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Diskus-Olympiasieger Robert Harting erreicht WM-Finale

Bereits mit seinem ersten Versuch errichte Robert Harting in der Qualifikation die nötige Weite. Foto: Bernd Thissen

Bereits mit seinem ersten Versuch errichte Robert Harting in der Qualifikation die nötige Weite. Foto: Bernd Thissen

Typisch Robert Harting: Gleich im ersten Versuch hat der Diskus-Olympiasieger von 2012 den richtigen Dreh rausgehabt mit 65,32 Metern locker das Finale der Weltmeisterschaften in London erreicht.

«Das war der Plan», sagte der 32-jährige Berliner nach der Qualifikation am Freitag und fügte selbstironisch hinzu: «Die Gegner wollen einen fairen Wettkampf. Es nützt ja nichts, wenn eine Heulsuse dabei ist.»

Grund zum Zweifeln an seiner Leistungsfähigkeit hatte der Weltmeister von 2013, 2011 und 2009 vor dem Auftritt an der Themse allemal. Die Ergebnisse vor der WM waren nicht berauschend. Nach einem Kreuzbandriss und zwei Knie-Operationen ging es nur langsam wieder aufwärts. «Ich fühle mich gut, bin momentan körperlich gut drauf», meinte Harting befreit. «Ich freue mich, das Finale angehen zu können, ohne irgendwie traurig zu sein.»

Motivierend war für ihn auch die Rückkehr an die Stätte seines größten Erfolges: Im Olympiastadion von London holte er fünf Jahre zuvor Olympia-Gold. «Ich komme hier rein, fühle mich wohl», sagte Harting. «Ich kann alles anfassen, es gibt mir alles Energie.» Deshalb geht er mit großer Zuversicht, aber auch Gelassenheit in den Medaillenkampf am Samstagabend: «Ich werde mich im Finale wohlfühlen wie noch nie. Ich hoffe, dass ich das nutzen kann.»

Dabei war der Blick auf die Weltbestenliste für Harting nicht gerade ein Vergnügen. Von Platz zehn aus lag er mit seiner Vorleistung von 66,30 Metern - 4,99 Meter von der Nummer eins, dem Schweden Daniel Stahl, entfernt. «Meine Möglichkeiten sind zwar begrenzt. Aber ich bin immer noch total daran interessiert, Grenzen zu verschieben. Das törnt mich an», sagte Harting, der 2018 bei der EM in seiner Heimatstadt Berlin seine Karriere beenden wird.

Das Gefühl, nach einer außerordentlich erfolgreichen Laufbahn nichts mehr verlieren zu können, gibt ihm weitere Stärke. «Ich bin doch in einer coolen Situation, die hatte ich lange nicht mehr: Die anderen haben den Druck», sagte Hartung, der seinen psychischen Zustand so beschrieb: «Konzentrierter. Kontrollierter. Freigeistiger. Effizienter.»

Sein Trainer Marko Badura traut seinem Schützling im Finale Würfe von 67 bis 68 Metern zu. «Wofür das dann reicht, steht in den Sternen», sagte der Coach. «Eine Medaille wäre ein Traum, aber Gold und Silber sind aus meiner Sicht vergeben.»

Nur von der Tribüne konnte Robert Hartings Bruder Christoph das Diskus-Wettkampf mitverfolgen. Der Olympiasieger von 2016 war in der nationalen WM-Ausscheidung gescheitert.

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