Jährige aus Offenburg führt mit seinem deutschen Rekord von 94,44 Metern, den er am 11. Juli in Luzern aufstellte, auch die Saisonliste der weltbesten Speerwerfer an - vor Röhler und Hofmann.

Vetters Mitstreiter brauchten zwei Anläufe mit dem 800 Gramm schweren Speer: Der Jenaer Röhler qualifizierte sich mit 83,87 Metern für den Medaillenkampf am Samstag (21.15 Uhr MESZ). Andreas Hofmann kam auf 85,62 Meter. «Ich war mit dem Einwerfen schon zufrieden. Da war klar: Die Nummer läuft heute. Jetzt sind wir zu dritt im Finale», sagte Röhler.

«91 Meter sind ziemlich geil! Die Form stimmt, und ich bin verletzungsfrei», meinte Vetter nach der Pflicht vor 56 290 Zuschauern im Olympiastadion von 2012. «Nun muss ich am Samstag Vollgas geben. Ich bin gut drauf und möchte mir im Finale am besten eine Medaille abholen. Mit 88 Metern und Bronze wäre ich auch zufrieden - aber eigentlich darf es schon etwas mehr sein», meinte Vetter in den Katakomben des Stadions. Der Interview-Marathon hatte ihn mehr geschlaucht als der eine Wurf.

«Nach dem zweiten Versuch ist mit ein Stein vom Herzen gefallen», gab der Mannheimer Hofmann zu. «Jetzt sind die Perspektiven gut, jetzt wollen wir am Samstag noch einen drauflegen.»

Bundestrainer Boris Obergföll war mit seinem Schützling Vetter mehr als zufrieden. «Qualifikation überstanden. Perfekt gelöst. Vielleicht ein bisschen zu weit, aber egal», scherzte der frühere Weltklasse-Speerwerfer. Aber: «Am Samstag zählen die 91,20 Meter gar nichts mehr.»

Ein Triple im Speerwerfen - Gold, Silber und Bronze für eine Nation - das gab es in der WM-Geschichte seit 1983 noch nie. «Wir drei sind alle verrückt genug, um davon zu träumen», hatte Röhler schon vor dem WM-Abenteuer gesagt. «Andererseits sind wir Realisten genug, um das Stadion nicht in Tränen zu verlassen, wenn wir es nicht packen.»

Auch vor zwei Jahren in Peking standen die drei Modellathleten im WM-Finale, verpassten aber das Podium: Röhler wurde Vierter, Hofmann Sechster, Vetter Siebter. Das Double schafften 1991 in Tokio zwei Finnen: Kimmo Kinnunen und Seppo Räthy holten Gold und Silber.

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