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Ein Auslaufmodell - die Diamond League der Leichtathleten

IAAF-Präsident Sebastian Coe will die «Ein-Tages-Sportfeste neu definieren.» Foto: Martin Rickett

IAAF-Präsident Sebastian Coe will die «Ein-Tages-Sportfeste neu definieren.» Foto: Martin Rickett

Die Diamond League der Leichtathleten ist ein Auslaufmodell. Nach dem zweiten Finale am Freitag in Brüssel wird die Debatte über die Premium-Serie des Weltverbandes IAAF an Fahrt aufnehmen.

«Wir müssen unsere Ein-Tages-Sportfeste neu definieren», kündigte IAAF-Präsident Sebastian Coe an. Allerdings laufen die Verträge mit den 14 Meeting-Veranstaltern in Europa, Asien und den USA sowie mit Fernsehanstalten noch bis 2019. Ob es vorher entscheidende Veränderungen geben wird, um die selten glänzende Serie attraktiver und verständlicher zu machen, ist ungewiss. Besonders nach dem Rücktritt von Supersprinter Usain Bolt, der seit Etablierung der Diamond League 2010 der Zuschauermagnet war und fast allein Arenen füllte, ist der Reformbedarf groß.

«Die Absetzbewegungen sind schon sichtbar, gerade auch seitens der IAAF. Diese Serie wird in Zukunft eine neue Struktur haben», sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. «Der Spannungsgrad, der wegen des völlig unüberschaubaren Konzeptes verloren gegangen ist, muss deutlich erhöht werden.»

Für die Meeting-Serie 2017 hatte die IAAF schon ein paar Korrekturen vorgenommen. So konnte kein Athlet den Gesamtsieg mehr vor den Finals in Zürich und Brüssel perfekt machen. Außerdem wurde die Prämie für die 32 Diamond-League-Sieger auf 50 000 Dollar angehoben und für die Jackpot-Gewinner eine Wild Card für die WM 2019 in Doha/Katar ausgelobt. Damit ist die Teilnahme für die Sportler lukrativer, jedoch für die Leichtathletik-Fans nicht interessanter geworden - zumal in Deutschland seit Jahren die TV-Bilder aus den 14 Stadien nur im Bezahlfernsehen (Eurosport 2) laufen.

«Kein Schwein bekommt etwas mit», klagte Deutschlands schnellste Sprinterin Gina Lückenkemper. Sie gab 2017 ihr Diamond-League-Debüt. «Viele Jahre waren kaum Deutsche am Start, nun sind sie endlich in größerer Zahl dabei - und in Deutschland wird es nicht gezeigt.»

In Brüssel werden immerhin sieben deutsche Athleten bei der Jagd um den Jackpot mitwirken. Noch einmal kommt es zum Duell der Diskus-Brüder Robert und Christoph Harting; bei den Frauen steigen Nadine Müller und Julia Harting in den Ring. Außerdem sind noch Lisa Ryzih (Stabhochsprung) und Claudia Salman-Rath (Weitsprung) dabei. Das Kugelstoßen mit Ex-Weltmeister David Storl war bereits für Donnerstag in der City der belgischen Hauptstadt angesetzt. Dreispringer Max Heß und Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen hatten sich ebenfalls qualifiziert, verzichteten aber auf einen Start. 

«Ich würde eine Weiterentwicklung der Diamond League begrüßen. Unsere Top-Top-Athleten werden da sicherlich auch zukünftig regelmäßig vertreten sein», sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska. Nicht vertreten sind in dieser Fünf-Sterne-Serie im Übrigen die Geher und die Hammerwerfer, die in die «World Challenge» abgeschoben wurden. Bisher waren auch die Mehrkämpfer nicht im Programm, was sich ändern könnte. Beim Meeting in Paris gab es ein Pilotprojekt mit einem Dreikampf aus Hürdensprint, Speerwurf und Weitsprung.

Der WM-Zweite Rico Freimuth findet die Idee klasse und wünscht sich eine permanente Aufnahme. «Da könnte man die Top-Zehnkämpfer bei mehreren Meetings jeweils einen Zwei- oder Dreikampf machen lassen», erklärte er. «Jede einzelne Zehnkampf-Disziplin einmal. Da hätten die Zehnkämpfer mehr Aufmerksamkeit.» Und die IAAF ein Reformansatz.

Homepage Diamond-League-Meeting in Brüssel

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