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Chile wartet im Finale: Jogis Jungs «hungrig und heiß»

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw (2.v.l.) trifft im Confed-Cup-Halbfinale auf Mexiko. Foto: Marius Becker

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw (2.v.l.) trifft im Confed-Cup-Halbfinale auf Mexiko. Foto: Marius Becker

Wer folgt Chile ins Confed-Cup-Endspiel? Die junge deutsche Mannschaft brennt auf die Reise nach St. Petersburg. «Wir sind gut gewappnet. Wir wollen natürlich ins Finale einziehen und dann vielleicht etwas Besonderes schaffen», sagte der Gladbacher Lars Stindl.

Es wäre tatsächlich eine Überraschung: Joachim Löw lässt seine prominenten Fußball-Weltmeister daheim, mixt ein völlig neues Team mit zwölf Turnierneulingen zusammen - und holt den Siegerpokal. Zunächst muss das vom jungen Kapitän Julian Draxler angeführte Perspektivteam aber am Abend (20.00 Uhr) gegen Mexiko bestehen.

«Unsere Spieler sind hungrig und heiß», sagte der Bundestrainer in Sotschi. Sein Bauchgefühl sage ihm: Es klappt mit dem Finale. Das haben die Chilenen um Bayern-Star Arturo Vidal nach dem Erfolg im Elfmeterschießen gegen Portugal schon erreicht.

PERSONAL: Löw kündigte erneut einige Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 3:1 im letzten Gruppenspiel gegen Afrikameister Kamerun an. Mindestens vier Veränderungen werden erwartet: Die geschonten Leon Goretzka, Lars Stindl, Jonas Hector und Shkodran Mustafi dürften zurück ins Team rotieren. Im Tor wird wieder Marc-André ter Stegen stehen. Auch an der Dreierkette in der Abwehr will Löw festhalten.

ANFÜHRER: Der 23 Jahre alte Weltmeister Draxler soll vorangehen, als Antreiber der Offensive und als Turnierkapitän. «Julian ist ein technisch sehr guter Spieler mit einer großen Schnelligkeit, auch mit dem Ball. Er kann unglaublich schnell Räume überbrücken. Er hat einen sehr guten Torabschluss. Man sieht immer wieder, was für eine große Klasse er hat», lobte Löw den mit 33 Länderspielen erfahrensten Akteur im deutschen 21-Mann-Kader. Löw ist auch «sehr angetan», wie Draxler die junge deutsche Mannschaft anleitet. «Er ist auf dem Weg, eine Persönlichkeit zu werden», urteilte der Bundestrainer.

MEXIKO: Löw hat schon eigene Erfahrungen mit den Mexikanern gemacht. Beim Confed Cup 2005 gewann das DFB-Team um Kapitän Michael Ballack das kleine Finale mit 4:3 nach Verlängerung. «Mexiko war damals in Leipzig so etwas von aufsässig», erinnerte Löw, der vor zwölf Jahren Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann war. Das Auftreten der Mittelamerikaner auf dem Platz habe sich seitdem nicht verändert. «Ihr Spielstil ist, den Ball zu jagen.»

CHICHARITO: Natürlich denkt man bei den Mexikanern als erstes an Angreifer Javier Hernandez vom Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Der Torjäger flößt auch den deutschen Abwehrspielern Respekt ein. «Das ist ein unglaublich schneller Spieler», sagte Niklas Süle: «Er ist schwer zu verteidigen. Wenn du eng an ihm dranstehst, kannst du ihn gut in Schach halten. Du darfst aber nicht zulassen, dass er sich dreht oder von einem löst.» Sonst herrscht Alarmstufe rot im Strafraum.

ELFMETERSCHIESSEN: Es könnte ein langer Fußballabend am Schwarzen Meer werden. Auch eine Verlängerung und ein Elfmeterschießen sind möglich. «Ganz so spannend brauchen wir es nicht», sagte Außenverteidiger Jonas Hector. Er kennt sich mit der Lotterie vom Punkt gut aus: Im EM-Viertelfinale vor einem Jahr in Bordeaux gegen Italien verwandelte der Kölner als letzter Schütze den insgesamt 18. Elfmeter zum 6:5 für Deutschland. Aus dem Confed-Cup-Team traten auch Julian Draxler und Joshua Kimmich 2016 an und überwanden Italiens Schlussmann Gigi Buffon. Löw würde sich spontan auf seine Schützen festlegen.

PRÄMIEN: Ab jetzt können die 21 deutschen Spieler beim Confed Cup auch ein schönes Urlaubsgeld verdienen. 50 000 Euro pro Mann würde der DFB als Prämie im Falle des Titelgewinns springen lassen. Die Finalteilnahme würde mit 30 000 Euro honoriert. 20 000 Euro hat der Mannschaftsrat mit der DFB-Führung für Platz drei ausgehandelt.

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