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Kroos und Co. übernehmen das Kommando

Nach seiner Pause beim Confed Cup ist Toni Kroos wieder als Führungsspieler gefragt. Foto: Marius Becker

Nach seiner Pause beim Confed Cup ist Toni Kroos wieder als Führungsspieler gefragt. Foto: Marius Becker

Die Fußball-Weltmeister um Toni Kroos und Mesut Özil brennen darauf, beim Startschuss in Prag gleich wieder das Kommando zu übernehmen.

Einer der Sieger von Brasilien 2014 wird allerdings beim ersten Länderspiel der WM-Saison nicht dabei sein: Sami Khedira wird am Freitag (20.45 Uhr) in der WM-Qualifikation gegen Gastgeber Tschechien wegen Kniebeschwerden fehlen.

«Sie sind das Fundament der Mannschaft. Um sie herum kann wieder eine sehr starke Mannschaft entstehen», hatte Oliver Bierhoff noch zuvor über die etablierten Kräften wie Kroos, Özil und Khedira gesagt, die beim jüngsten Konföderationen-Pokal in Russland pausieren durften.

Der Teammanager erinnerte in Stuttgart nochmals an den erfolgreichen Sommer mit Confed-Cup-Sieg und U21-EM-Titel. «Wir sind mächtig stolz darauf, was Spieler, Trainer, der deutsche Fußball geleistet haben. Das hat deutlich gemacht, wozu wir fähig sind», sagte Bierhoff und mahnte: «Man muss trotzdem die Relationen sehen.» Nun komme eine viel schwierigere Aufgabe auf alle Beteiligten zu. Es gebe gute Aussichten, aber es sei kein Selbstläufer, erklärte Bierhoff: «Der Druck ist nochmal ein ganz anderer.»

Den kennen die Weltmeister besser als alle anderen WM-Kandidaten. Özil, Kroos, Thomas Müller und Mats Hummels werden in Prag zurück in die Startelf rücken. «Sie haben auch in der Champions League schon gezeigt, welche Klasse sie haben», hob Bierhoff hervor. Auch Löw legt den höchsten Maßstab an. «Die jungen Spieler, die den Confed Cup gewonnen haben, sind noch nicht auf dem Weltklasseniveau, das man aber braucht, um den WM-Titel zu holen.» Der Bundestrainer setzt bei Spielern wie Timo Werner oder Leon Goretzka auf Steigerung.

Allerdings macht schon die erste Etappe mit den Spielen gegen Tschechien und am Montag in Stuttgart gegen Norwegen deutlich, dass Löw mit einigen Unwägbarkeiten bei den arg beanspruchten Weltmeistern rechnen muss. Der verletzungsanfällige Khedira (30) hatte in der Vorsaison nur fünf Einsätze im DFB-Team, davon lediglich drei über die volle Zeit. Kapitän Manuel Neuer (31) und Jérôme Boateng (28) haben ihre letzten Länderspiele im Oktober 2016 bestritten. Beide Münchner fehlen auch diesmal. Und WM-Siegtorschütze Mario Götze (25) kämpft sich in Dortmund gerade wieder in den Profialltag zurück.

Khedira verpasste das letzte Training vor dem Flug nach Prag am Donnerstag. Stattdessen wurde er am schmerzenden Knie untersucht. Das Ergebnis: Er fehlt in Prag, steht aber weiter im Kader für das Spiel gegen Norwegen drei Tage später und bleibt daher zur Behandlung in Stuttgart. U21-Europameister Serge Gnabry war wegen einer Verletzung am Sprunggelenk bereits abgereist. Löw hat einige Optionen für Khediras Position neben Kroos: den Neu-Münchner Sebastian Rudy oder die ebenfalls beim Confed Cup überzeugenden Goretzka (Schalke) und Emre Can, der beim FC Liverpool stark in die Saison startete.

Eine weitere offene Frage für den Auftakt in die Saison, die idealerweise am 15. Juli 2018 mit der WM-Titelverteidigung in Moskau enden soll, lautet: Bleibt Löw bei der Dreier-Abwehrkette, die er beim Confed Cup bevorzugt hatte? «Ich glaube, das es auch den Spielern geschuldet war, die man hatte», sagte der Münchner Joshua Kimmich, der die letzten 19 Länderspiele komplett bestritten hatte. Die Rückkehr zur Viererkette erscheint wahrscheinlicher.

Löws Ziel ist von taktischen und personellen Dingen unabhängig. «Bisher haben wir ja eine weiße Weste in der Qualifikation, haben alle Spiele gewonnen. Wir können uns jetzt vorzeitig für die Endrunde qualifizieren, je nach Situation», sagte der Bundestrainer. «Die beiden Spiele wollen wir gewinnen, das ist unser Vorsatz. Dementsprechend offensiv und mit genug Selbstbewusstsein gehen wir in die Spiele.» Bisher hat sein Team alle Spiele in der WM-Ausscheidung gewonnen. «Das soll so bleiben», erklärte der Kölner Jonas Hector.

Die sportliche Leitung erwartet im Prager Eden-Stadion gleich vollen Einsatz und einen starken Auftritt: «Das ist ein bisschen wie ein Startschuss», betonte Bierhoff und verwies auf die wenigen Monate bis zur WM-Endrunde. «Wir treffen uns noch viermal. Das ist eine relativ begrenzte Zeit, die wir mit den Spielern haben», sagte der Manager.

Die von Löw eingeladenen Akteure können ab sofort für sich werben, auch wenn die Aufgaben in den Clubs noch im Vordergrund stehen, wie Abwehrmann Hector verdeutlichte: «Natürlich hat man im Hinterkopf, dass die WM ansteht. Es ist ein absolutes Ziel, da dabei zu sein.»

Löw hat den Luxus, aus einem Kreis auswählen zu können, der so groß ist wie nie zuvor in seiner Amtszeit. «Wenn am Ende so ein großes Ereignis ansteht wie die WM, dann schaut man als Trainer noch intensiver nach den Spielern. Von daher hoffen und erwarten wir, dass die Leistungen stimmen», sagte der Bundestrainer.

Die voraussichtliche deutsche Aufstellung:

ter Stegen - Kimmich, Rüdiger, Hummels, Hector - Rudy, Kroos - Müller, Özil, Draxler - Werner

Termine Nationalmannschaft

Länderspiel-Termine

WM-Qualifikation, Gruppe C

Sportliche Leitung um Löw

Löw-Interview auf DFB-TV

DFB-Kader für Spiele gegen Tschechien und Norwegen

Ablaufplan der Länderspielwoche

Länderspielbilanz gegen 91 Gegner

Nationalspieler von A bis Z

Sportliche Leitung der Nationalelf

Team hinter dem Team

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