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Speerwerfer Röhler: «Würfe über 90 Meter machen süchtig»

Mit seinem letzten Wurf schaffte es Thomas Röhler auf Rang eins. Foto: Andrew Medichini

Mit seinem letzten Wurf schaffte es Thomas Röhler auf Rang eins. Foto: Andrew Medichini

Vor dem ersten Wurf im Olympiastadion von Rom hat Thomas Röhler den am Rande der Speerwurf-Zone postierten TV-Kameramann vorsorglich gewarnt. «Sei vorsichtig», sagte der 25 Jahre alte Olympiasieger.

Die Warnung kam nicht von ungefähr - und zu Recht. Im letzten Versuch gelang Röhler beim Diamond-League-Meeting am Donnerstagabend mit 90,06 Metern erneut ein großer Wurf. Beim Auftakt dieser Leichtathletik-Premiumserie hatte Röhler den Speer auf 93,90 Meter katapultiert und nur knapp vor die Füße eines Kameramannes.

«Es war ein schöner Wettbewerb, aber es war eigentlich auch mein Anspruch, noch einen Tick weiter zu werfen», sagte der Topathlet vom LC Jena der dpa. In Rom hat ihn sein deutscher Konkurrent Johannes Vetter herausgefordert und motiviert. Nach fünf Versuchen schien nämlich dem Werfer der LG Offenburg mit seinen 88,15 Metern der Sieg schon sicher zu sein. «Wenn der Johannes nicht gewesen wäre, wäre es schwer geworden, noch 90 Meter zu werfen», sagte Röhler.

Für ihn liegt die Messlatte im WM-Jahr nach dem Rekordwurf über 93,90 Meter und dem erneuten 90-Meter-Wurf immens hoch. Deshalb versucht Röhler dem gewaltigen Erwartungs- und Erfolgsdruck mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und Realitätssinn zu begegnen. «Würfe über 90 Meter können nicht der Anspruch bei jedem Wettkampf sein», sagte er. «Jeder Wurf über 87 Meter ist eine feine Sache, aber Würfe über 90 Meter machen schon süchtig.»

Der 90-Meter-Mann ist ein Jahr nach dem Gold-Triumph von Rio der Topfavorit auf den Titel bei den Weltmeisterschaften im August in London. «Die WM ist noch weit weg», sagte Röhler. «Doch mein Anspruch ist, die Dominanz bis zum Highlight der Saison zu erhalten.» Angesichts der starken Konkurrenz in Deutschland («Der deutsche Speerwurf ist das Thema und der Leistungsmaßstab in der Welt») und international werde der WM-Titelgewinn nicht einfach sein, so Röhler: «Weltmeister wird man nur mit Weiten von 89 Metern und mehr.»

Das Geheimnis seines Erfolges und seiner Stabilität sei eine Mischung aus vielem. «Mit einem gesunden Selbstbewusstsein geht man sicherer in den Wettkampf, kann auf hohem Niveau mehr ausprobieren, um weiter zu werfen», erklärte er. «Mit Sicherheitswürfen kommt man nicht weiter.»

Wie weit und schnell man auch im Laufen vorankommen kann, zeigte in Rom Konstanze Klosterhalfen bei ihrem starken Debüt in der Diamond League. Über 1500 Meter wurde die 20 Jahre alte Leverkusenerin Dritte, zog sogar an der Tempomacherin vorbei und unterbot mit 3:59,30 Minuten die Vier-Minuten-Grenze. Dies ist seit dem Mauerfall keiner deutschen Läuferin mehr gelungen.

Es ist bereits der dritte persönliche Rekord für sie in dieser Saison. In Karlsruhe hatte sie über 5000 Meter (14:51,38) die 15 Minuten und am vergangenen Wochenende in Pfungstadt über 800 Meter (1:59,65) die Zwei-Minuten Grenze unterboten.

Neben Röhler und Klosterhalfen waren noch Gina Lückenkemper über 100 Meter (7. Platz/11,39 Sekunden), Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch (8./1,88 Meter), Lisa Ryzih im Stabhochsprung (4./4,65 Meter) und Kristin Gierisch im Dreisprung (8./13,82 Meter) am Start. Und nicht zu vergessen Röhlers dritter deutscher Rivale Alexander Hofmann, der mit 79,65 Metern Achter wurde.

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