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Löw: «Das Finale hat keiner voraussehen können»

Joachim Löw war nach dem Endspieleinzug stolz auf sein junges Team. Foto: Christian Charisius

Joachim Löw war nach dem Endspieleinzug stolz auf sein junges Team. Foto: Christian Charisius

Fragen an Bundestrainer Joachim Löw in der Pressekonferenz nach dem 4:1 der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Confed-Cup-Halbfinale gegen Mexiko am Donnerstagabend in Sotschi.

Glückwunsch zum Finaleinzug. Können Sie uns bitte Ihre ersten Eindrücke schildern?

Joachim Löw: Es war ein unglaublich intensives Spiel. Wichtig und imponierend war, dass wir am Anfang genau das gemacht haben, was wir besprochen hatten. Die Mexikaner wollen dem Gegner ihr Spiel aufzwingen. Das wollten wir umdrehen. Wir wollten gerade am Anfang zeigen, dass wir dominant sein wollen, dass wir das Spiel gewinnen wollen, dass wir mutig nach vorne spielen. Das hat die Mannschaft in den ersten Minuten überragend gemacht. Kompliment an unsere jungen Spieler, dass sie Mexiko hier mit 4:1 geschlagen haben. Dass wir im Finale stehen, hat man sich gewünscht, aber damit konnte man vor dem Turnier nicht rechnen. Das war wieder eine grandiose Leistung.

Sie hatten vor dem Spiel gesagt, Ihr Bauchgefühl sage St. Petersburg als nächstes Ziel. Was sagt Ihr Bauchgefühl nun für St. Petersburg und das Endspiel gegen Chile?

Löw: Das ist noch ein bisschen zu früh. Wir müssen mal schauen, wie unsere Spieler dieses Spiel verdaut haben. Chile ist der stärkste Gegner in diesem Turnier. Wir kennen die Chilenen, sie kennen uns. Das ist ein Spiel, wo beide Mannschaften noch mal alles reinwerfen. Man merkt, dass am Ende der Saison bei allen Spielern die Kräfte an die Grenze gehen. Ich hoffe, wir können gegen Chile noch einmal das abrufen, was wir bislang in diesem Turnier gezeigt haben.

War das Halbfinale das bislang leichteste Spiel?

Löw: Hier ist jedes Spiel hart umkämpft. Wir hatten auch in einigen Situationen Glück. Marc-André ter Stegen hat zwei-, dreimal sensationell gehalten. Es war trotz des Ergebnisses für uns ein schweres Spiel. Uns ist es gelungen, die Mexikaner kalt zu erwischen.

Kann Leon Goretzka seine Fähigkeiten noch besser ausspielen, wenn er im Mittelfeld wie heute etwas mehr aus der Tiefe kommt?

Löw: Er kann beides. Er kann auf der Acht spielen und auf der Sechs. Manchmal sind die Wege ein bisschen weiter nach vorne. Aber was seine ganz große Qualität ausmacht, ist, dass er diese Wege geht. Beim zweiten Tor kommt er aus dem Mittelfeld, läuft quer, und Timo Werner spielt ihm den Ball wunderbar rein. Aber diesen Laufweg zu machen, das ist das Entscheidende. Der ist für den Gegner schwer zu verteidigen. Und das ist seine Qualität. Leon hat auch ein enormes Laufpensum absolviert. Er kann im Mittelfeld auf verschiedenen Positionen spielen, denn diese Klasse hat er einfach.

Was hat Ihre junge Mannschaft in diesem Turnier gelernt?

Löw: Die Mannschaft hat sehr viel gelernt und es gab selbstverständlich eine Entwicklung. Es gab in jedem Spiel Situationen, die kompliziert waren. Die junge Mannschaft hat sich aber immer gefangen. Das sind so Erfahrungen bei einem FIFA-Turnier, das schon eine große Bedeutung hat. Diese Erfahrungen nimmt die Mannschaft und jeder einzelne Spieler mit. Das wird ihnen helfen in den nächsten Jahren, bei ganz großen Turnieren ihren Mann zu stehen. Von daher haben wir uns in den dreieinhalb Wochen enorm entwickelt.

Wie überrascht sind Sie vom Finaleinzug?

Löw: Man konnte das vorher nicht wissen und berechnen. Es gab Spieler, die bei der Nationalmannschaft noch keine Erfahrung hatten. Andere hatten nur wenige Länderspiele und keine Turniererfahrung. Die Mannschaft hat unsere Schwerpunkte mit einer wahnsinnigen Konsequenz im Training umgesetzt. Und sie hat sich auch in anderen Bereichen entwickelt. Sie ist ein unglaublich gutes Team geworden. Die Spieler fighten füreinander. Sie sind ehrgeizig, sie sind hungrig, sie wollen zur Nationalmannschaft. Jeder hat sich gefreut auf diesen Confed Cup. Sie freuen sich in der Kabine, sind aber nicht überschwänglich. Sie wissen, es steht ein Finale an. Dieser Drang, das Spiel gegen Chile zu gewinnen, ist groß. Das Finale hat keiner voraussehen können.

Wenn man nach so großen Turnieren wieder nach Deutschland kommt, dann wird der Flieger manchmal umgeleitet nach Berlin. Wie ist das diesmal, werden Sie Manager Oliver Bierhoff jetzt anweisen, etwas zu organisieren?

Löw: Darüber haben wir uns keine Gedanken gemacht. Ich weiß es ganz ehrlich gesagt nicht - keine Ahnung. Es ist auch nicht das Thema gewesen, ob wir jetzt irgendwo einen Empfang machen. Darüber sollten wir jetzt auch nicht unbedingt sprechen.

Was haben Sie aus dem 1:1 im Gruppenspiel gegen Chile für das Finale gelernt?

Löw: Die Chilenen kennen uns, und wir kennen die Chilenen sehr gut. Das wird sicherlich ein Abnutzungskampf. Wir werden alle Hände voll zu tun haben, gegen Chile gut zu verteidigen. Das wird ein Spiel mit offenem Visier. Es gibt wohl in den Aufstellungen keine großen Überraschungen, weder für Chile noch für uns.

Vor dem Turnier hatten sie gesagt, dass vielleicht zwei, drei neue Spieler einen Platz im WM-Team nächstes Jahr bekommen würden. Können wir nach dieser guten Vorstellung 2018 sogar mehr erwarten?

Löw: «Yes, I hope so.»

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