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Studie: Frauen mit hohen Testosteronwerten haben Vorteil

Die indische Sprinterin Dutee Chand klagte vor dem CAS und erkämpfte einen Teilerfolg. Foto: Michael Kappeler

Die indische Sprinterin Dutee Chand klagte vor dem CAS und erkämpfte einen Teilerfolg. Foto: Michael Kappeler

Die Zeit, in der die südafrikanische Läuferin Caster Semenya allen über 800 Meter davon eilt, könnte enden.

Eine vom Leichtathletik-Weltverband IAAF veröffentlichte Studie belegt, dass Frauen mit hohen Testosteron-Werten in einigen Leichtathletik-Disziplinen einen Wettbewerbsvorteil haben. «Über 400 und 800 Meter, 400 Meter Hürden sowie Hammerwurf und Stabhochsprung haben weibliche Athleten mit hohem Testosteronspiegel einen Wettbewerbsvorteil von 1,8 bis 4,5 Prozent gegenüber anderen weiblichen Konkurrenten mit normalem Androgenspiegel», lautet das Fazit der Untersuchung von Stéphane Bermon und Pierre-Yves Garnier. Finanziert wurde die Studie von der IAAF und der Welt-Anti-Doping-Agentur.

Die Untersuchung zum sogenannten Hyperandrogenismus ist die Folge einer Klage der indischen Sprinterin Dutee Chand beim Internationalen Sportgerichtshof CAS. Sie hatte gegen ihre Disqualifikation bei den Commonwealth-Spielen 2014 geklagt. Ihre Testosteron-Werte waren höher als der in einer IAAF-Regel festgeschriebene Grenzwert. Das CAS hob im Juli 2015 die Regel für zwei Jahre auf, um wissenschaftliche Beweise für einen Zusammenhang zwischen erhöhten Testosteron-Werten und gesteigerter Leistungsfähigkeit bei Sportlern ermitteln zu können.

«Ich sehe die Diskussion zu diesem Thema wieder eröffnet», sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. «Chancengleichheit hat im Sport oberste Priorität. Nun muss das CAS entscheiden, ob die Regel so bleibt oder geändert werden muss.»

Die Studie ist ein Teil von Beweisen, die die IAAF dem CAS für eine finale Entscheidung über die Gültigkeit der Regel nun vorlegen will. Der Weltverband betonte in einer Mitteilung, dass dieses Verfahren «keine Auswirkungen» auf die Weltmeisterschaften im August in London haben werde.

Demnach könnte Olympiasiegerin Caster Semenya, die seit ihrem WM-Sieg 2009 in Berlin im Mittelpunkt der Debatte über Hyperandrogenismus und Intersexualität steht, auch an der Themse auf Erfolgskurs gehen.

«Der quantitative Zusammenhang zwischen erhöhtem Testosteronspiegel und verbesserter sportlicher Leistungsfähigkeit sollte berücksichtigt werden, wenn der Wettbewerbsvorteil von Frauen mit Hyperandrogenismus gegenüber der weiblichen Konkurrenz diskutiert wird», empfehlen die Autoren der Studie. Sie basiert auf der Untersuchung von 2127 Bestleistungen sowie auf Analysen der Konzentration des Testosteronspiegels im Blutserum bei männlichen und weiblichen Leichtathleten bei den Weltmeisterschaften 2011 und 2013.

Für IAAF-Präsident Sebastian Coe ist das Thema Hyperandrogenismus ein heikles. «Wir müssen uns daran erinnern, dass es um Menschen geht», betonte der Brite immer wieder. «Das ist eine sensible Angelegenheit. Sie sind Töchter, sie sind Geschwister. Darüber müssen wir uns sehr klar sein. Wir werden den Fall zum CAS zurückgeben und wir haben die richtigen Leute, die sich das anschauen.»

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