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Deutsche U17 wieder ohne Titel - EM als wichtige Erfahrung

Auch Stürmer Jann-Fiete Arp war nach dem Aus erstmal enttäuscht. Foto: Daniel Kasap

Auch Stürmer Jann-Fiete Arp war nach dem Aus erstmal enttäuscht. Foto: Daniel Kasap

Wieder kein Titel, aber eine gute Leistung beim Premieren-Auftritt auf Europas großer Fußball-Bühne: Deutschlands U17-Nachwuchs reist nach dem Halbfinal-Aus bei der EM in Kroatien mit gemischten Gefühlen zurück in die Heimat.

«Die Enttäuschung wirkt schon noch nach», sagte Trainer Christian Wück am Tag nach dem 2:4 im Elfmeterschießen gegen Spanien. Aber die schmerzhafte Niederlage gegen die Iberer werde «für die Entwicklung der Jungs sehr wertvoll sein», prophezeite Wück. «Das gehört zum Lernprozess dazu.»

Einige der Nachwuchs-Talente nutzten in Kroatien die Chance, auf sich aufmerksam zu machen. Vor allem Stürmer Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV, der sieben Tore erzielte, und Offensivspieler Elias Abouchabaka von RB Leipzig zeigten starke Leistungen. «Wir nehmen viel Positives für die WM mit. Wir haben einen überragenden Teamgeist, können Spiele dominieren oder auch eine Partie nach Rückstand noch drehen», sagte der 17 Jahre alte Arp. Wück lobte: «Fiete ist ein Führungsspieler, sowohl auf dem Platz als auch neben dem Platz. Er hat einen kühlen Kopf, auch in Drucksituationen, und bringt seine Leistung.»

Auch Abouchabaka präsentierte sich in Kroatien stark. «Er hat gezeigt, wie wichtig er für das Team ist. Er bringt Struktur in das Spiel und ist sehr torgefährlich», urteilte Wück. Der 43-Jährige baut für die zukünftige Entwicklung vor allem auf die Offensivstärke seines Teams, das in der Vorrunde mit 15 Treffern einen neuen Rekord aufstellte. «Wir haben unsere großen Qualitäten im Offensivverhalten nachgewiesen», sagte Wück. Auch den Teamgeist seiner Elf lobte er: «Die Jungs sind in den letzten Wochen zu einer echten Einheit zusammengewachsen, die hervorragend funktioniert hat.»

Trotz des K.o.s gegen die starken Spanier wertet der U17-Coach die Europameisterschaft als wichtige Erfahrung für die Entwicklung der jungen Spieler. «Ein großes Kompliment an meine Mannschaft, wie sie sich in den letzten Wochen entwickelt hat und wie sie gereift ist», sagte er. Auch Torjäger Arp urteilte schon vor dem Habfinale: «Wir müssen uns in unserer Altersklasse gegen die besten Spieler Europas durchsetzen. Das ist für die Weiterentwicklung hervorragend.»

Ihren Titel-Anspruch haben die DFB-Junioren trotz der positiven Aspekte allerdings wieder einmal nicht erfüllen können. 2009 holte der Jahrgang um Mario Götze und Marc-André ter Stegen den letzten Titel im U17-Bereich, danach scheiterten die Teams dreimal im Finale.

Doch schon bei der U17-WM im Oktober in Indien bietet sich für Wück und seine Mannschaft wieder eine Titelchance - und die Möglichkeit zum nächsten Entwicklungsschritt. «Eine WM ist nochmals eine Nummer größer als eine EM», sagte Wück. «Für junge Fußballer gibt es nichts Größeres, als eine WM spielen zu dürfen. Der starke Keeper Luca Plogmann versprach: «In Indien nehmen wir einen neuen Anlauf. Wir haben bewiesen, dass wir als Team sehr viel erreichen können.»

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